Naturschutzgebiete auf Usedom
Geschützte Wälder, Moore, Seen und Küstenlandschaften
Auf Usedom und in den angrenzenden Gewässern des Naturparks liegen 14 Naturschutzgebiete. Sie bewahren alte Buchenwälder, Moore, Strandseen, Steilküsten, Salzwiesen, Inseln und wichtige Brut- und Rastplätze.
Naturpark und Naturschutzgebiet
Der Naturpark Insel Usedom umfasst große Teile der deutschen Insel sowie angrenzende Bereiche von Peenestrom, Achterwasser und Stettiner Haff.
Innerhalb dieser großräumigen Natur- und Kulturlandschaft liegen 14 einzelne Naturschutzgebiete. Für sie gelten strengere Schutzbestimmungen. Nicht jeder Wald, See oder naturbelassene Küstenabschnitt ist deshalb automatisch ein Naturschutzgebiet.
Gut erreichbare Naturschutzgebiete
Einige Schutzgebiete lassen sich auf bestehenden Wander- und Radwegen erkunden. Besucher müssen trotzdem auf den Wegen bleiben, Absperrungen beachten und empfindliche Ufer-, Moor- und Waldflächen meiden.
Moränenkliff, Strandwälle, Trockenrasen und alte Weidelandschaften prägen die Südspitze der Halbinsel. Von erhöhten Bereichen öffnen sich weite Blicke über das Achterwasser.
- Etwa 75 Hektar
- Wander- und Radwege
- Aussichten über das Achterwasser
Der Strandsee ist von Moorflächen, Röhrichten und Verlandungszonen umgeben. Die Landschaft kann auf vorhandenen Wegen erkundet werden. Die geschützten Ufer dürfen nicht betreten werden.
- Etwa 56 Hektar
- Strandsee und Moorlandschaft
- Keine offizielle Badestelle
Das Kesselmoor entstand durch die Verlandung eines früheren Gewässers. Im Zentrum ist mit dem Mümmelkensee noch ein offener Moorkolk erhalten. Aufgrund der empfindlichen Vegetation dürfen die vorgesehenen Wege nicht verlassen werden.
- Etwa 6 Hektar
- Empfindliches Kesselmoor
- Besonders trittempfindliche Vegetation
See, Niedermoor, Feuchtwiesen, Gräben und Röhrichte bilden eine großflächige geschützte Landschaft. Das Gebiet ist besonders für Wasservögel und weitere an Feuchtgebiete gebundene Tierarten wichtig.
- Etwa 808 Hektar
- See- und Niedermoorlandschaft
- Beobachtung von Wegen und Aussichtspunkten
Strandwälle, Röhricht, Erlenwald und bewaldete Hänge prägen die Halbinsel am südlichen Achterwasser. Vorhandene Wege ermöglichen ruhige Spaziergänge durch die geschützte Landschaft.
- Etwa 102 Hektar
- Wald- und Uferlandschaft
- Ruhiges Wandergebiet
Der Golm ist die höchste natürliche Erhebung Usedoms. Geschützt werden vor allem alte Buchenwaldbestände und die steilen Hänge der eiszeitlichen Endmoräne.
- Etwa 23 Hektar
- Rund 71 Meter hohe Erhebung
- Wald- und Gedenklandschaft
Der eiszeitliche Wallberg verbindet geologische Besonderheiten mit Wald, einem kleinen Kesselmoor und Spuren einer früheren slawischen Höhenburg.
- Etwa 65 Hektar
- Eiszeitlicher Wallberg
- Wald, Moor und Bodendenkmal
Der Kesselsee liegt in einem eiszeitlichen Becken. Der Landkreis beschreibt ihn als ehemaligen Klarwassersee; heute sind die Wasserverhältnisse nährstoffreicher. Er besitzt weiterhin eine besonders schützenswerte Pflanzen- und Tierwelt.
- Etwa 46 Hektar
- Geschützter Kesselsee
- Am Südende liegt laut Landkreis eine Badestelle
- Nicht in der aktuellen Badewasserkarte des Landes als überwachte Badestelle geführt
Moore, Feuchtwälder und frühere Verlandungsflächen bilden einen zusammenhängenden Naturraum im deutsch-polnischen Grenzgebiet.
- Etwa 383 Hektar
- Moor- und Feuchtwaldlandschaft
- Nähe zum Wolgastsee
Die bewaldete Moränenkuppe erhebt sich über der Ostseeküste. Alte Buchenbestände, Kliffranddünen und die Steilküste machen den Streckelsberg zu einem bekannten Naturziel.
- Etwa 36 Hektar
- Bewaldete Steilküste
- Absperrungen an Abbruchkanten beachten
Besonders sensible Schutzgebiete
Vier Naturschutzgebiete liegen überwiegend auf Inseln, Halbinseln oder in Flachwasserbereichen. Sie sind wichtige Brut-, Rast- und Rückzugsräume und keine gewöhnlichen Ausflugsziele.
Etwa 7.812 Hektar
Etwa 212 Hektar
Etwa 117 Hektar
Etwa 137 Hektar
Sandbänke, Röhrichte, Salzwiesen und geschützte Inseln dürfen nicht als freie Ausflugs- oder Badeplätze genutzt werden. Beobachtungen sind nur aus ausreichender Entfernung und unter Beachtung der örtlichen Regelungen möglich.
Die 14 Naturschutzgebiete im Überblick
Naturschutz auf dem polnischen Teil Usedoms
Auch westlich und südwestlich von Swinemünde liegen ausgedehnte Wälder, Feuchtgebiete und geschützte Lebensräume. Nicht jede dieser Flächen besitzt jedoch den Status eines eigenständigen polnischen Naturreservats.
Der Woliński-Nationalpark befindet sich nicht auf Usedom, sondern auf der benachbarten Insel Wollin. Usedom und Wollin werden durch die Swine voneinander getrennt. Der Nationalpark darf deshalb nicht als Naturschutzgebiet auf Usedom aufgeführt werden.
Swinemünde entdecken
Verhalten in Naturschutzgebieten
Schutzgebiete sind keine Freizeitflächen ohne Einschränkungen. Wegegebote, Leinenpflichten, Betretungsverbote und saisonale Sperrungen schützen Tiere, Pflanzen und empfindliche Böden.
Naturparkzentrum Insel Usedom
Das Naturparkzentrum informiert über die Entstehung der Insellandschaft, Moore, Wälder, Küsten, Tiere und Pflanzen. Es ist außerdem eine Anlaufstelle für Informationen zu Naturführungen und Veranstaltungen.
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Fragen zu den Naturschutzgebieten auf Usedom
Zum Naturpark Insel Usedom gehören 14 offiziell ausgewiesene Naturschutzgebiete. Einige liegen vollständig auf der Insel, andere in angrenzenden Gewässern oder auf vorgelagerten Inseln.
Peenemünder Haken, Struck und Ruden ist insgesamt etwa 7.812 Hektar groß und reicht über die Grenzen des Naturparks Insel Usedom hinaus.
Gut erlebbar sind unter anderem die Südspitze Gnitz, der Streckelsberg, die Halbinsel Cosim, der Golm und das Mellenthiner Os. Auch rund um Wockninsee und Zerninseesenke verlaufen Wege.
Auf zugelassenen Wegen ist das häufig möglich. Hunde müssen kontrolliert und entsprechend der örtlichen Beschilderung angeleint werden. In einzelnen Bereichen können zusätzliche Verbote gelten.
Der Wockninsee ist keine ausgewiesene Badestelle. Am Südende des Kleinen Krebssees nennt der Landkreis dagegen eine Badestelle. Sie wird in der aktuellen Badewasserkarte des Landes nicht als überwachte Badestelle geführt. Vor Ort sind die Schutz- und Nutzungsregeln zu beachten.
Nein. Der Nationalpark liegt auf der Nachbarinsel Wollin und damit nicht auf Usedom.
Geschützte Inseln, Sandbänke und Brutbereiche dürfen nicht ohne ausdrückliche Freigabe betreten werden. Sperrungen und Befahrungsregelungen müssen beachtet werden.
Meine Empfehlung für Naturfreunde
Besonders gut lassen sich der Streckelsberg, die Südspitze Gnitz, der Golm und die Halbinsel Cosim mit einem Ausflug verbinden. Sie zeigen sehr unterschiedliche Landschaften und sind über vorhandene Wege erreichbar.
Empfindliche Moore, Inseln und Vogelbrutgebiete sollten dagegen bewusst aus der Entfernung erlebt werden. Gerade diese ungestörten Rückzugsräume machen den besonderen Naturwert Usedoms aus.