Östlich der Swine, auf der Insel Wolin bei Swinemünde, befindet sich das Fort Gerhard. Die Anlage war eine von ursprünglich vier Festungswerken, die zur militärischen Sicherung der Stadt und des Hafens errichtet wurden.
Gemeinsam bildeten diese Bauwerke ein umfassendes Küsten-, Hafen- und Stadtverteidigungssystem, das über viele Jahrzehnte hinweg eine zentrale Rolle für die Kontrolle der Einfahrt in die Swine spielte.

Entstehung und militärische Bedeutung
Das Fort Gerhard, auch als „Werk II“ bezeichnet, wurde im Jahr 1859 von der preußischen Armee fertiggestellt. Es diente der Überwachung und Verteidigung der wichtigen Wasserstraße zwischen Ostsee und Stettiner Haff.
Benannt wurde die Festung nach dem preußischen General und Architekten Gerhard Cornelius von Walrave, der sich auf den Bau von Festungsanlagen spezialisierte und maßgeblich an der Planung der Verteidigungsanlagen in Swinemünde beteiligt war.
Von hier aus wurde die Einfahrt in die Swine bis weit ins 20. Jahrhundert hinein kontrolliert, ein strategisch äußerst bedeutender Punkt für Handel, Militär und Schifffahrt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich das Fort Gerhard bis zum Jahr 1962 in den Händen der sowjetischen Streitkräfte. In dieser Zeit verlor die Anlage ihre ursprüngliche militärische Bedeutung.
In den Jahren danach wurde das Fort unter anderem als Lagerstätte für Obst und Gemüse genutzt, eine Zweckentfremdung, die bei vielen ehemaligen Militäranlagen dieser Zeit keine Seltenheit war.
Fort Gerhard als lebendige Museumsanlage
Seit dem Jahr 2001 ist das Fort Gerhard verpachtet und für Besucher geöffnet. Heute versteht sich die Anlage als „lebendiges Museum“, das Geschichte anschaulich und teilweise interaktiv vermittelt.
Besonders in der Hochsaison werden Führungen angeboten, die in Form eines unterhaltsamen militärischen Trainings gestaltet sind. Besucher werden dabei aktiv eingebunden und erhalten einen sehr unmittelbaren Eindruck vom früheren Alltag in der Festungsanlage.
Mehrere Bunker sind begehbar und beeindrucken nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre massive Bauweise. Die Atmosphäre ist stellenweise düster und vermittelt einen authentischen Eindruck der damaligen Nutzung.

Museum und Ausstellung
Im angeschlossenen Museum findest Du zahlreiche Ausstellungsstücke, Dokumente und Informationen zur Geschichte des Forts und zur militärischen Bedeutung Swinemündes.
Für Geschichtsinteressierte lohnt sich ein Besuch in jedem Fall, da die Anlage einen tiefen Einblick in die militärische Vergangenheit der Region bietet.
Anreise und weitere Sehenswürdigkeiten
Von Usedom aus erreichst Du Swinemünde auf der Insel Wolin entweder mit der Fähre oder über den neu erbauten Swine-Tunnel.
Wenn Du einmal vor Ort bist, solltest Du Dir auch den Leuchtturm von Swinemünde anschauen. Dieser befindet sich direkt neben der Festungsanlage und lässt sich hervorragend mit einem Besuch im Fort Gerhard kombinieren.

Besuch, Öffnungszeiten und Führungen
Das Fort Gerhard kann in der Regel vom 1. April bis zum 30. September besichtigt werden. In dieser Zeit ist die Anlage für Besucher geöffnet und wird im Rahmen geführter Rundgänge erkundet.
Während der Hauptsaison starten die Führungen in regelmäßigen Abständen, meist etwa alle 30 Minuten. Die Tour dauert rund 75 Minuten und führt durch große Teile der historischen Festungsanlage.
Außerhalb der Hauptsaison sind Besichtigungen teilweise nur an Wochenenden oder im Rahmen individuell vereinbarter Führungen möglich. In den Wintermonaten kann das Fort zeitweise vollständig geschlossen sein.
Das Fort Gerhard versteht sich als sogenanntes „lebendiges Museum“. Die Führungen werden bewusst anschaulich gestaltet und vermitteln einen sehr unmittelbaren Eindruck vom militärischen Alltag vergangener Zeiten.
Der Besuch lässt sich gut mit dem nahegelegenen Leuchtturm von Swinemünde kombinieren. Für diese Kombination werden vor Ort und über die Reedereien entsprechende Kombitickets angeboten.
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen solltest Du vor Deinem Besuch direkt auf der offiziellen Webseite des Fort Gerhard prüfen.
Eintrittspreise
Der Besuch des Fort Gerhard ist kostenpflichtig. Der reguläre Eintrittspreis liegt derzeit bei etwa 50 Zloty, ermäßigte Tickets sind günstiger erhältlich.
Darüber hinaus werden vor Ort und über Reedereien verschiedene Kombitickets angeboten, zum Beispiel in Verbindung mit einer Bootsfahrt oder dem Besuch des Leuchtturms.
Da sich Preise und Angebotsformen saisonal ändern können, empfehle ich Dir, die aktuellen Eintrittspreise vor Deinem Besuch auf der offiziellen Website des Fort Gerhard zu prüfen.
Weitere Informationen
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und besonderen Veranstaltungen findest Du auf der offiziellen polnischen Webseite des Fort Gerhard.