Wasserschloss Mellenthin auf Usedom

In der gleichnamigen Gemeinde Mellenthin befindet sich eine der bedeutendsten historischen Anlagen auf Usedom: das Wasserschloss Mellenthin. Umgeben von einem bis zu 20 Meter breiten Wassergraben liegt das Schloss ruhig im Usedomer Achterland und hebt sich deutlich von den typischen Ostseebädern der Insel ab.

Schon bei der Ankunft wird klar, dass es sich hier nicht um ein klassisches Ausflugsziel handelt, sondern um einen Ort mit Geschichte, der eher zum Innehalten als zum schnellen Besuch einlädt.

Architekturdetail am Wasserschloss Mellenthin<br />

Name und frühe Geschichte

Der Name „Mellenthin“ stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Mittelpunkt“. Eine Bezeichnung, die gut zur historischen Bedeutung des Ortes passt.

Bereits im 14. Jahrhundert war Mellenthin ein Stammgut der adligen Familie von Neuenkirchen. Zwischen 1575 und 1580 ließen sie das heutige Schloss als Herrenhaus errichten. Bis zum Aussterben der Familie im Jahr 1641 befand sich das Wasserschloss vollständig in ihrem Besitz.

In dieser Zeit diente das Schloss nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als repräsentatives Zentrum des Gutes.

Schlosshof und Seitenflügel des Wasserschlosses Mellenthin<br />

Wechselnde Besitzer und Umbauten

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wechselte das Wasserschloss Mellenthin über viele Jahrzehnte hinweg mehrfach seine Besitzer. In dieser Zeit kam es zu verschiedenen Umbauten und Erweiterungen.

Das Hauptgebäude wurde durch zwei Seitenflügel ergänzt, die ursprünglich als Marstall und Schlosskapelle genutzt wurden. Diese Veränderungen prägten das heutige Erscheinungsbild der Anlage nachhaltig.

Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss mehrfach zwangsversteigert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging es schließlich in den Besitz der Gemeinde über.

Schlosspark und Wassergraben am Wasserschloss Mellenthin<br />

Zwecknutzung und neue Wege

In der Nachkriegszeit nutzte die Gemeinde das Schloss auf eher pragmatische Weise. Unter anderem wurden Wohnungen, ein Kindergarten und ein Heimatmuseum eingerichtet. Später kam zu DDR-Zeiten auch eine Gaststube hinzu.

Erst im Jahr 2001 wurde das Wasserschloss Mellenthin wieder privatisiert. In den folgenden Jahren erfolgte der behutsame Umbau zu einem Hotel mit Gastronomie.

Seit Oktober 2011 wird im rechten Seitenflügel zudem eine hauseigene Brauerei betrieben. In der ehemaligen Schlosskapelle befindet sich heute ein Laden mit integrierter Kaffeerösterei.

Da die Pasker Brücke nicht ausgeschildert ist, solltest Du Dich am besten an Karten-Apps oder GPS orientieren. Ein wenig Orientierungssinn gehört hier dazu, ganz im Sinne eines kleinen Abenteuers für Entdecker.

Ein Ort für einen ruhigen Spaziergang

Auch wenn die originale Innenausstattung des Schlosses, mit Ausnahme eines Renaissance-Kamins aus dem frühen 17. Jahrhundert in der Eingangshalle, nicht mehr erhalten ist, lohnt sich ein Besuch.

Der liebevoll wiederhergestellte Schlosshof sowie die neu errichtete Freitreppe auf der Gartenseite geben einen guten Eindruck davon, wie repräsentativ die Anlage einst gewesen sein muss.

Bei einem Spaziergang um das Schloss oder durch den angrenzenden Schlosspark lässt sich die besondere Atmosphäre dieses Ortes gut auf sich wirken. Mit etwas Fantasie fühlt man sich dabei in die Zeit der Renaissance zurückversetzt.

Da die Pasker Brücke nicht ausgeschildert ist, solltest Du Dich am besten an Karten-Apps oder GPS orientieren. Ein wenig Orientierungssinn gehört hier dazu, ganz im Sinne eines kleinen Abenteuers für Entdecker.

Ausflugstipp in der Umgebung

Nicht weit entfernt von Mellenthin befindet sich auch das Schloss Stolpe, das ebenfalls einen Besuch wert ist und sich gut mit einem Abstecher nach Mellenthin kombinieren lässt.

Wasserschloss Mellenthin auf Usedom
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