Mönchow auf Usedom
Spätgotische Kirche und Mausoleum
Mönchow auf Usedom - Dorfkirche, Mausoleum und stille Hafflandschaft
Mönchow auf Usedom ist ein winziger Ortsteil der Stadt Usedom im ruhigen Usedomer Winkel. Das Dorf liegt nahe dem Übergang vom Stettiner Haff zum Peenestrom und ist vor allem wegen seiner spätgotischen Kirche und des ungewöhnlich großen Mausoleums der Familie Dannenfeldt einen Abstecher wert. Mönchow ist kein klassischer Urlaubsort, sondern ein stilles Ziel für Radfahrer, Geschichtsfreunde und alle, die die Insel abseits von Strand und Promenade erleben möchten.
Was ist das Besondere an Mönchow auf Usedom?
Mönchow gehört zu den kleinsten und ältesten Orten der Insel. Auf wenigen Metern treffen hier Dorfgeschichte, Kirchengeschichte und eine erstaunlich repräsentative Grabarchitektur aufeinander.
Das auffälligste Ensemble besteht aus der spätgotischen Dorfkirche und dem gegenüberliegenden Friedhof mit dem Mausoleum der Familie Dannenfeldt. Gerade der Gegensatz macht den Ort spannend: Neben der schlichten Dorfkirche steht ein aufwendig gestaltetes Erbbegräbnis, das im ländlichen Usedomer Winkel fast unerwartet wirkt.
Für einen reinen Ortsbesuch reichen meist 45 bis 90 Minuten. Mönchow lässt sich besonders gut mit einer Radtour, einem Besuch in Karnin oder einem Abstecher in die Stadt Usedom verbinden.
Mönchow im Usedomer Winkel
Mönchow ist ein Ortsteil der Stadt Usedom und liegt im südwestlichen Teil der Insel. Diese Landschaft wird als Usedomer Winkel bezeichnet. Sie wird von Feldern, Wiesen, kleinen Dörfern und den nahen Gewässern Stettiner Haff, Peenestrom und Usedomer See geprägt.
Der Ort liegt nicht an der Ostseeküste und besitzt keinen Seebadcharakter. Statt Promenade, Strandkörben und Ferienanlagen erwarten Dich ein ruhiges Straßendorf, landwirtschaftlich geprägte Umgebung und historische Bauwerke.
Die Stadt Usedom liegt nur wenige Kilometer entfernt. Auch Karnin mit Hafen, Fähre und historischer Hubbrücke lässt sich gut in dieselbe Tour einbauen.
Was kannst Du in Mönchow sehen?
Eine der frühen Dorfgründungen auf Usedom
Mönchow wurde bereits 1168 als villa Minuchowe urkundlich erwähnt. In der Urkunde wird der Ort als Besitz des Klosters Grobe bestätigt. Der slawisch geprägte Name wird als den Mönchen gehörig gedeutet.
Die frühe Nennung macht Mönchow zu einer der ältesten urkundlich belegten Siedlungen auf Usedom. Der Ort entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Christianisierung und dem Klosterbesitz im südlichen Inselgebiet.
Nach der Säkularisierung kam Mönchow 1534 aus dem Klosterbesitz an das herzogliche Amt Pudagla. In späteren Jahrhunderten blieb das Dorf klein, übernahm aber zeitweise eine wichtige Funktion für die umliegenden Siedlungen.
Im Jahr 1862 lebten nach der Ortschronik 91 Menschen in Mönchow. Damals gab es unter anderem Kirche, Schule, Ziegelei, Mühle und verschiedene Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe. Mönchow war damit Kirch- und Schuldorf für den Usedomer Winkel.
Die spätgotische Kirche von Mönchow
Die Dorfkirche ist das wichtigste historische Gebäude des Ortes. Ihre ältesten Teile stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Beim Bau wurden Backsteine und Feldsteine verwendet.
Der heutige gerade Chorabschluss ersetzte eine ursprünglich rundere Form. Besonders bemerkenswert ist die historische Innenausstattung. Sie gehört zu den wenigen Kirchenausstattungen auf Usedom, die den Dreißigjährigen Krieg weitgehend unbeschadet überstanden haben.
Der frühere Holzturm wurde 1817 bei einem schweren Sturm zerstört. Das heutige Fachwerkoberteil entstand 1827 und 1828. Bei späteren Restaurierungen wurden historische Bemalungen an Gestühl, Kanzel, Altarschranke und Emporenbrüstung wiederentdeckt und zu großen Teilen freigelegt.
Das Mausoleum der Familie Dannenfeldt
Auf dem Friedhof von Mönchow steht ein Bauwerk, das in diesem kleinen Dorf besonders überraschend wirkt. Das Mausoleum der Familie Dannenfeldt wurde 1891 im Auftrag des Gneventhiner Bauern Carl Dannenfeldt errichtet.
Der neobarocke Backsteinbau ist deutlich repräsentativer als ein gewöhnliches ländliches Familiengrab. Sandsteinelemente, Portal, Schmuckformen und der überhöhte Mittelteil verleihen dem Gebäude eine fast kapellenartige Wirkung.
Nach der örtlichen Überlieferung kostete der Bau 25.000 Mark. Ausgeführt wurde er vom Swinemünder Maurermeister Pistorius. Heute steht das Mausoleum unter Denkmalschutz.
Das Innere ist nicht regulär zugänglich. Du kannst das Bauwerk von außen betrachten. Da es sich um einen Friedhof handelt, sind Ruhe, Abstand und ein respektvoller Umgang selbstverständlich.
Mönchow am Radfernweg Berlin-Usedom
Der Radfernweg Berlin-Usedom führt durch Mönchow. Auf diesem Inselabschnitt verbindet die Route unter anderem Karnin, Mönchow und die Stadt Usedom.
Für Radfahrer ist der Ort ein sinnvoller kurzer Zwischenstopp. Kirche und Mausoleum liegen nah beieinander, sodass Du für die Besichtigung keinen großen Umweg einplanen musst.
Die Straßen im Usedomer Winkel sind ruhiger als die Hauptverbindungen an der Küste. Trotzdem musst Du mit landwirtschaftlichem Verkehr, Autos und wechselnder Fahrbahnqualität rechnen.
Stelle Dein Fahrrad so ab, dass Zufahrten und Friedhofswege frei bleiben.
Plane einige Minuten für die Details am Backsteinbau ein.
Dort erwarten Dich Hafen, Fähre und die historische Eisenbahn-Hubbrücke.
Die offene Landschaft im Usedomer Winkel kann bei starkem Gegenwind anstrengend werden.
Mönchow mit Karnin und der Stadt Usedom verbinden
Als einzelnes Ausflugsziel ist Mönchow klein. Genau deshalb lohnt es sich, den Ort in eine größere Runde durch den Usedomer Winkel einzubauen.
Naheliegend ist die Kombination mit Karnin. Dort kannst Du die historische Hubbrücke, den Hafen, den Lotsenturm und während der Saison die Personen- und Fahrradfähre nach Kamp erleben.
In der Stadt Usedom findest Du anschließend deutlich mehr Infrastruktur sowie den Marktplatz, das Anklamer Tor, die Marienkirche und den Hafen am Usedomer See.
Was Du vor dem Besuch wissen solltest
Erwarte keine Promenade, keinen Badestrand und kein großes Freizeitangebot.
Die Innenbesichtigung ist nach aktueller Angabe auf Nachfrage beim Pfarramt möglich.
Das Mausoleum liegt an einem Ort der Trauer und sollte entsprechend ruhig besucht werden.
Für eine längere Radtour solltest Du Wasser und einen kleinen Proviant dabeihaben.
Für wen lohnt sich Mönchow?
Warum Mönchow mehr Aufmerksamkeit verdient
Mönchow ist einer dieser Orte, an denen viele vorbeifahren, obwohl direkt an der Straße zwei außergewöhnliche Bauwerke stehen. Die Kirche wirkt zunächst schlicht, zeigt aber bei genauerem Hinsehen viele Jahrhunderte Inselgeschichte.
Das Mausoleum setzt dazu einen starken Kontrast. Es ist groß, repräsentativ und für einen so kleinen Ort erstaunlich aufwendig gestaltet.
Gerade diese Nähe von schlichter Dorfkirche, altem Friedhof und neobarockem Erbbegräbnis macht Mönchow besonders. Hier brauchst Du keine große Führung und kein aufwendiges Besucherzentrum. Ein wenig Zeit und ein genauer Blick reichen aus.
Für mich ist Mönchow deshalb kein Ziel für große Erwartungen, sondern für eine stille Entdeckung am Wegesrand.
Häufige Fragen zu Mönchow auf Usedom
Mönchow liegt im südwestlichen Teil der Insel Usedom im Usedomer Winkel und gehört als Ortsteil zur Stadt Usedom.
Die offizielle Ortschronik nennt das Jahr 1168. Damals wurde das Dorf als villa Minuchowe erwähnt.
Minuchowe wird als den Mönchen gehörig gedeutet und verweist auf den früheren Besitz des Klosters Grobe.
Einen aktuellen amtlichen Einzelstand gibt es nicht. Die Ortschronik nennt für 2010 insgesamt 35 Bewohner.
Die ältesten Teile der spätgotischen Kirche stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Nach aktueller Angabe ist eine Öffnung auf Nachfrage beim Pfarramt Usedom möglich.
Das Mausoleum der Familie Dannenfeldt wurde 1891 errichtet.
Nein. Das Innere ist nicht regulär zugänglich. Das Bauwerk kann auf dem Friedhof von außen betrachtet werden.
Ja. Die Fernradroute verläuft auf dem Inselabschnitt durch Mönchow.
Für Kirche, Friedhof und Mausoleum reichen meist 45 bis 90 Minuten.
Nein. Mönchow ist ein ländlicher Ort im Usedomer Winkel und kein Badeort an der Ostseeküste.
Besonders gut passen Karnin mit Hubbrücke und Hafen sowie die nahe Stadt Usedom.