Der Teufelsstein von Warthe

Ein echter Findling mit einer ziemlich teuflischen Geschichte.

Teufelsstein · Warthe · Lieper Winkel · Findling

Der Teufelsstein von Warthe - Findling und alte Sage im Lieper Winkel

Auf dem Warther Feld liegt ein gewaltiger Findling, an dem die Sage sogar den Handabdruck des Teufels erkennen will. Er soll den Stein nach Pudagla geschleudert haben, um dort eine Kirche zu zerstören. Der Wurf ging daneben. Der Stein blieb im Lieper Winkel liegen und ist bis heute real vorhanden.

📜 Die Sage ist spätestens 1840 gedruckt belegt.
🪨 Der Findling von Warthe existiert tatsächlich.
👋 Die Sage erkennt einen Handabdruck im Stein.
🔒 Der Stein liegt heute auf Privatgrund.

Der Teufel wirft einen Stein nach Pudagla

Der Sage nach war der Teufel mit einer neu errichteten christlichen Kirche in Pudagla alles andere als zufrieden. Also griff er zu einer eher handfesten Lösung: Er nahm einen gewaltigen Stein und schleuderte ihn in Richtung der Kirche.

Ganz nach Plan lief die Sache allerdings nicht. Gott ließ nach der Überlieferung einen starken Wind aufkommen. Der Stein wurde abgelenkt und landete nicht in Pudagla, sondern auf dem Warther Feld im heutigen Lieper Winkel.

Der Teufel soll den Findling beim Werfen so fest umfasst haben, dass sein Handabdruck im Stein zurückblieb. Damit hatte die Landschaft ihre Erklärung: Ein auffallend großer Stein lag dort nicht einfach wegen der Eiszeit. Für die Sage hatte ihn jemand mit ausgesprochen schlechter Laune dorthin befördert.

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Der Teufel scheint in pommerschen Sagen eine gewisse Vorliebe für große Findlinge gehabt zu haben. Beim Warther Stein ist wenigstens gut dokumentiert, seit wann diese Geschichte gedruckt überliefert ist.

Den Teufelsstein von Warthe gibt es wirklich

Der Stein ist keine erfundene Kulisse. Das Land Mecklenburg-Vorpommern führt ihn offiziell als Findling Warthe mit der Geotop-Nummer G2_027.

Damit lässt sich bei dieser Sage besonders sauber zwischen zwei Ebenen unterscheiden: Der Findling ist real und naturwissenschaftlich erklärbar. Der Teufel, sein Wurf und der Handabdruck gehören zur Überlieferung.

Solche großen Findlinge gelangten während der Eiszeiten mit dem Inlandeis in die Region. Als das Eis zurückwich, blieben die Gesteinsblöcke in der Landschaft liegen. Was für uns heute Geologie ist, bot früher reichlich Stoff für Sagen über Riesen, Teufel und andere übernatürliche Steinwerfer.

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Hinweis zum Standort: Der Teufelsstein befindet sich heute auf Privatgrund. Er ist nicht frei zugänglich und durch den Bewuchs derzeit auch nicht einsehbar. Bitte respektiere das Grundstück und versuche nicht, den Stein auf eigene Faust aufzusuchen.

Temme kannte den Teufelsstein bereits 1840

Eine frühe direkt verifizierte Druckquelle ist Johann D. H. Temmes Die Volkssagen von Pommern und Rügen aus dem Jahr 1840. Dort steht der Stoff als Nr. 179 unter dem Titel Der Teufelsstein auf dem Warther Felde.

Damit gehört die Warther Geschichte zu den gut belegten alten Usedomer Sagen. Sie ist nicht erst durch moderne Ausflugsführer oder touristische Werbung entstanden.

Alfred Haas nahm die Sage 1904 ebenfalls in seine Sammlung über Usedom und Wollin auf. Er nennt dabei ausdrücklich Temme sowie weitere Quellen, darunter Ulrich Jahn, Berghaus und Gadebusch.

1840 J. D. H. Temme, Nr. 179: Der Teufelsstein auf dem Warther Felde.
1886 Ulrich Jahn überliefert eine weitere Variante des Stoffes.
1904 Alfred Haas nimmt den Warther Teufelsstein in seine Usedom-Wolliner Sagensammlung auf.
Heute Der Findling Warthe ist amtlich als Geotop G2_027 erfasst.
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Die Formulierung „spätestens 1840 belegt“ ist hier wichtig. Temmes Druck zeigt sicher, dass die Geschichte damals bereits existierte. Er beweist nicht, dass sie erst 1840 entstanden ist.

Vom Warther Feld bis zum Loddiner Höft

Wie bei vielen alten Sagen existiert auch beim Teufelsstein nicht nur eine einzige Fassung. Der Kern bleibt ähnlich: Ein großer Stein wird mit dem Teufel und einem missglückten Wurf verbunden.

Alfred Haas verweist zusätzlich auf eine bei Ulrich Jahn überlieferte Variante. Dort soll der Teufel den Stein vom Loddiner Höft am Achterwasser in Richtung Pudagla geworfen haben.

Das verändert die geografische Dramaturgie, nicht aber das Grundmotiv. Der Stein bleibt mit Warthe verbunden, Pudagla bleibt das Ziel des Wurfes und der Teufel bleibt für die ungewöhnliche Lage des Findlings verantwortlich.

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Varianten nicht vermischen: Die Angabe zum Loddiner Höft gehört zu einer später dokumentierten Fassung. Sie sollte nicht einfach in Temmes Version hineingeschrieben werden, als hätte es immer nur diese eine Erzählung gegeben.

Der Teufelsstein von Warthe ist nicht der Findling von Pudagla

Hier lauert eine ziemlich naheliegende Verwechslung. In der Warther Sage soll der Teufel den Stein auf die Kirche beziehungsweise nach Pudagla werfen. Gleichzeitig gibt es bei Pudagla selbst einen bekannten großen Findling mit eigener Sagenüberlieferung.

Das sind jedoch zwei verschiedene reale Steine. Die amtliche Geotopliste Mecklenburg-Vorpommerns führt sie sogar direkt getrennt:

Findling Warthe

Geotop G2_027. Dieser Stein gehört zur Sage vom Teufelsstein auf dem Warther Feld.

Findling Pudagla

Geotop G2_028. Ein anderer Findling mit eigenen Riesen- und Teufelserzählungen.

Dass Pudagla in der Warther Sage als Ziel des Wurfes auftaucht, macht aus beiden Findlingen also nicht denselben Stein.

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Für die Einordnung der alten Geschichten ist diese Trennung wichtig: Der Teufelsstein von Warthe und der Findling von Pudagla sind zwei verschiedene Steine mit unterschiedlichen Sagenbezügen.

Der Teufelsstein steht nicht allein

Der Lieper Winkel besitzt noch weitere alte Überlieferungen. Alfred Haas dokumentiert beispielsweise einen gespenstischen Hund auf dem Weg zwischen Warthe und Liepe sowie einen alten Brauch beziehungsweise Spukstoff zum Strohabwerfen in Warthe.

Damit gehört der Teufelsstein zu einem größeren lokalen Sagenumfeld. Für diese Seite bleibt der Findling selbst aber klar im Mittelpunkt.

Findling, alte Sage und ein Handabdruck des Teufels

Thema Einordnung Was wir wissen
Findling Warthe Bestätigt Der Stein existiert und ist amtlich als Geotop G2_027 geführt.
Alte Sage Belegt Temme veröffentlichte sie bereits 1840 als Nr. 179.
Teufelswurf Sage Ein übernatürlicher Wurf nach Pudagla ist nicht historisch oder naturwissenschaftlich belegt.
Handabdruck Sagenmotiv Die Vertiefung im Stein wird in der Überlieferung als Abdruck der Hand des Teufels gedeutet.
Eiszeit Reale Erklärung Große Findlinge gelangten mit dem Inlandeis in die Region.
Heutiger Zugang Nicht öffentlich Der Stein befindet sich auf Privatgrund und ist derzeit nicht frei zugänglich oder einsehbar.
Findling Pudagla Anderer Ort Der Pudagla-Findling ist ein separates Geotop mit der Nummer G2_028.
Kurz gesagt: Der Stein ist echt und die Sage ist alt. Heute ist er jedoch kein frei zugängliches Ausflugsziel.

Warum der Stein heute kein Ausflugsziel ist

Der Findling existiert weiterhin, befindet sich heute jedoch auf Privatgrund. Das Grundstück ist nicht frei zugänglich und der Stein ist durch den Bewuchs derzeit auch von außen nicht einsehbar.

Deshalb verzichte ich bewusst auf eine genaue Wegbeschreibung oder eine Empfehlung, den Stein aufzusuchen. Ein historischer Sagenort muss nicht automatisch eine öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeit sein.

Wer die Landschaft kennenlernen möchte, kann den Lieper Winkel trotzdem gut erkunden. Für die Orientierung findest Du auf Usedom-Insider die Seite zu Rankwitz und dem Lieper Winkel.

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Bitte Privatgrund respektieren: Nicht versuchen, über Grundstücke, Zäune oder zugewachsene Bereiche zum Stein zu gelangen. Die Sage lässt sich auch kennenlernen, ohne den Findling persönlich zu sehen.

Fragen zum Teufelsstein von Warthe

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Gibt es den Teufelsstein von Warthe wirklich?
Ja. Der Findling von Warthe existiert tatsächlich und wird vom Land Mecklenburg-Vorpommern als Geotop G2_027 geführt.
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Kann man den Teufelsstein von Warthe besichtigen?
Nein. Der Stein befindet sich auf Privatgrund, ist nicht frei zugänglich und durch den Bewuchs derzeit auch nicht einsehbar. Das Grundstück sollte nicht betreten werden.
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Was erzählt die Sage vom Teufelsstein?
Der Teufel soll einen großen Stein nach Pudagla geworfen haben, um dort eine christliche Kirche zu zerstören. Ein starker Wind lenkte den Stein der Sage nach ab, sodass er auf dem Warther Feld landete.
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Wie alt ist die Sage vom Teufelsstein Warthe?
Eine frühe direkt verifizierte Druckquelle ist Johann D. H. Temmes „Die Volkssagen von Pommern und Rügen“ von 1840. Dort steht die Geschichte als Nr. 179.
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Ist der Handabdruck des Teufels wirklich im Stein?
Die Sage deutet eine Vertiefung im Findling als Handabdruck des Teufels. Dass sie tatsächlich durch eine Hand entstanden ist, ist nicht belegt.
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Ist der Teufelsstein von Warthe derselbe Stein wie der Findling bei Pudagla?
Nein. Der Findling Warthe ist Geotop G2_027. Der Findling Pudagla wird separat als G2_028 geführt. Es handelt sich um zwei verschiedene reale Steine.
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Wo soll der Teufel den Stein geworfen haben?
Im Kern der Überlieferung sollte der Stein Pudagla treffen. Eine bei Ulrich Jahn dokumentierte Variante lässt den Teufel den Stein vom Loddiner Höft am Achterwasser werfen.
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Wie kam der Findling tatsächlich nach Usedom?
Große Findlinge wurden während der Eiszeiten mit dem Inlandeis transportiert und blieben nach dem Abschmelzen des Eises in der Landschaft zurück.

Beim Teufelsstein liegen Sage und Wirklichkeit direkt nebeneinander

Der Teufelsstein von Warthe gehört zu den interessanten Usedomer Sagenorten, weil nicht nur die alte Geschichte überliefert ist. Der Findling selbst existiert weiterhin und ist amtlich als Geotop erfasst.

Dass ihn der Teufel nach Pudagla schleuderte und dabei seinen Handabdruck hinterließ, gehört selbstverständlich in die Welt der Sage. Dass Menschen diese Erklärung spätestens 1840 erzählten, ist dagegen historisch belegt.

Heute liegt der Stein auf Privatgrund und ist nicht öffentlich einsehbar. Seine Geschichte lässt sich trotzdem erzählen, ohne aus dem Ort ein Ausflugsziel zu machen.

Teufelsstein Warthe
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