Bunker auf Usedom gibt es eine ganze Menge. Wer sich etwas abseits der bekannten Strände bewegt, stößt sowohl auf der deutschen, als auch auf der polnischen Seite der Insel immer wieder auf Überreste militärischer Anlagen. Viele davon liegen heute versteckt in Wäldern, Dünen oder an ehemaligen strategischen Punkten entlang der Küste und der Wasserstraßen.
Besonders in Świnoujście (Swinemünde) sind noch zahlreiche Relikte dieser Zeit sichtbar. Aber auch im Hinterland der deutschen Inselhälfte, sowie rund um Peenemünde, finden sich bis heute Spuren einer militärisch stark geprägten Vergangenheit.
Bunker auch in Swinemünde
Auf der polnischen Seite Usedoms, in Swinemünde, zeigen sich noch viele Überreste alter Bunkeranlagen. Am Ende der Promenade, auf dem Weg in Richtung Hafen und zu den beiden Forts, lassen sich noch relativ gut erhaltene Anlagen entdecken. Wer der Promenade bis zum Ende folgt, in Richtung der Westmole, gelangt schließlich in ein bewaldetes Gebiet. Dort findet man linker Hand mehrere Bunker, die noch deutlich aus der Zeit der militärischen Nutzung stammen.
Auch das Fort Gerhard auf der anderen Seite der Swine ist in diesem Zusammenhang interessant und sollte bei einem Besuch in Swinemünde mit eingeplant werden. Ein besonderes Highlight stellt zudem die Unterirdische Stadt Swinemünde dar. Dieser lange Zeit streng geheime Ort wurde erst im Jahr 2014 für Besucher zugänglich gemacht und vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die militärische Nutzung unterirdischer Anlagen.
Wer also mehr erleben möchte, als nur entlang der Promenade zu schlendern, findet in diesem Bereich einen spannenden Spaziergang mit historischem Hintergrund.

Viele Ruinen in den Wäldern Usedoms
Auch auf der deutschen Seite der Insel, vor allem im Achterland, verstecken sich zahlreiche Bunker in den Wäldern. Nach dem Krieg wurden viele dieser Anlagen gesprengt oder verschüttet, sodass sie heute oft nur noch als Ruinen oder Fragmente vorhanden sind. Dennoch existieren auch hier noch einige alte Bauwerke, die teilweise sogar betreten werden könnten.
So verlockend dieser Gedanke auch sein mag, ist davon jedoch dringend abzuraten. Die Gefahr von Einstürzen oder ungesicherten Schächten sollte nicht unterschätzt werden. Ein besonders bekannter Bunker befand sich bis vor einiger Zeit noch in Koserow, hoch oben an der Steilküste, auf dem Streckelsberg. Dieser wurde jedoch entfernt und musste einer Aussichtsplattform weichen.
Bunker rund um Peenemünde
Viele Bunker auf Usedom befinden sich rund um Peenemünde. Hier befand sich ab dem Jahr 1936 die Entwicklungs- und Versuchsstelle des Heeres, eine wichtige Einrichtung der Wehrmacht. In diesem Gebiet wurden unter anderem die sogenannten V1- und V2-Raketen entwickelt, getestet und gelagert.
Noch heute lassen sich auf den Peenewiesen zahlreiche Bunkerreste und Fragmente entdecken, die an diese Zeit erinnern. Sie liegen oft unscheinbar in der Landschaft und erschließen sich erst bei genauerem Hinsehen, als Teil eines größeren militärischen Gesamtsystems.
Wenn du also ein begeisterter Bunker-Entdecker bist, sollte dich deine Reise unbedingt nach Peenemünde führen. Neben den Überresten der Heeresversuchsanstalt befindet sich dort auch das U-Boot-Museum, das diesen Abschnitt der Geschichte anschaulich ergänzt.

Einordnung
Die Bunker auf Usedom sind stille Zeugen einer Zeit, in der die Insel eine weit größere militärische Bedeutung hatte, als heute. Viele dieser Orte liegen abseits der bekannten Wege und erschließen sich erst bei genauerem Hinsehen. Gerade darin liegt jedoch auch ihr Reiz, denn sie zeigen eine andere, oft übersehene Seite der Insel.