Festungsanlage Swinemünde
Relikt aus alten Zeiten
Preußische Festungsanlage – Relikt aus alten Zeiten
Neben Strand und Promenade bietet Swinemünde einen bedeutenden historischen Hintergrund. Die preußische Festungsanlage entstand im 19. Jahrhundert und bestand aus mehreren Forts, Batterien und Verteidigungswerken, die gemeinsam einen strategischen Festungsring bildeten.
Preußische Festungsanlage in Swinemünde
Swinemünde ist heute vor allem als Urlaubsort bekannt und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Neben Einkaufsmöglichkeiten, Hafenanlagen und der Strandpromenade bietet die Stadt jedoch auch einen bedeutenden historischen Hintergrund.
Ein zentraler Teil dieser Geschichte ist die preußische Festungsanlage Swinemünde. Sie entstand im 19. Jahrhundert und diente dem militärischen Schutz der wichtigen Hafen- und Zufahrtsbereiche an der Mündung der Swine. Die Anlage bestand nicht aus einer einzelnen Festung, sondern aus mehreren Forts, Batterien und Verteidigungswerken, die gemeinsam einen strategischen Festungsring bildeten.
Die Swineschanze (1618–1648)
Die Ursprünge der Festungsanlage Swinemünde reichen bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zurück. In dieser frühen Phase wurde die Anlage unter dem Namen Swineschanze errichtet.
Ausschlaggebend für den Bau war die strategische Bedeutung der Swinemündung zur Ostsee. Ziel war es, den Zugang zum Hinterland zu sichern und die Region vor feindlichen Angriffen zu schützen.
In den folgenden Jahrhunderten war die Swineschanze wiederholt Ziel militärischer Auseinandersetzungen. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage durch die preußische Armee systematisch erweitert und zu einer umfassenden Festungsanlage ausgebaut.
Vier Werke – ein Festungsring
Ab dem Jahr 1852 begann unter der Leitung des Festungsbaudirektors Franz von Kleist die umfassende Neugestaltung der Festungsanlage Swinemünde. Ziel war der systematische Ausbau zu einem zusammenhängenden Verteidigungssystem auf beiden Seiten der Swine.
Das erste errichtete Werk auf der Insel Wolin. Im Zuge der Hafenerweiterung im Jahr 1970 gesprengt – existiert heute nicht mehr.
Westlich der Swine auf der Insel Usedom errichtet. Heute als Fort Anioła bzw. Engelsburg bekannt und besichtigbar.
Östlich der Swine auf der Insel Wolin fertiggestellt. Heute unter dem Namen Fort Gerhard als Museum zugänglich.
Die letzte größere Anlage, auf der Insel Usedom errichtet. Trägt heute den Namen Fort Zachodni und ist ebenfalls besichtigbar.
Nationalsozialisten, Sowjetarmee und die Zeit danach
Während des Zweiten Weltkrieges nutzten die Nationalsozialisten die Festungsanlage Swinemünde zur seeseitigen Sicherung des Hinterlandes. Innerhalb der Anlagen waren vor allem Einheiten der Luftabwehr stationiert, die eine strategische Rolle beim Schutz des Hafens und der Zufahrtswege spielten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm die sowjetische Armee die Festungsanlage. Sie diente fortan militärischen Zwecken und der Überwachung des Seegebiets sowie der Aktivitäten der sowjetischen Flotte in der Ostsee.
Im Jahr 1992 zogen die russischen Streitkräfte aus der Anlage ab. Damit begann eine neue Phase der Nutzung. Heute können das Werk II – Fort Gerhard, das Werk III – Fort Anioła sowie das Werk IV – Fort Zachodni von Besuchern besichtigt werden. Alle drei Anlagen wurden zu Museen und Erinnerungsstätten umgestaltet.
Die Forts heute – zugänglich und besichtigbar
Drei der vier historischen Werke sind heute öffentlich zugänglich und wurden zu Museen und Erinnerungsstätten umgestaltet. Jedes Fort hat seinen eigenen Charakter und erzählt einen anderen Teil der Geschichte.
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