Stadt Usedom
Altstadt, Anklamer Tor, Hafen und Geschichte im Süden der Insel.
Stadt Usedom - historische Inselstadt am Usedomer See
Die Stadt Usedom zeigt eine ganz andere Seite der Insel als Ahlbeck, Heringsdorf oder Zinnowitz. Hier geht es nicht um Ostseestrand und Seebrücke, sondern um Stadtgeschichte, das Anklamer Tor, die Marienkirche, den Schlossberg und den kleinen Stadthafen am Usedomer See. Für einen Ausflug ins südliche Inselinnere lohnt es sich, die Stadt nicht einfach nur zu durchfahren.
Warum sich ein Besuch in der Stadt Usedom lohnt
Wenn von Usedom die Rede ist, denken die meisten zuerst an Ostseestrände und Seebäder. Die Stadt, die denselben Namen wie die Insel trägt, funktioniert völlig anders. Sie liegt im südlichen Inselbereich und besitzt einen kleinen historischen Stadtkern statt Promenade und Strandzentrum.
Gerade deshalb ist die Stadt ein sinnvoller Abstecher, wenn Du das Inselinnere erkundest. Marktplatz, Kirche, Stadttor, Hafen und Schlossberg liegen nah genug beieinander, um sie bei einem entspannten Rundgang miteinander zu verbinden.
Weitere Dörfer und Städte findest Du auf unserer Übersicht Orte auf Usedom.
Stadt Usedom ist nicht dasselbe wie die Insel Usedom
Das klingt selbstverständlich, sorgt bei der Urlaubsplanung aber immer wieder für Verwirrung. Die Insel Usedom umfasst zahlreiche Seebäder, Dörfer und Städte auf deutscher und polnischer Seite. Die Stadt Usedom ist dagegen ein einzelner Ort im südlichen Teil der Insel.
Wenn Du also nach Strandurlaub, Kaiserbädern oder den bekannten Ostseepromenaden suchst, bist Du hier thematisch an einer ganz anderen Stelle der Insel. Die Stadt eignet sich eher für einen historischen Ausflug, eine Radtour durchs Achterland oder als Station auf dem Weg Richtung Karnin und Stettiner Haff.
Einen größeren Überblick über Deinen Inselurlaub findest Du unter Urlaub auf Usedom.
Eine kleine Stadt mit ungewöhnlich viel Geschichte
Die Bedeutung der Stadt reicht weit zurück. Auf dem Gebiet des heutigen Schlossbergs befand sich bereits im Mittelalter eine Burg. Im Jahr 1128 traf hier Bischof Otto von Bamberg mit Vertretern des pommerschen Adels zusammen.
1298 erhielt Usedom lübisches Stadtrecht. Die Marienkirche am heutigen Markt wird erstmals 1337 erwähnt. Das Anklamer Tor entstand vermutlich um 1450 und ist heute das einzige erhaltene der ehemaligen Stadttore.
Für einen kleinen Ort ist das eine erstaunlich dichte Geschichte. Du musst Dich dafür nicht durch ein großes Museum bewegen. Viele Spuren liegen direkt im Stadtbild.
Das Anklamer Tor
Das Anklamer Tor gehört zu den Bauwerken, an denen Du die mittelalterliche Geschichte der Stadt noch direkt erkennen kannst. Es entstand vermutlich um 1450 und ist das einzige der früheren Stadttore, das erhalten geblieben ist.
Über die Jahrhunderte wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt. Unter anderem diente es zeitweise als Stadtgefängnis, Archiv und Lager. Heute befindet sich darin die Heimatstube mit Exponaten zur Geschichte der Stadt und der Region.
Wenn Du nur wenig Zeit hast, gehört das Tor für mich trotzdem auf die kurze Runde durch die Stadt. Es liegt nicht irgendwo außerhalb, sondern direkt sinnvoll im historischen Rundgang.
Marktplatz, Rathaus und Marienkirche
Der Marktplatz bildet den historischen Mittelpunkt der Stadt. Hier stehen die Marienkirche, das Rathaus und weitere Häuser, die den kleinen Stadtkern prägen.
Verglichen mit den großen Seebädern wirkt das Zentrum unspektakulär und überschaubar. Genau mit dieser Erwartung würde ich auch herkommen. Du findest keine große Einkaufsmeile, sondern eine kleine Stadt, die sich ihren historischen Grundcharakter bewahrt hat.
Schlossberg und Otto-von-Bamberg-Kreuz
Der Schlossberg gehört zu den geschichtlich wichtigsten Stellen der Stadt. Hier befand sich die frühere Burganlage, später wurde der Bereich auch mit der pommerschen Herzogsgeschichte verbunden.
Seit 1928 steht auf dem Schlossberg ein Gedenkkreuz. Es erinnert an die Ereignisse des Jahres 1128, als Otto von Bamberg in Usedom mit den pommerschen Großen zusammentraf.
Heute ist der Schlossberg eher ein ruhiger historischer Ort als eine spektakuläre Sehenswürdigkeit. Wenn Du Dich für Inselgeschichte interessierst, gehört er aber zum Rundgang dazu.
Der Stadthafen zeigt die maritime Seite der Stadt
Vom historischen Zentrum lohnt sich der Weg hinunter zum Usedomer See. Dort befindet sich der Stadthafen, offiziell als Usedomer-See-Zentrum bezeichnet.
Der Usedomer See ist über eine schmale Verbindung mit dem Stettiner Haff verbunden. Entsprechend gehört der Hafen stärker zur Haff- und Binnenwasserseite Usedoms als zur offenen Ostseeküste.
Die Stadt nennt aktuell 77 Gastliegeplätze. Für einen normalen Ausflug ist diese Zahl weniger wichtig als die Atmosphäre: Hafen, Boote und Wasser geben der Stadt noch einmal einen ganz anderen Charakter als der Bereich um Markt und Kirche. Wenn Du selbst aufs Wasser möchtest, findest Du passende Anbieter unter Boot, SUP und Kajak mieten auf Usedom.
Wenn Du die südlichen Gewässer und Orte weiter erkunden möchtest, findest Du weitere Ziele unter Natur und Erholung auf Usedom. Weitere praktische Waschmöglichkeiten findest Du unter Waschsalons auf Usedom.
So kannst Du die Stadt Usedom kennenlernen
Eine persönliche Lieblingsrunde habe ich hier nicht, weil ich selbst zu selten in der Stadt unterwegs bin. Es gibt aber einen offiziellen historischen Stadtrundgang, der die wichtigsten Punkte sinnvoll miteinander verbindet.
Der offizielle Rundgang besitzt insgesamt elf Stationen. Wenn Dich Geschichte interessiert, kannst Du ihn vollständig ablaufen. Für einen lockeren Besuch reichen auch die zentralen Punkte aus, um einen guten Eindruck von der Stadt zu bekommen.
Was Du vor dem Besuch wissen solltest
Stadt Usedom mit dem südlichen Inselbereich verbinden
Ich würde für einen längeren Ausflug nicht ausschließlich in der Stadt bleiben. Rundherum liegen mehrere kleine Orte und historische Ziele, die gut zur gleichen Tour passen.
Noch mehr kleine Orte, Schlösser und Landschaften findest Du unter Achterland auf Usedom.
Fragen zur Stadt Usedom
Ja, besonders wenn Du neben den Seebädern auch die historische Seite der Insel kennenlernen möchtest. Anklamer Tor, Marktplatz, Marienkirche, Schlossberg und Stadthafen lassen sich gut miteinander verbinden.
Für einen ersten Besuch würde ich Anklamer Tor, Marktplatz mit Marienkirche, den Stadthafen am Usedomer See und den Schlossberg einplanen.
Die Stadt liegt nicht an der offenen Ostseeküste. Für klassischen Ostseestrand musst Du in einen der Küstenorte fahren.
Nein. Die Stadt Usedom ist nur ein einzelner Ort auf der wesentlich größeren Insel Usedom.
Für Markt, Anklamer Tor, Hafen und Schlossberg würde ich einige Stunden einplanen. Wenn Du den vollständigen historischen Rundgang gehst oder die Umgebung einbeziehst, entsprechend länger.
Stadt Usedom und die Insel weiter entdecken
Stadt Usedom - einmal sollte man hier gewesen sein
Die Stadt Usedom konkurriert nicht mit den großen Seebädern und sollte auch nicht daran gemessen werden. Sie zeigt einen anderen Teil der Insel: alte Stadtgeschichte, einen kleinen historischen Kern, den Usedomer See und das ruhige südliche Inselinnere.
Ich selbst bin hier nicht besonders häufig unterwegs. Trotzdem gehört Stadt Usedom für mich zu den Orten, die man auf der Insel einmal gesehen haben sollte. Gerade in Verbindung mit Karnin, Mönchow oder einer Tour durchs Achterland ergibt sich ein Ausflug, der mit dem klassischen Usedom an der Ostsee wenig zu tun hat.