Ferien auf Usedom damals und heute

Wie sich der Urlaub auf Usedom verändert hat.
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Usedom früher · DDR-Urlaub · Inselgeschichte

Ferien auf Usedom damals und heute - wie sich der Urlaub auf der Insel verändert hat

Heute suchst Du eine Unterkunft im Internet, buchst Hotel oder Ferienwohnung und fährst mit der Bahn direkt auf die Insel. Von Ahlbeck geht es zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Auto weiter nach Swinemünde. Vor wenigen Jahrzehnten funktionierte Urlaub auf derselben Insel noch ganz anders: Ferienplätze wurden teilweise über den FDGB oder den eigenen Betrieb organisiert, Kinder kamen mit Sonderzügen, Bahnreisende mussten in Wolgast zu Fuß über die Brücke und wenige Kilometer hinter Ahlbeck begann eine kontrollierte Staatsgrenze.

🏖️ Usedom war schon vor 1990 eine Ferieninsel.
🏠 FDGB, Betriebe und Privatquartiere prägten den Urlaub.
🚆 In Wolgast mussten Bahnreisende zu Fuß weiter.
🇵🇱 Swinemünde lag hinter einer kontrollierten Grenze.

Usedom war schon damals eine Ferieninsel

Volle Strände im Sommer, Urlauber auf den Promenaden und Menschen, die für ein oder zwei Wochen ans Meer wollten, sind auf Usedom keine Erfindung der Nachwendezeit. Die Insel war schon lange vor 1990 ein wichtiges Urlaubsziel.

Besonders deutlich lässt sich das in Zinnowitz verfolgen. Dort wurden 1950 bereits rund 20.000 Urlauber gezählt. 1971 waren es mehr als 75.000. Gleichzeitig existierten unterschiedliche Formen des Urlaubs nebeneinander: FDGB-Heime, Ferienobjekte von Betrieben, private Unterkünfte, Campingplätze sowie Kinder- und Betriebsferienlager.

Genau diese Mischung ist wichtig. Wenn heute vom DDR-Urlaub gesprochen wird, entsteht schnell das Bild, jeder Urlauber habe einen FDGB-Ferienplatz bekommen und anschließend zwei Wochen in einem großen Ferienheim verbracht. So einfach war es nicht. Betriebe organisierten eigene Ferienplätze, Privatleute vermieteten Zimmer und auch Camping sowie andere private Reiseformen gehörten zur Urlaubswelt.

Wichtig für die Einordnung: Den einen typischen Urlaub auf Usedom in der DDR gab es nicht. Unterkunft, Organisation und Komfort konnten sich je nach Betrieb, Ferienplatz, Ort und Reiseform deutlich unterscheiden.

Einen Urlaub buchen? So einfach war das nicht

Heute kannst Du auf dem Sofa nach einer Ferienwohnung suchen, Lage und Ausstattung vergleichen und wenige Minuten später buchen. Früher begann ein Usedom-Urlaub häufig ganz woanders: beim eigenen Betrieb oder beim FDGB-Feriendienst.

Ein Teil der Ferienplätze wurde über solche Strukturen vergeben. Gleichzeitig unterhielten zahlreiche Betriebe eigene Ferienobjekte auf der Insel. Ein Unternehmen aus Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt konnte also ein Ferienheim, Bungalows oder andere Unterkünfte an der Ostsee besitzen, die den eigenen Beschäftigten zur Verfügung standen.

Daneben blieb Platz für andere Urlaubsformen. Private Gastgeber vermieteten Zimmer und auch Camping spielte eine große Rolle. In Karlshagen gab es Anfang der 1960er-Jahre etwa 400 Zeltstellplätze. Freie Plätze wurden an die zentrale Zeltplatzverwaltung in Stralsund gemeldet, Interessenten konnten sich um einen Platz bewerben.

Mit einem heutigen Campingplatz hatte das nur bedingt etwas gemeinsam. Aus der Karlshagener Campinggeschichte sind Sammelwaschbecken im Freien, kaltes Wasser, fehlende Spültoiletten und unbefestigte Wege überliefert. Urlaub an der Ostsee konnte also durchaus bedeuten, beim Komfort einige Abstriche zu machen.

Entscheidend ist: Es gab kein einziges Buchungssystem für alle. Organisierte Ferienplätze, Betriebsurlaub, private Quartiere und Camping bestanden nebeneinander.

FDGB-Heim, Betriebsferienheim oder Zimmer bei Privatleuten?

Auch bei den Unterkünften lohnt sich ein genauer Blick. Ein FDGB-Ferienheim war nicht dasselbe wie ein Betriebsferienheim. Daneben gab es private Zimmer, die wiederum teilweise vertraglich in das organisierte Ferienwesen eingebunden waren.

Besonders anschaulich lässt sich das in Zinnowitz belegen. Die Ortssatzung von 1974 unterschied ausdrücklich zwischen privaten Gästezimmern und Vertragsbetten des FDGB. Wer solche Vertragsbetten bereitstellte, konnte sie während der vereinbarten Saison nicht einfach frei anderweitig vermieten.

Damit wurde selbst ein Zimmer in einem privaten Haus Teil eines größeren Urlaubssystems. Für den Gast konnte das bedeuten, privat zu wohnen und trotzdem über den Feriendienst vermittelt worden zu sein.

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Eine Erinnerung aus meiner Familie: Mein Großvater vermietete bis zur Wende selbst solche FDGB-Zimmer. Deshalb kenne ich diese Form nicht nur aus alten Unterlagen. Wie Vermittlung, Bezahlung und Verpflegung bei ihm im Detail funktionierten, möchte ich noch gesondert als Familien- und Zeitzeugengeschichte dokumentieren.

Auch Essen und Unterkunft mussten nicht zwingend unter demselben Dach stattfinden. Aus verschiedenen Orten sind zentrale Speisesäle und Verpflegungsgutscheine bekannt. Urlauber konnten also privat untergebracht sein und ihre Mahlzeiten trotzdem über eine organisierte Versorgung erhalten.

Wie Ferienplätze vergeben wurden, was ein FDGB-Heim von einem Betriebsferienheim unterschied und welche Rolle private Gastgeber spielten, vertiefe ich auf der Seite FDGB-Urlaub auf Usedom.

Wenn im Sommer die Ferienlager voll wurden

Noch einmal eine ganz andere Urlaubswelt waren die Kinderferienlager. Vor allem im Norden Usedoms erreichten sie Größenordnungen, die beim Blick auf die heutigen Ostseebäder kaum noch vorstellbar sind.

In Karlshagen standen 1951/52 zunächst etwa 150 Kinderplätze zur Verfügung. 1963 waren es bereits 3.125. Für 1973 sind fast 5.000 Ferienkinder in den dortigen Betriebsferienlagern dokumentiert.

Im benachbarten Trassenheide gehörten ebenfalls zahlreiche Kinder- und Betriebsferienanlagen zum Ort. Das Zentrale Pionierlager „Raymonde Dien“ lag direkt hinter den Dünen im Wald. Für 1983 sind 1.000 Plätze dokumentiert.

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USEDOM-FACT: In den 1980er-Jahren kamen jährlich mehr als 70.000 Ferienkinder mit 60 bis 100 Sonderzügen über Wolgast auf die Insel.

Solche Lager gab es nicht nur in den großen Seebädern. Auch in Korswandt gehörten Ferienkinder zum Sommer. Dort ist unter anderem ein Betriebsferienlager des VEB Gummiwerke Thüringen Waltershausen belegt.

Ich erinnere mich noch: Als Dorfkind habe ich die Ferienlager in Korswandt selbst miterlebt. Wenn die Ferienkinder da waren, bekam man das im Ort mit. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Neptunfeste und Nachtwanderungen. Das ist meine persönliche Erinnerung aus Korswandt und keine Aussage darüber, dass jedes Ferienlager auf Usedom dasselbe Programm hatte.

Die Ferienlager waren mehr als Unterkünfte für Kinder. Sie beeinflussten im Sommer ganze Orte, benötigten Personal und Versorgung und brachten auf einen Schlag viele zusätzliche Menschen auf die Insel.

Wo die großen und kleinen Lager lagen, wie der Ferienalltag aussah und was nach 1990 aus ihnen wurde, erzähle ich ausführlicher unter DDR-Ferienlager auf Usedom.

Mit Koffer nach Usedom bedeutete in Wolgast: aussteigen

Wer heute mit der Bahn über Züssow auf die Insel fährt, bemerkt in Wolgast kaum noch, wie umständlich die Reise an dieser Stelle einmal war. Jahrzehntelang gab es dort keine durchgehende Schienenverbindung auf die Insel.

Viele Bahnreisende aus Berlin und anderen Teilen der DDR gelangten über Züssow bis Wolgast Hafen. Dort war zunächst Schluss. Die Urlauber mussten aussteigen und zu Fuß über die Wolgaster Brücke gehen. Zwischen Wolgast Hafen und dem Bahnhof Wolgaster Fähre lag nach der offiziellen Geschichte der Usedomer Bäderbahn ein Fußweg von rund einem Kilometer.

Das Gepäck machte die Sache nicht angenehmer. Wer sein Handgepäck nicht selbst über die Brücke tragen wollte, konnte es gegen Gebühr per Lastwagen zum Anschlusszug bringen lassen. Auf der Inselseite stiegen die Reisenden am Bahnhof Wolgaster Fähre wieder in die Inselbahn und fuhren weiter Richtung Zinnowitz, Heringsdorf oder Ahlbeck.

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DAMALS & HEUTE: Früher gehörte in Wolgast ein Fußweg von rund einem Kilometer zur Bahnanreise. Erst seit 2000 fährt die Bahn wieder direkt über die Peene auf die Insel.

Auch diesen Umstieg kenne ich noch aus eigener Erinnerung. Heute wirkt es fast merkwürdig, sich vorzustellen, mit Koffer und Taschen aus dem Zug zu steigen, über die Brücke zu laufen und auf der anderen Seite wieder einzusteigen.

Die Bahn war trotzdem ein enorm wichtiger Teil des Urlauberverkehrs. In der Hauptsaison der 1980er-Jahre reisten nach Angaben der Usedomer Bäderbahn rund 400.000 Urlauber mit der Bahn an und ab.

Seit 2000 führt die Strecke direkt über die Wolgaster Brücke. Mehr zur heutigen Verbindung über Züssow, Wolgast und die Insel findest Du bei der Usedomer Bäderbahn.

Was machte man eigentlich den ganzen Tag?

Bei FDGB, Ferienplätzen und Betriebsferienheimen kann leicht der Eindruck entstehen, Urlaub sei vor allem eine organisatorische Angelegenheit gewesen. Natürlich war er das nicht. Wer an die Ostsee fuhr, wollte baden, sich erholen und etwas erleben.

Historische Ferienprogramme aus Zinnowitz zeigen, wie abwechslungsreich das sein konnte. Für 1976 sind unter anderem Kurkonzerte, Ponyfahrten, Strandsportfeste und Ausflüge dokumentiert. Andere Programme nennen Disco, Tischtennis, Skat- und Romméturniere sowie Urlauberabende.

Dazu kamen Kino, Bibliothek, Strand und Spaziergänge. Manches davon klingt heute überraschend vertraut. Ein Konzert am Urlaubsort, Sport am Strand oder ein Ausflug über die Insel gehören schließlich noch immer zum Ferienprogramm.

Andere Details sind stärker mit ihrer Zeit verbunden. Strandfotografen gehörten über viele Jahre zum Bild der Ostseebäder. Auch Erinnerungsfotos mit einem Eisbärenkostüm sind vielen ehemaligen Ostseeurlaubern bis heute ein Begriff.

Gerade an solchen Kleinigkeiten wird deutlich: Die Organisation des Urlaubs hat sich stark verändert. Der Wunsch, nach dem Frühstück zum Strand zu gehen und einen schönen Tag zu haben, eher nicht.

Essen nach Plan

Wer heute eine Ferienwohnung bucht, entscheidet meist selbst, ob morgens Brötchen geholt, mittags am Strand gegessen oder abends ein Restaurant besucht wird. Bei vielen organisierten Ferienaufenthalten waren die Abläufe früher stärker vorgegeben.

In Zempin wurden beispielsweise rund 400 Gäste in festen Essensdurchgängen versorgt. Aus Ahlbeck sind Verpflegungsgutscheine bekannt. Auch Gäste in privaten Quartieren konnten dadurch in eine zentral organisierte Versorgung eingebunden sein.

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Was kostete das? Auf einer Zinnowitzer Speisekarte von 1973 kostete Rinderbraten mit Tomatensalat und Kartoffelklößen 3,95 Mark. Das ist ein konkreter historischer Preis aus Zinnowitz und kein allgemeiner Durchschnittspreis für die DDR.

Die Versorgung sollte man dabei weder romantisieren noch pauschal schlechtreden. Urlaub an der Ostsee war begehrt, gleichzeitig gehörten Versorgungsprobleme zur Realität. Die Karlshagener Ortsgeschichte nennt für die späte DDR-Zeit ausdrücklich eine schwierige Versorgungslage.

Für manche Gäste waren feste Essenszeiten praktisch, für andere bedeuteten sie weniger Freiheit. Auch hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied zum heutigen Urlaub: Vieles war stärker organisiert und an feste Abläufe gebunden.

Swinemünde lag nebenan und war trotzdem eine andere Welt

Kaum etwas zeigt den Wandel auf Usedom deutlicher als die deutsch-polnische Grenze. Heute kannst Du von Ahlbeck nach Swinemünde fahren oder laufen. Der Grenzübertritt gehört für viele Urlauber ganz selbstverständlich zu einem Inseltag.

In der DDR war das eine völlig andere Situation. Ahlbeck war eine offizielle Grenzübergangsstelle zur Volksrepublik Polen. Für 1982 ist der Übergang unter anderem für Fußgänger, einspurige Fahrzeuge und Linienbusverkehr ausgewiesen. Ein normaler individueller Pkw-Grenzverkehr, wie wir ihn heute kennen, war dort nicht vorgesehen.

Ich erinnere mich noch: Vor der Grenze in Ahlbeck gab es einen großen Parkplatz. Mit dem Auto ging es für uns dort nicht weiter. Dann kamen die deutsche und die polnische Kontrolle, der Ausweis wurde geprüft und anschließend ging es zu Fuß nach Swinemünde. Das ist meine persönliche Erinnerung an den damaligen Grenzübergang.

Damit konnte ein Ort wenige Kilometer entfernt sein und sich trotzdem weit weg anfühlen. Heute sind die Kaiserbäder und Swinemünde touristisch eng miteinander verbunden.

Ein entscheidender Schritt war der 21. Dezember 2007, als Polen dem Schengen-Raum beitrat und die regulären Personenkontrollen an dieser Grenze entfielen. 2008 folgte die 1,4 Kilometer lange Bahnverlängerung von Ahlbeck Grenze nach Świnoujście.

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DAMALS & HEUTE: Früher trennte bei Ahlbeck eine kontrollierte Staatsgrenze zwei Seiten derselben Insel. Heute bilden Ahlbeck und Swinemünde für Urlauber einen nahezu zusammenhängenden Ferienraum.

Den früheren Grenzübergang, die Kontrollen und den Wandel bis zum heutigen offenen Inselraum behandle ich ausführlicher auf der Seite Die Grenze zwischen Ahlbeck und Swinemünde früher.

Dann kam 1990 und fast alles änderte sich

Mit dem politischen und wirtschaftlichen Umbruch verschwand der Tourismus auf Usedom nicht. Aber viele Strukturen, auf denen er bis dahin aufgebaut hatte, verloren innerhalb kurzer Zeit ihre bisherige Funktion.

FDGB- und betriebliche Ferienangebote wurden aufgelöst oder neu organisiert. Betriebe verschwanden, Ferienobjekte wurden geschlossen, verkauft oder privatisiert. Eigentumsfragen mussten geklärt werden. Gleichzeitig verloren Menschen ihre Arbeitsplätze, die zuvor in Ferienheimen, Gastronomie, Versorgung oder anderen touristischen Einrichtungen beschäftigt gewesen waren.

Wie stark dieser Einschnitt sein konnte, zeigt Zinnowitz. 1989 wurden dort 83.429 Gäste gezählt. Für 1990 sind 48.566 Besucher dokumentiert. Ende 1990 wurde der Wismut-Feriendienst aufgelöst. Hotels sowie gastronomische, sportliche und kulturelle Einrichtungen schlossen zunächst, mehr als 500 Beschäftigte waren betroffen.

Danach begann der nächste Umbau. Häuser wurden saniert oder abgerissen, neue Hotels entstanden, Ferienwohnungen kamen hinzu und Promenaden wurden erneuert. Die Urlaubswelt, die heutige Gäste kennen, entwickelte sich nicht über Nacht. Sie entstand Schritt für Schritt aus einem tiefgreifenden Strukturwandel.

Aus Ferienheimen wurden Hotels, Wohnungen und manchmal ganz neue Anlagen

Besonders spannend finde ich die Orte, an denen die alte Urlaubswelt unter einer neuen Nutzung weiterlebt. Manchmal steht heute ein Hotel dort, wo früher Beschäftigte eines volkseigenen Betriebes ihre Ferien verbrachten. Anderswo wurden ganze Anlagen abgerissen und neu bebaut.

Ort Damals Heute
Zinnowitz Wismut-Ferienheim „Roter Oktober“ Hotel Baltic
Zempin Ferienobjekt des Walzwerks Burg Ostseepark Zempin
Zempin Ferienobjekt der Wälzlagerwerke Fraureuth Hotel Wikinger
Heringsdorf Betriebsferienheim des VEB Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau Rodewisch Hotel am Gothensee
Trassenheide Zentrales Pionierlager „Raymonde Dien“ Gelände später für eine Kurklinik genutzt

In Zempin lässt sich dieser Wandel besonders gut nachvollziehen. Mehrere frühere Betriebsferienobjekte bekamen nach 1990 neue Eigentümer und neue Nutzungen.

Solche Beispiele sind für mich interessanter als eine endlose Liste ehemaliger Ferienheime. Sie verbinden einen Ort, den man heute besuchen kann, mit seiner Geschichte.

Was vom Urlaub auf Usedom geblieben ist

Fast alles rund um die Organisation eines Urlaubs hat sich verändert. Heute entscheidest Du selbst, ob Du Hotel, Ferienwohnung, Ferienhaus oder Campingplatz möchtest. Statt Ferienplatzvergabe gibt es Buchungsportale und direkte Reservierungen. Statt des Fußwegs über die Wolgaster Brücke fährt die Bahn auf die Insel. Und Swinemünde ist vom deutschen Teil Usedoms aus für viele Urlauber ein ganz normaler Ausflug.

Die Auswahl an Unterkünften auf Usedom ist heute kaum mit der damaligen Struktur vergleichbar. Auch Restaurants, Freizeitangebote, Mobilität und die Ansprüche an Komfort haben sich verändert.

Erstaunlich wenig verändert hat sich dagegen der eigentliche Grund für die Reise. Menschen kommen wegen der Ostsee, des Strandes und der Wälder. Sie wollen baden, spazieren gehen, mit der Familie unterwegs sein oder einfach einmal Abstand vom Alltag bekommen.

Vielleicht ist genau das der interessanteste Vergleich zwischen damals und heute: Die Wege zum Urlaub könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Sehnsucht dahinter ist erstaunlich ähnlich geblieben.

Die Urlaubswelt änderte sich, die Sehnsucht nach Usedom blieb

Wer heute nach Usedom kommt, erlebt eine moderne Ferieninsel mit Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen, direkter Bahnverbindung und einem offenen deutsch-polnischen Inselraum. Trotzdem steckt die frühere Urlaubswelt noch an vielen Stellen unter der heutigen Oberfläche.

Ich möchte daraus kein vollständiges Archiv aller Ferienheime und Ferienlager machen. Spannender finde ich die Geschichten, bei denen ein belegter Fakt, eine Erinnerung oder ein altes Foto erklärt, warum ein bekannter Ort heute so aussieht, wie er aussieht.

Und manchmal genügt schon ein Detail, um zu merken, wie viel sich verändert hat: Früher stieg man mit dem Koffer in Wolgast aus und lief über die Brücke. Heute bleibt man einfach sitzen.

Ferien damals und heute
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