Rankwitz auf Usedom
Fischerdorf im Lieper Winkel zwischen Peenestrom, Natur und gelebter Tradition
Rankwitz auf Usedom - Hafen, Fisch und ursprüngliches Achterland
Rankwitz auf Usedom ist ein historisches Bauern- und Fischerdorf im Lieper Winkel. Bekannt ist der Ort vor allem für seinen Hafen am Peenestrom, die Alte Fischräucherei, den Heimathof Lieper Winkel und den nahen Jungfernberg. Für mich gehört Rankwitz zu den besten Zielen, wenn Du die ruhige, bodenständige Seite der Insel erleben möchtest.
Was ist das Besondere an Rankwitz auf Usedom?
Rankwitz besteht nicht nur aus dem bekannten Hafen. Der historische Dorfkern liegt etwas abseits des Wassers und besitzt bis heute die Struktur eines Angerdorfes. Häuser, ehemalige Höfe und Scheunen gruppieren sich rund um den zentralen Dorfbereich.
Etwas außerhalb des alten Ortskerns liegt der Hafen am Peenestrom. Hier treffen Sportboote, Fischverkauf, Restaurant, Dorfladen und Ferienunterkünfte aufeinander. Der Hafen ist touristischer als das Dorf, wirkt aber deutlich ruhiger als die großen Marinas und Promenaden an der Ostseeküste.
Rankwitz eignet sich gut für einen halben Tagesausflug. Du kannst den Heimathof besuchen, durch das Dorf gehen, zum Jungfernberg laufen und den Besuch anschließend mit Fisch und einem Blick über den Peenestrom beenden.
Dorf Rankwitz, Hafen und Gemeinde unterscheiden
Der Name Rankwitz wird für drei unterschiedliche Bereiche verwendet. Zum einen gibt es das historische Dorf Rankwitz. Dazu kommt der etwas außerhalb gelegene Hafen. Außerdem trägt die gesamte Gemeinde mit mehreren Dörfern den Namen Rankwitz.
Die Gemeinde umfasst den Lieper Winkel zwischen Achterwasser und Peenestrom sowie weitere Flächen südlich der Halbinsel. Zu ihr gehören acht Ortsteile.
Sehenswürdigkeiten in Rankwitz und im Lieper Winkel
Rankwitz als Bauern- und Fischerdorf
Eine Urkunde aus dem Jahr 1317 nennt einen Ort mit dem Namen Rankevytz. Diese Urkunde wurde später jedoch als unecht erkannt. Als erste gesicherte urkundliche Erwähnung gilt deshalb eine Nennung aus dem Jahr 1421 unter dem Namen Rankeuitze.
Rankwitz entwickelte sich als Bauern- und Fischerdorf. Landwirtschaft, Fischfang und die Nutzung der umliegenden Gewässer bestimmten über viele Generationen den Alltag. Die Form des Angerdorfes ist im historischen Ortskern noch erkennbar.
Der heutige Hafen entstand erst deutlich später. Zu DDR-Zeiten waren Fischzucht und Fischverarbeitung wichtige Wirtschaftszweige. Nach 1990 wurde der Hafen modernisiert und als Wasserwanderrastplatz ausgebaut. Gleichzeitig entwickelten sich Fischverkauf, Gastronomie und Ferienunterkünfte.
Trotz dieser Veränderungen blieb Rankwitz überschaubar. Die touristischen Angebote konzentrieren sich vor allem am Hafen, während der alte Dorfkern weiterhin ruhig und dörflich wirkt.
Der Hafen von Rankwitz am Peenestrom
Der Hafen ist heute der bekannteste Anlaufpunkt in Rankwitz. Er liegt direkt am Peenestrom und bietet einen weiten Blick auf das Wasser und das gegenüberliegende Festland.
Der Sportboothafen besitzt insgesamt 27 Liegeplätze. Davon befinden sich 15 Plätze im eigentlichen Hafenbecken und 12 an einem Schwimmsteg. Strom, Wasser, Sanitäranlagen und eine Waschmaschine stehen für Bootsgäste zur Verfügung.
Auch ohne eigenes Boot lohnt sich der Besuch. Du kannst am Wasser sitzen, das Ein- und Auslaufen der Boote beobachten, Fisch essen oder durch den kleinen Hafenbereich gehen. Wenn Du selbst aufs Wasser möchtest, findest Du passende Anbieter unter Boot, SUP und Kajak mieten auf Usedom.
Fischräucherei, Restaurant und Dorfladen
Der Duft von Räucherfisch gehört für viele Besucher fest zu Rankwitz. Direkt am Hafen befinden sich das Restaurant Zur Alten Fischräucherei, ein Fischverkauf und ein kleiner Dorfladen. Für größere Lebensmitteleinkäufe findest Du eine inselweite Übersicht unter Supermärkte auf Usedom.
Das Restaurant serviert regionale und saisonale Gerichte, Fischgerichte sowie Spezialitäten aus der hauseigenen Räucherei.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11:00 bis 21:00 Uhr
Küchenschluss: Eine Stunde vor Schließung
Telefon: 038372 767775
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Angeboten werden Räucherfisch, marinierte Fischspezialitäten, Fischbouletten, Matjes und weitere Produkte aus der eigenen Verarbeitung.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 8:00 bis 19:00 Uhr
Telefon: 038372 767776
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Der kleine Laden führt unter anderem Backwaren, Obst, Gemüse, Getränke, Kühlwaren, Lebensmittel und Produkte aus Vorpommern.
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8:00 bis 19:00 Uhr
Telefon: 038372 765520
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Der Heimathof Lieper Winkel
Der Heimathof liegt am Ortseingang von Rankwitz und ist in einer ehemaligen Dorfschule untergebracht. Zum Museum gehören das historische Schulgebäude, eine Scheune und der umliegende Garten.
Mehr als tausend Exponate zeigen, wie Fischer, Bauern, Handwerker und Familien im Lieper Winkel lebten und arbeiteten. Der zeitliche Schwerpunkt reicht vom 18. Jahrhundert bis etwa 1950, also bis in die Zeit vor der umfassenden Motorisierung von Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk.
Viele Gegenstände stammen direkt aus den Dörfern des Lieper Winkels. Dadurch wirkt die Ausstellung persönlich und regional verwurzelt. Während der regulären Öffnungszeit sind auch Führungen möglich.
Der Jungfernberg bei Rankwitz
Der Jungfernberg erreicht lediglich 18 Meter über dem Meeresspiegel. In der flachen Landschaft des Lieper Winkels reicht diese Höhe trotzdem für einen weiten Rundblick über Achterwasser, Peenestrom, Wiesen und Dörfer.
Der Hügel ist die höchste natürliche Erhebung des Lieper Winkels. Er lässt sich gut in einen Spaziergang rund um Rankwitz einbauen. Festes Schuhwerk ist besonders nach Regen sinnvoll.
Seinen Namen verdankt der Jungfernberg einer alten Sage. Vier junge Frauen sollen an einem Sonntag lieber getanzt haben, als zum Gottesdienst zu gehen. Zur Strafe, so erzählt man sich, seien sie unter dem Hügel begraben worden.
Rankwitz im Lieper Winkel
Der Lieper Winkel ragt wie eine Halbinsel zwischen Achterwasser und Peenestrom. Schilfufer, Wiesen, kleine Waldstücke, Felder und stille Dörfer bestimmen das Landschaftsbild.
Über Jahrhunderte war die Region stark vom Wasser geprägt. Viele Wege zum Festland und in andere Inselteile wurden früher mit Booten zurückgelegt. Straßenverbindungen entstanden vergleichsweise spät.
Heute gehören Rankwitz, Liepe, Warthe, Reestow, Grüssow und Quilitz zu den Dörfern, die den Charakter des Lieper Winkels prägen. Große Freizeitanlagen, Einkaufsstraßen und Promenaden gibt es hier nicht.
Zu Warthe gehört auch eine der alten Sagen des Lieper Winkels. Auf dem Warther Feld liegt ein großer Findling, den die Überlieferung mit einem missglückten Steinwurf des Teufels verbindet. Mehr über den Teufelsstein von Warthe, seinen angeblichen Handabdruck und die seit mindestens 1840 gedruckte Sage findest Du auf der eigenen Detailseite. Der Stein befindet sich heute auf Privatgrund, ist nicht frei zugänglich und durch Bewuchs derzeit auch nicht einsehbar.
Der Lieper Winkel gehört vollständig zum Naturpark Insel Usedom. Die Uferbereiche sind wichtige Lebensräume für Wasservögel. Bleibe deshalb auf vorhandenen Wegen und halte Abstand zu Schilfzonen und Brutplätzen.
Sehenswerte Orte rund um Rankwitz
St.-Johannes-Kirche in Liepe
Die Kirche in Liepe liegt nur wenige Kilometer von Rankwitz entfernt. Sie wurde bereits 1216 urkundlich erwähnt und gilt damit als ältester urkundlich genannter Kirchenbau Usedoms.
Die heute sichtbaren Mauern stammen überwiegend aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren sind unter anderem mittelalterliche Wandmalereien erhalten. Auch der Kirchhof mit seinen Skulpturen lohnt einen ruhigen Rundgang.
Spazieren und Radfahren rund um Rankwitz
Rankwitz und der Lieper Winkel lassen sich besonders gut langsam erkunden. Die Entfernungen zwischen den Dörfern sind überschaubar, allerdings verlaufen nicht alle Abschnitte auf getrennten Rad- oder Fußwegen.
Eine größere ausgeschilderte Achterlandrunde verbindet Pudagla, Benz, Liepe, Rankwitz und Mellenthin. Die veröffentlichte Strecke ist rund 38 Kilometer lang und eignet sich wegen der wechselnden Wege und einiger Steigungen besonders gut für Tourenräder und E-Bikes. Passende Ladepunkte findest Du unter E-Bike-Ladestationen auf Usedom und in Swinemünde.
Ist Rankwitz ein Badeort?
Rankwitz ist kein klassischer Badeort und besitzt keinen bewachten Ostseestrand. Der Hafen dient in erster Linie der Schifffahrt und ist kein ausgewiesener Badestrand.
Im Lieper Winkel gibt es kleinere natürliche Uferstellen und lokale Badestellen. Die Ausstattung ist dort wesentlich einfacher als in den Seebädern. Rettungstürme, Strandkörbe, Toiletten oder gastronomische Angebote sind nicht überall vorhanden.
Informiere Dich vor Ort über Wasserqualität, Zugang und mögliche Einschränkungen. Bade nicht in Hafeneinfahrten, an Bootsstegen oder in Bereichen mit Schiffsverkehr.
Anreise und Parken in Rankwitz
Rankwitz erreichst Du über die Bundesstraße 110 und die Kreisstraße in Richtung Lieper Winkel. Die letzten Kilometer führen über schmale Landstraßen durch Felder, Wald und kleinere Dörfer.
Am Hafen stehen Parkmöglichkeiten direkt auf dem Gelände zur Verfügung. Für den Heimathof weist der Heimatverein einen Museumsparkplatz auf der Hügelkuppe bei der Geschwindigkeitsanzeige am Ortseingang aus. Im historischen Dorfkern solltest Du Einfahrten und private Grundstücke freihalten.
Die regionale Buslinie 282 verbindet die Stadt Usedom mit dem Lieper Winkel. Sie bedient unter anderem Rankwitz, Rankwitz Ausbau, Rankwitz Hafen, Liepe und Warthe. Die Anzahl der Verbindungen ist begrenzt und unterscheidet sich nach Wochentag und Schulzeit.
Mein Vorschlag für einen halben Tag in Rankwitz
Sieh Dir die alte Dorfschule und die Sammlung zur Geschichte des Lieper Winkels an.
Achte auf die Angerstruktur, ältere Höfe und die ruhige Dorfstraße.
Nimm Dir Zeit für die Aussicht über den Lieper Winkel und den Peenestrom.
Beobachte die Boote und gehe eine kleine Runde am Wasser.
Kehre im Restaurant ein oder hole Dir Räucherfisch und ein Fischbrötchen am Hafen.
Besuche zum Abschluss die St.-Johannes-Kirche und den alten Kirchhof.
Für wen lohnt sich Rankwitz auf Usedom?
Warum ich Rankwitz gern empfehle
Rankwitz zeigt sehr deutlich, dass Usedom nicht nur aus Ostseestrand und Seebädern besteht. Im Dorf wirkt die Insel landwirtschaftlich und bodenständig. Am Hafen bestimmen Peenestrom, Boote und Fisch das Bild.
Besonders schön finde ich die Kombination aus Heimathof, Jungfernberg und Hafen. Keine dieser Stationen wäre allein ein großer Tagesausflug. Zusammen ergeben sie aber ein stimmiges Bild vom Leben im Lieper Winkel.
Ich würde Rankwitz möglichst nicht zur klassischen Mittagszeit besuchen, wenn am Hafen die meisten Tagesgäste ankommen. Am Vormittag ist es im Dorf angenehm ruhig. Am späten Nachmittag entfaltet der Hafen seine schönste Stimmung.
Häufige Fragen zu Rankwitz auf Usedom
Rankwitz liegt im Usedomer Achterland auf der Halbinsel Lieper Winkel zwischen Achterwasser und Peenestrom.
Du kannst den Heimathof besuchen, durch das Angerdorf gehen, den Jungfernberg besteigen, den Hafen ansehen und in der Alten Fischräucherei einkehren.
Der Fischverkauf am Hafen ist aktuell montags bis sonntags von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Kurzfristige Änderungen sind möglich.
Das Restaurant Zur Alten Fischräucherei ist aktuell täglich von 11:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Die Küche schließt eine Stunde früher.
Ja. In den Sommermonaten ist das Museum mittwochs von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Weitere Termine sind nach Anmeldung möglich.
Der Eintritt ist kostenlos. Der Heimatverein freut sich über Spenden für den Erhalt des Museums.
Der Jungfernberg ist 18 Meter hoch und damit die höchste natürliche Erhebung des Lieper Winkels.
Rankwitz besitzt keinen bewachten Ostseestrand. Der Hafen ist kein Badeplatz. Im Lieper Winkel gibt es einzelne natürliche Ufer- und Badestellen.
Ja. Die regionale Linie 282 bedient unter anderem Rankwitz, Rankwitz Hafen, Liepe und Warthe. Den Rückfahrplan solltest Du vorher prüfen.
Die gesamte Gemeinde Rankwitz mit acht Ortsteilen hatte im Juli 2024 insgesamt 543 Einwohner. Eine aktuelle separate Zahl nur für das Dorf Rankwitz wird offiziell nicht veröffentlicht.
Für Dorf, Heimathof und Hafen sind etwa drei Stunden sinnvoll. Mit Jungfernberg, Einkehr und einem Besuch in Liepe solltest Du einen halben Tag einplanen.