Gewässer auf Usedom
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Gewässer auf Usedom – Ostsee, Achterwasser, Seen, Haff und Moore
Usedom ist nicht nur Ostseeküste. Die Insel wird von einer außergewöhnlich vielfältigen Gewässerlandschaft geprägt: Ostsee, Achterwasser, Peenestrom, Stettiner Haff, Seen, Buchten, Moorflächen und verlandete Gewässer bilden zusammen eine der spannendsten Naturlandschaften der Region.
Warum Usedom so wasserreich ist
Die Gewässerlandschaft Usedoms ist das Ergebnis ihrer Lage zwischen Ostsee, Stettiner Haff, Peenestrom und Swine. Die Insel wird nicht nur von der offenen Ostsee geprägt, sondern auch von flachen Lagunen, Buchten, Seen und Moorflächen im Inselinneren.
Viele Gewässer sind sehr flach, von Schilf umgeben oder stehen unter Naturschutz. Andere werden zum Baden, Angeln, Segeln, Surfen oder für ruhige Bootstouren genutzt.
Gerade abseits der Ostseestrände zeigen diese Gewässer eine ruhigere und ursprünglichere Seite der Insel.
Welche Gewässertypen gibt es auf Usedom?
Welche Gewässer eignen sich wofür?
Die wichtigsten Gewässer auf Usedom im Überblick
Gewässer auf Usedom von A bis Z
Die folgende Übersicht stellt wichtige Gewässer auf und um Usedom alphabetisch vor. Sie enthält große Lagunen, Seen, Buchten, Moorgewässer und ehemalige Seen, die heute teilweise verlandet sind.
Achterwasser
Das Achterwasser ist eine Lagune des Peenestroms und ragt tief in die Insel Usedom hinein. Zwischen Ückeritz und Zinnowitz ist es nur durch eine schmale Landverbindung von der Ostsee getrennt.
Da das Achterwasser vielerorts flach und geschützter als die offene Ostsee ist, eignet es sich für Segeln, Surfen, Kitesurfen, Bootstouren und Naturbeobachtung. Viele Wassersportangebote nutzen genau diese Bedingungen.
Balmer See
Der Balmer See ist eine südöstliche Bucht des Achterwassers. Er liegt bei Balm und ist nach Osten vollständig zum Achterwasser geöffnet.
In der Umgebung liegen die kleinen Inseln Werder und Böhmke, die als Natur- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind. Auch die Halbinsel Cosim im Norden steht unter Schutz.
Cämmerer See
Der Cämmerer See liegt südlich von Peenemünde. Ursprünglich war er eine Bucht des Peenestroms und wurde durch Deichbau zum eigenen Gewässer.
Der See ist von Schilf umgeben und vor allem als Angelgewässer bekannt. Ein Fahrradweg zwischen Karlshagen und Peenemünde führt in der Nähe vorbei.
Gothensee
Der Gothensee liegt in der Gemeinde Heringsdorf und ist das größte Binnengewässer der Insel Usedom. Er liegt im Naturpark Insel Usedom und ist fast vollständig von Schilf umgeben.
Durch seine geringe Tiefe und starke Trübung ist der Gothensee zum Baden ungeeignet. Ökologisch ist er jedoch bedeutsam, besonders als Lebensraum für Vögel.
Großer See
Der Große See liegt zwischen Karlshagen, Trassenheide und Mölschow. Er wird touristisch nur wenig genutzt, ist aber als ruhiges Natur- und Angelgewässer interessant.
Die Umgebung eignet sich eher für Spaziergänge und Naturbeobachtung als für klassische Freizeitnutzung.
Großer und Kleiner Klucker
Der Große und der Kleine Klucker liegen bei Sauzin, Neeberg und Ziemitz. Sie sind ehemalige Kies- beziehungsweise Baggerseen und werden auch als Sauzinseen bezeichnet.
Durch frühere Ausbaggerungen entstanden tiefere Trichter, weshalb die Gewässer auch für Taucher interessant sind.
Großer Krebssee
Der Große Krebssee liegt bei Neu Sallenthin und ist von Buchenwald und Wanderwegen umgeben. Er eignet sich für Spaziergänge, Bootsfahrten und teilweise auch zum Baden.
Außerdem ist der See als Angelgewässer bekannt. Vorkommende Fischarten sind unter anderem Aal, Barsch, Hecht, Karpfen, Schleie und Zander.
Kachliner See
Der Kachliner See liegt unweit des Dargener Ortsteils Kachlin. Er ist ein flaches Naturschutzgewässer mit dichtem Schilfgürtel.
Direkte Zugänge zum Ufer sind nur eingeschränkt möglich. Der See ist vor allem als Lebensraum und Rastplatz für Vogelarten bedeutsam. Angeln ist hier nicht gestattet.
Kölpinsee bei Loddin
Der Kölpinsee liegt in der Gemeinde Loddin, nur etwa 200 Meter von der Ostsee entfernt. Er wird lediglich durch eine niedrige Vordüne und einen Schutzdeich von der offenen Küste getrennt.
Rund um den See führt ein Wanderweg. Außerdem gibt es einen Ruderbootverleih. Der Name wird häufig mit dem slawischen Begriff für „Schwanensee“ in Verbindung gebracht.
Kölpiensee
Der Kölpiensee liegt in der Gemeinde Peenemünde, nördlich der Ortschaft und südlich des Flugplatzes. Er befindet sich in einem Niedermoorgebiet.
Der See ist von Schilf und Sumpf umgeben, touristisch kaum erschlossen und vor allem als Rastplatz für Zugvögel bedeutsam.
Krienker See
Der Krienker See ist eine Bucht des Achterwassers im Lieper Winkel. Die Ortschaft Krienke gehört zur Gemeinde Rankwitz und liegt am Eingang zum Lieper Winkel.
Das Ufer ist von Schilf geprägt und vielerorts morastig. Ein Weg entlang des westlichen Ufers eignet sich für Radfahrer und Wanderer.
Krumminer Wiek
Die Krumminer Wiek ist eine Bucht des Peenestroms. Sie liegt zwischen dem Wolgaster Ort und der Halbinsel Gnitz.
Das Gebiet ist bei Wassersportlern, Anglern und Radfahrern beliebt. Am südöstlichen Ufer grenzen Salzwiesen und Schutzgebiete an.
Kleiner Krebssee
Der Kleine Krebssee liegt bei Sallenthin zwischen Benz und Bansin. Gemeinsam mit dem Großen Krebssee, dem Schmollensee und dem Gothensee bildet er ein landschaftlich reizvolles Gewässerensemble.
Die Umgebung wird häufig als Usedomer Schweiz bezeichnet und ist durch Hügel, Wälder und Seen geprägt.
Krebssee bei Korswandt
Zwischen Zirchow und Korswandt, nahe Ulrichshorst, liegt ein weiterer See namens Krebssee. Er ist ein ruhiger Waldsee im Hinterland.
Durch seine abgeschiedene Lage eignet er sich für Erholung, kleine Spaziergänge und Naturbeobachtung. Eine kleine Badestelle ist vorhanden.
Mümmelkensee
Der Mümmelkensee liegt unweit von Bansin und Ückeritz in einem Naturschutzgebiet. Der Name geht auf den plattdeutschen Ausdruck „Mummel“ für Teichrose zurück.
Ein Naturlehrpfad mit Aussichtsplattform ermöglicht Einblicke in das Moorgebiet. Hier wachsen seltene Pflanzen wie Wollgräser, Sumpfporst und Sonnentau. Auch Kraniche, Zwergtaucher und Eisvögel können beobachtet werden.
Nepperminer See
Der Nepperminer See ist eine Ausbuchtung des Achterwassers. Er liegt im östlichen Achterwasser und ist über die Ortschaft Neppermin erreichbar.
Er wird durch die geschützten Inseln Böhmke und Werder vom Balmer See getrennt. Neben Angeln sind auch Baden, Kajak- und Kanutouren sowie kleinere Bootstouren möglich.
Peenestrom
Der Peenestrom ist ein Meeresarm der Ostsee und trennt die Insel Usedom vom Festland. Er verbindet das Stettiner Haff mit der Ostsee und bildet die westlichste der drei Strömungsrinnen zwischen Haff und Ostsee.
Mit seinen Buchten und Verzweigungen prägt er große Teile der westlichen und nördlichen Gewässerlandschaft Usedoms.
Piese
Die Piese ist ein kleiner Natursee in der Gemeinde Peenemünde, unweit des Cämmerer Sees. Sie zählt zu den kleineren Binnengewässern Usedoms.
Der See ist vor allem als Angelgewässer bekannt und gilt unter anderem als Hechtgewässer.
Schwarzes Herz
Das Schwarze Herz liegt versteckt im Wald bei Korswandt, nahe der polnischen Grenze. Der kleine See ist ruhig, abgelegen und wirkt deutlich ursprünglicher als viele bekanntere Gewässer.
Vom Wolgastsee aus lässt sich das Schwarze Herz gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Ein kleiner Rastplatz und ein alter Steg unterstreichen den naturnahen Charakter.
Schmollensee
Der Schmollensee liegt im Naturpark Insel Usedom und ist der zweitgrößte Binnensee der Insel. Er ist von dichten Schilfgürteln umgeben und bietet vielen Wasservögeln Lebensraum.
Besonders bei Anglern ist der See bekannt. Vorkommende Fischarten sind unter anderem Karpfen, Aal und Zander. Am besten erreicht man ihn über Pudagla.
Schloonsee
Der Schloonsee liegt östlich von Bansin und nur wenige Meter von der Ostsee entfernt. Er ist von einem dichten Schilfgürtel umgeben.
Der See ist Lebensraum für Entenarten, Schwäne und Blesshühner. Die Schloonsee-Promenade und ein Steg laden zum Spazieren und Verweilen ein.
Stettiner Haff
Das Stettiner Haff ist eines der größten Haffgewässer der Ostsee. Es erstreckt sich zwischen Deutschland und Polen und ist durch Peenestrom, Swine und Dievenow mit der Ostsee verbunden.
Das flache Küstengewässer ist bei Seglern, Surfern und Naturfreunden beliebt. Gleichzeitig prägt es die Landschaft im Süden Usedoms.
Swine
Die Swine ist ein Meeresarm der Ostsee und verbindet das Stettiner Haff mit der offenen Ostsee. Sie verläuft zwischen Usedom und der Insel Wollin.
Durch Świnoujście ist die Swine zugleich eine bedeutende Schifffahrtsstraße und prägt die Entwicklung der Hafenstadt bis heute.
Usedomer See
Der Usedomer See ist eine Ausbuchtung des Stettiner Haffs und über die Stadt Usedom erreichbar. Mit rund 360 Hektar zählt er zu den größeren Gewässern im Süden der Insel.
Der See ist sehr flach und steht landschaftlich in enger Verbindung mit dem Stettiner Haff.
Wolgastsee
Der Wolgastsee liegt bei Korswandt und zählt zu den beliebtesten Binnenseen auf Usedom. Er ist gut zugänglich und eignet sich für Baden, Spaziergänge und kleine Bootstouren.
Rund um den See führt ein Weg. Es gibt eine Badestelle, Bootsverleih und Gastronomie.
Wockninsee
Der Wockninsee liegt östlich von Ückeritz in einem Naturschutzgebiet. Als offener See ist er heute kaum noch wahrnehmbar, da das ehemalige Gewässer weitgehend verlandet ist.
Ein Naturlehrpfad ermöglicht Einblicke in das Schutzgebiet. Hier leben seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch Sumpfschildkröten.
Zerninsee
Der Zerninsee ist ein verlandeter See nahe Garz im Osten Usedoms. Heute handelt es sich um ein Niedermoor und ein wertvolles Schutzgebiet.
Das Gebiet ist Teil der Zerninkeesenke und des Swinemoors und bietet spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.
Gewässer auf Usedom ohne offene Wasserfläche
Einige ehemalige Seen auf Usedom sind heute nicht mehr als offene Wasserflächen erkennbar. Sie bestehen überwiegend aus Feuchtbiotopen, Moorflächen oder Niedermooren und sind trotzdem ein wichtiger Teil der Gewässerlandschaft.
Naturschutz an den Gewässern Usedoms
Viele Gewässer auf Usedom stehen ganz oder teilweise unter Schutz. Schilfgürtel, Feuchtwiesen, Niedermoore und flache Uferbereiche sind wichtige Lebensräume für Wasservögel, Amphibien, Insekten und seltene Pflanzen.
Gerade weil manche Seen schwer zugänglich sind, erfüllen sie eine wichtige ökologische Funktion. Nicht jeder Ort muss touristisch erschlossen sein, um wertvoll zu sein.
Angeln an den Gewässern auf Usedom
Viele Seen, das Achterwasser, der Peenestrom und das Stettiner Haff sind für Angler interessant. Je nach Gewässer kommen Aal, Barsch, Hecht, Zander, Karpfen, Schleie, Rotauge und weitere Fischarten vor.
Wichtig sind die jeweils gültigen Angelberechtigungen, Schonzeiten, Mindestmaße und Gewässerregelungen. Nicht an jedem See ist Angeln erlaubt.
Häufige Fragen zu den Gewässern auf Usedom
Der Gothensee ist das größte Binnengewässer der Insel Usedom.
Das Achterwasser ist eine große Lagune des Peenestroms und prägt das westliche und mittlere Inselinnere.
Nein, der Gothensee ist wegen geringer Tiefe, starker Trübung und ökologischer Bedeutung nicht als Badesee geeignet.
Geeignet sind vor allem die Ostsee, der Wolgastsee, der Kölpinsee und einzelne ausgewiesene Badestellen an Binnengewässern.
Viele Seen, Achterwasser, Peenestrom und Stettiner Haff sind für Angler interessant. Die jeweiligen Regeln müssen jedoch vorab geprüft werden.
Der Peenestrom ist ein Meeresarm zwischen Usedom und Festland. Das Achterwasser ist eine große Ausbuchtung beziehungsweise Lagune des Peenestroms.
Viele Ufer sind von Schilf, Mooren oder Schutzgebieten geprägt. Dadurch werden sensible Lebensräume erhalten.
Besonders interessant sind Mümmelkensee, Wockninsee, Gothensee, Kachliner See, Schmollensee und viele Schilfzonen am Achterwasser.
Usedom ist eine Insel der Gewässer
Die Gewässer auf Usedom zeigen, dass die Insel weit mehr ist als Ostseestrand. Lagunen, Haff, Seen, Moore und verlandete Gewässer prägen das Landschaftsbild und machen die Insel ökologisch wie touristisch besonders.
Einige Gewässer eignen sich zum Baden, Angeln oder Wassersport. Andere sind vor allem Rückzugsräume für Natur und Tiere. Genau diese Mischung macht die Gewässerlandschaft Usedoms so abwechslungsreich.
Wer Usedom wirklich verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur an die Küste schauen, sondern auch ins Achterland, an die Seen und in die stilleren Wasserlandschaften der Insel.