Welzin auf Usedom
Ein kleines Dorf zwischen Usedomer See und Stettiner Haff
Welzin auf Usedom - stilles Dorf zwischen See und Haff
Welzin auf Usedom ist ein kleiner Ortsteil der Stadt Usedom zwischen dem Usedomer See und dem Kleinen Haff. Das Dorf besitzt keine klassische touristische Infrastruktur, zeigt dafür aber eine ruhige und ländliche Seite der Insel. Ein kleiner Friedhof mit hölzernem Glockenstuhl, die ehemalige Dorfschule, historische Hofgebäude und eine einfache Badestelle machen Welzin zu einem passenden Zwischenstopp auf einer Fahrrad- oder Entdeckungstour durch den Süden Usedoms.
Was ist das Besondere an Welzin auf Usedom?
Welzin ist kein Ort, den Du wegen einer großen Sehenswürdigkeit besuchst. Sein Reiz liegt in der Verbindung aus alter Dorfstruktur, stiller Landschaft und der Nähe zu zwei unterschiedlichen Gewässern.
Zwischen kleinen Wohnhäusern, ehemaligen Bauernhöfen und historischen Gebäuden bekommst Du einen guten Eindruck davon, wie ländlich der Süden Usedoms bis heute geblieben ist. Hier gibt es keine Promenade, keine Einkaufsstraße und kein großes Freizeitprogramm.
Für einen Rundgang durch das Dorf reichen meist 30 bis 60 Minuten. Zusammen mit der Badestelle, einem Spaziergang oder einer Fahrradtour kannst Du Welzin in einen längeren Ausflug durch den Usedomer Winkel einbauen.
Welzin zwischen Usedomer See und Stettiner Haff
Welzin liegt südöstlich der Stadt Usedom auf einer schmaler werdenden Landfläche zwischen dem Usedomer See und dem Kleinen Haff. Weiter westlich führt die Landschaft in Richtung Ostklüne und zur Kehle, welche den Usedomer See mit dem Haff verbindet.
Der Ort liegt nicht unmittelbar an einer großen Durchgangsstraße. Schmale Landstraßen, Felder, Wiesen und Baumreihen bestimmen die Umgebung. Dadurch wirkt Welzin deutlich abgeschiedener als die bekannten Seebäder an der Ostseeküste.
Verwaltungstechnisch gehört Welzin als Ortsteil zur Stadt Usedom. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und weitere Dienstleistungen findest Du deshalb vor allem in der nahen Inselstadt.
Was kannst Du in Welzin sehen und erleben?
Von Wilizhin zum kleinen Inseldorf
Welzin wurde 1286 erstmals urkundlich als Wilizhin erwähnt. In der Urkunde traten der Ritter Wisco und der Knappe Johannes von Wilzhin als Zeugen auf. Der slawische Ortsname wird in der offiziellen Ortschronik als Erlenort gedeutet.
Im 13. und 14. Jahrhundert besaß das Kloster Grobe mehrere Hufen Land in Welzin. Andere Flächen befanden sich in adligem Besitz. Das Dorf war damit über längere Zeit zwischen kirchlichen und weltlichen Grundherren aufgeteilt.
Für das Jahr 1693 werden zwölf Bauernstellen und eine Kossätenstelle genannt. Vier der Bauernstellen waren damals nicht besetzt. Im Jahr 1779 lebten unter anderem acht Bauern, ein Kossät, ein Büdner und ein Schulmeister im Ort.
1862 hatte Welzin 163 Einwohner in 25 Haushalten. Zur dörflichen Struktur gehörten acht Bauernhöfe, kleinere Hofstellen und eine Schule. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sank die Einwohnerzahl deutlich.
Alte Schule, Gutshaus und Backsteinscheunen
Welzin ist bis heute landwirtschaftlich geprägt. Historische Wohnhäuser, Höfe und Wirtschaftsgebäude stehen zwischen neueren Gebäuden und erinnern an die frühere Organisation des Dorfes.
Zu den auffälligen Gebäuden gehört die ehemalige Dorfschule. Sie steht seit mehr als 100 Jahren im Ort und wird heute als private Ferienunterkunft genutzt. Eine öffentliche Besichtigung ist damit nicht verbunden.
Auch ein früheres Gutshaus und mehrere Backsteinbauten prägen das Ortsbild. Teile des historischen Gebäudeensembles werden heute privat oder touristisch genutzt. Betrachte die Anlagen deshalb nur von öffentlichen Wegen aus.
Wein aus Welzin - das Weingut im Dorf
Welzin ist heute auch ein Ort des Weinbaus auf Usedom. Das Weingut Welzin baut auf der Insel Wein an und verarbeitet die Trauben vor Ort.
Nach Angaben der offiziellen Usedom-Tourismusseite erfolgt der Anbau biologisch und die Trauben werden von Hand gelesen. Damit gehört das Weingut zu den aktuellen regionalen Produzenten auf der Insel.
Zum Betrieb gehört eine Hof-Vinothek, in der die Weine kennengelernt und verkostet werden können. Öffnungszeiten und konkrete Angebote können sich ändern und sollten vor einem gezielten Besuch aktuell geprüft werden.
Der kleine Glockenstuhl von Welzin
Am Ortsrand befindet sich der Friedhof von Welzin. In seiner südöstlichen Ecke steht ein kleiner hölzerner Glockenstuhl, der zu den ungewöhnlichsten Details des Dorfes gehört.
Im Glockenstuhl hängt eine Bronzeglocke mit dem Stifterwappen von H. F. von Oertzen. Der einfache Holzbau zeigt, dass auch kleine Orte ohne eigene Kirche einen Platz für Glockengeläut und Trauerfeiern benötigten.
Auf dem Friedhof stehen außerdem eine schlichte Trauerhalle und ein Gedenkstein für Wilhelm Mann, der im Ersten Weltkrieg fiel.
Der Friedhof ist ein Ort der Trauer und sollte entsprechend respektvoll besucht werden.
Gräber, Bepflanzungen und private Gedenkbereiche bleiben unberührt.
Der Glockenstuhl ist ein historischer und funktionaler Bestandteil des Friedhofs.
Die kleine Badestelle am Usedomer See
In der Nähe von Welzin befindet sich eine kleine Badestelle am Usedomer See. Sie liegt ungefähr 500 Meter von der ehemaligen Dorfschule entfernt.
Die Badestelle ist nicht mit einem bewachten Ostseestrand vergleichbar. Du solltest weder Rettungsschwimmer noch Strandkörbe, Gastronomie oder umfangreiche Sanitäranlagen erwarten.
Der Untergrund, die Wasserpflanzen und der Wasserstand können sich verändern. Prüfe deshalb die Bedingungen vor Ort und gehe nur dort ins Wasser, wo der Zugang erkennbar und erlaubt ist.
Kinder und unsichere Schwimmer müssen besonders aufmerksam begleitet werden.
Schilf, Schlamm und Wasserpflanzen gehören zu den natürlichen Bedingungen am See.
Schilfzonen und mögliche Brutbereiche sollten nicht betreten werden.
Angeln rund um Welzin
Die Gewässer rund um Welzin machen die Region für Angler interessant. Der Usedomer See ist mit dem Kleinen Haff verbunden und gehört zu einer weit verzweigten Brackwasserlandschaft.
Ein ruhiges Ufer bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dort frei geangelt werden darf. Du benötigst die erforderlichen Fischereidokumente und eine gültige Angelerlaubnis für das jeweilige Gewässer.
Private Ufergrundstücke, Schilfzonen und Naturschutzbereiche dürfen nicht ohne Erlaubnis betreten werden. Informiere Dich vor dem Angeln über zugängliche Stellen, Schonzeiten und aktuelle Vorschriften.
Mit dem Fahrrad durch Welzin und den Usedomer Winkel
Welzin lässt sich besonders gut mit dem Fahrrad entdecken. Von der Stadt Usedom führt eine Route über Stolpe und Welzin in Richtung Ostklüne. Die Landschaft ist offen, ruhig und deutlich weniger touristisch als die Ostseeküste.
Die Stadt Usedom beschreibt eine knapp 30 Kilometer lange Tour durch den Usedomer Winkel und rund um den Usedomer See. Dabei werden Stolpe, Welzin, Ostklüne und Westklüne miteinander verbunden.
Zwischen Ostklüne und Westklüne trennt die Kehle die beiden Ufer. Dort besteht aktuell eine kleine Ruderfähre. Nach Angaben der Stadt Usedom wird der Fährmann per Klingel gerufen. Wenn Deine Rundtour auf diese Überfahrt angewiesen ist, solltest Du die tatsächliche Betriebsbereitschaft am Reisetag trotzdem prüfen. Ohne mögliche Überfahrt musst Du über Welzin und die Stadt Usedom zurückfahren.
Die offene Landschaft kann bei Gegenwind deutlich anstrengender werden.
Direkt in Welzin gibt es keine verlässliche gastronomische Versorgung.
Plane die Runde nicht auf Grundlage alter Fährangaben.
Auf schmalen Straßen können Traktoren und größere Fahrzeuge entgegenkommen.
Die Inselkäserei in Welzin ist geschlossen
Viele ältere Reiseführer, Branchenverzeichnisse und Tourenbeschreibungen nennen die Inselkäserei als Ausflugsziel mit Hofladen, Schaukäserei und gastronomischem Angebot.
Diese Angaben sind nicht mehr aktuell. Die Inselkäserei in Welzin ist geschlossen. Es gibt derzeit keine bestätigte Wiedereröffnung und keine verlässlichen Öffnungszeiten.
Plane Deine Tour deshalb nicht mit einem Einkauf, einer Führung oder einer Einkehr in der Käserei. Welzin bleibt trotzdem ein schöner Zwischenstopp, lebt heute aber stärker von seiner Landschaft und Dorfgeschichte.
Welzin mit Stolpe und Karnin verbinden
Welzin lässt sich gut in eine Tour durch den südlichen Teil Usedoms einbauen. Besonders naheliegend ist die Verbindung mit Stolpe. Dort erwarten Dich Schloss, Dorfkirche und eine deutlich besser ausgebaute touristische Infrastruktur.
Eine weitere mögliche Station ist Karnin. Der kleine Hafenort ist durch die historische Eisenbahn-Hubbrücke, den Lotsenturm und die saisonale Personen- und Fahrradfähre bekannt.
Zwischen diesen Orten erlebst Du eine Seite der Insel, die von Feldern, kleinen Dörfern, Haffufern und ruhigen Straßen geprägt ist.
Was Du vor dem Besuch wissen solltest
Welzin besitzt keine Promenade, keine Touristinformation und kein großes Freizeitangebot.
Einkaufsmöglichkeiten und verlässliche Gastronomie findest Du vor allem in der Stadt Usedom oder in Stolpe.
Alte Schule, Gutshaus, Höfe und Ferienunterkünfte sind keine öffentlichen Museen.
Die einfache Stelle am See ersetzt keinen bewachten und ausgestatteten Badestrand.
Die frühere Inselkäserei ist geschlossen.
Für wen lohnt sich Welzin?
Warum Welzin trotz seiner Größe interessant bleibt
Welzin gehört zu den Orten, an denen Du keine Liste großer Sehenswürdigkeiten abarbeiten kannst. Genau das macht den Besuch angenehm, wenn Du die Insel einmal ohne Programm erleben möchtest.
Der Glockenstuhl, die ehemalige Schule und die alten Hofgebäude sind keine spektakulären Attraktionen. Zusammen erzählen sie aber viel über das Leben in einem kleinen Usedomer Dorf.
Besonders gut gefällt mir die Lage zwischen Usedomer See und Haff. Schon wenige Minuten außerhalb des Dorfes öffnet sich die Landschaft und wirkt deutlich weiter als an vielen dichter bebauten Stellen der Insel.
Welzin ist deshalb kein Geheimtipp im Sinne einer versteckten Sensation. Es ist ein ehrlicher, ruhiger Ort für Menschen, die genau diese unscheinbare Seite Usedoms suchen.
Häufige Fragen zu Welzin auf Usedom
Welzin liegt im Süden der Insel Usedom zwischen dem Usedomer See und dem Kleinen Haff. Der Ort gehört zur Stadt Usedom.
Die offizielle Ortschronik nennt das Jahr 1286 und die damalige Form Wilizhin.
Der slawische Ortsname wird in der Ortschronik als Erlenort gedeutet.
Ein aktueller amtlicher Einzelstand wird nicht veröffentlicht. Für 2010 nennt die Ortschronik 71 Bewohner.
Sehenswert sind der kleine Glockenstuhl auf dem Friedhof, die ehemalige Dorfschule und historische Hofgebäude.
Nein. Auf dem Friedhof steht ein freistehender hölzerner Glockenstuhl mit einer Bronzeglocke.
In der Nähe des Dorfes liegt eine kleine und einfach ausgestattete Badestelle am Usedomer See.
Eine reguläre Badeaufsicht wie an den großen Ostseestränden sollte nicht erwartet werden.
Nein. Die Inselkäserei ist geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist derzeit nicht bestätigt.
Nein. Das Gebäude wird als private Ferienunterkunft genutzt und ist kein öffentliches Museum.
Ja. Der Ort lässt sich gut mit Stolpe, Ostklüne und der Stadt Usedom verbinden.
Ja. In Welzin gibt es ein aktuelles Weingut mit Weinbau auf Usedom und einer Hof-Vinothek. Öffnungszeiten und konkrete Angebote solltest Du vor einem gezielten Besuch prüfen.
Für einen kurzen Dorfrundgang reichen 30 bis 60 Minuten. Mit Badestelle oder Fahrradtour kannst Du deutlich länger bleiben.