Rankwitz auf Usedom

Fischerdorf im Lieper Winkel zwischen Peenestrom, Natur und gelebter Tradition

Rankwitz ist ein kleines Fischerdorf im Achterland der Insel Usedom und ein typisches Angerdorf. Der Dorfplatz bildet bis heute das Zentrum, um das sich Häuser und ehemalige Scheunen gruppieren. Rankwitz liegt auf der Halbinsel Lieper Winkel, eingebettet zwischen Achterwasser und Peenestrom, mitten im Naturpark der Insel Usedom.

Die ruhige Lage und der weite Blick über den Peenestrom machen Rankwitz für mich zu einem besonderen Ort. Der Peenestrom ist ein Meeresarm der Ostsee und trennt die Insel Usedom vom Festland. Seine von Buchten geprägte Landschaft lädt zu Entdeckungstouren ein, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder vom Wasser aus. Eine dieser Buchten ist das Achterwasser, das für seine naturbelassene Umgebung mit lichten Wäldern, Wiesen und Weiden bekannt ist.

Rankwitz zieht vor allem Menschen an, die Ruhe, Natur und Ursprünglichkeit suchen. Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber finden hier eine Seite Usedoms, die sich deutlich von den belebten Seebädern unterscheidet.

Rankwitz im Lieper Winkel

Rankwitz liegt auf der Halbinsel Lieper Winkel im Usedomer Achterland, einer der ruhigsten und landschaftlich ursprünglichsten Regionen der Insel Usedom. Der Lieper Winkel ist geprägt von Wasser, Wiesen und kleinen Dörfern und hebt sich deutlich von den touristisch stärker erschlossenen Küstenbereichen ab.

Die Lage zwischen Peenestrom und Achterwasser bestimmt den Charakter des Ortes. Beide Gewässer sind keine klassischen Badeziele, dafür aber umso reizvoller für Naturbeobachtungen, Bootsfahrten und ruhige Erkundungen. Die Ufer sind von Buchten, Schilfbereichen und offenen Wasserflächen durchzogen, was der Landschaft eine besondere Weite verleiht.

Rankwitz selbst wirkt dabei bewusst unaufgeregt. Es gibt keinen Durchgangsverkehr und keinen Ortskern mit touristischer Verdichtung. Wer hierherkommt, tut das gezielt, meist wegen der Natur, der Ruhe oder wegen eines Abstechers zum Hafen. Genau diese Zurückhaltung macht den Reiz des Ortes aus und ist typisch für den Lieper Winkel insgesamt.

Geschichte und Entwicklung des Dorfes

Rankwitz gehört zu den älteren Siedlungen im Achterland der Insel Usedom. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1421. Frühere Angaben aus dem Jahr 1317 gelten heute als nicht gesichert, da sich die entsprechende Urkunde später als Fälschung herausstellte. Damals wurde der Ort unter dem Namen „Rankeuitze“ geführt, der sich im Laufe der Zeit zum heutigen Namen entwickelte.

Über viele Jahrhunderte blieb Rankwitz ein kleines, landwirtschaftlich und fischereilich geprägtes Dorf. Die Nähe zu Peenestrom und Achterwasser spielte dabei eine wichtige Rolle. Fischfang, einfache Landwirtschaft und später auch der Hafen bestimmten das Leben der Bewohner. Größere wirtschaftliche Entwicklungen oder ein starkes Bevölkerungswachstum blieben aus – ein Umstand, der den ursprünglichen Charakter des Ortes bis heute bewahrt hat.

Mit rund 550 Einwohnern ist Rankwitz auch heute überschaubar geblieben. Die Anbindung erfolgt vor allem über die Bundesstraße Bundesstraße 110, alternativ über kleinere Verbindungsstraßen aus Richtung Mellenthin. Die nächstgelegene größere Ortschaft ist Usedom, die etwa 15 Kilometer entfernt liegt.

Rankwitz hat sich im Laufe der Zeit behutsam verändert. Der Ort ist mit dem Tourismus gewachsen, ohne sich ihm vollständig unterzuordnen. Genau diese Balance zwischen Entwicklung und Bewahrung macht Rankwitz für viele Besucher bis heute attraktiv.

Der Hafen und die Fischräucherei

Der Hafen ist das Herz von Rankwitz. Hier spielt sich vor allem in den wärmeren Monaten ein großer Teil des Dorflebens ab. Segelboote und Yachten machen fest, Besucher verweilen am Wasser und genießen den Blick über den Peenestrom. Trotz des Besucheraufkommens bleibt die Atmosphäre entspannt und unaufgeregt, typisch für Rankwitz.

Untrennbar mit dem Hafen verbunden ist die Fischräucherei Rankwitz. Sie gilt für viele Inselbesucher als feste Anlaufstelle. Nicht wenige planen ihren Besuch in Rankwitz gezielt so, dass spätestens am Tag der Abreise noch einmal hier Halt gemacht wird, um ein Stück kulinarischen Urlaub mit nach Hause zu nehmen.

Die Fischräucherei ist auch Teil der gastronomischen Angebote der Insel und wird unter den Restaurants auf Usedom geführt.

Die Räucherei liegt direkt am Hafen und ist kaum zu übersehen. Der Duft von frisch geräuchertem Fisch gehört für viele genauso zu Rankwitz, wie die Boote am Steg. Für mich ist das einer der Orte auf Usedom, an dem sich zeigt, dass Genuss, Alltag und Tourismus, auch ohne große Inszenierung zusammenpassen können.

Der Heimathof Lieper Winkel

Ein weiterer Ort, der Rankwitz prägt, ist der Heimathof Lieper Winkel. Das kleine Museum gibt einen anschaulichen Einblick in das Leben und Arbeiten im Lieper Winkel, lange bevor Tourismus, Industrialisierung und moderner Verkehr Einzug hielten.

In historischen Gebäuden und mit originalen Exponaten aus Landwirtschaft und Fischerei wird hier gezeigt, wie der Alltag der Menschen über viele Generationen aussah. Der Heimathof ist kein großes Museum und will es auch nicht sein. Gerade diese Überschaubarkeit macht den Besuch angenehm und persönlich.

Wer sich für die Geschichte der Region interessiert, bekommt hier ein gutes Gefühl dafür, wie eng Natur, Arbeit und Dorfleben miteinander verbunden waren und in Teilen noch immer sind.

Der Jungfernberg und seine Sagen

Am Rand des Ortes erhebt sich der Jungfernberg, der mit rund 18 Metern Höhe eher ein Hügel als ein Berg ist. Da der Lieper Winkel insgesamt sehr flach ist, bietet sich von hier dennoch ein weiter Blick über den Peenestrom und die umliegenden Dörfer.

Um den Jungfernberg ranken sich mehrere Sagen. Einer Überlieferung zufolge sollen hier vier junge Frauen begraben sein, die lieber tanzten, als die Kirche zu besuchen. Zur Strafe, so heißt es, müssten sie nun unter dem Hügel ruhen. Solche Geschichten gehören zur regionalen Erzähltradition und werden bis heute weitergegeben.

Ob man an diese Sagen glaubt oder nicht – sie gehören zu Rankwitz genauso dazu, wie der Hafen oder die Fischräucherei und geben dem Ort eine zusätzliche kulturelle Tiefe.

Fazit

Rankwitz ist kein Ort, der sich in den Vordergrund drängt. Seine Stärke liegt in der Kombination aus Natur, Dorfstruktur und gelebtem Alltag. Der Hafen, die Fischräucherei, der Heimathof und die umgebende Landschaft erzählen gemeinsam von einem Usedom, abseits der großen Seebäder.

Wer den Lieper Winkel erkunden möchte, findet in Rankwitz einen ruhigen Ausgangspunkt – ehrlich, bodenständig und unverstellt.

Rankwitz
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