Seeadler auf Usedom
Seeadler auf Usedom beobachten
Seeadler gehören auf Usedom keineswegs zu den Ausnahmebeobachtungen. Die großen Greifvögel leben ganzjährig in der Region und lassen sich mit etwas Geduld regelmäßig über Achterwasser, Peenestrom, Haff, Poldern und größeren Feuchtgebieten beobachten. Brutplätze nennen wir bewusst nicht. Für eine gute Beobachtung ist das auch nicht nötig.
Wie häufig sind Seeadler auf Usedom?
Der Seeadler ist auf Usedom und in der angrenzenden Landschaft regelmäßig zu beobachten. Die NABU-Regionalgruppe Insel Usedom beschreibt sein Vorkommen sogar als flächendeckend und weist darauf hin, dass Begegnungen grundsätzlich auf der gesamten Insel möglich sind.
Besonders gute Chancen bestehen dort, wo große Wasserflächen, Feuchtgebiete und offene Landschaften zusammentreffen. Das passt zum Lebensraum des Seeadlers: Fische und Wasservögel gehören zu seiner wichtigsten Nahrung.
Geeignete Landschaften gibt es rund um Usedom reichlich. Dazu gehören Achterwasser, Peenestrom, Stettiner Haff, große Seen, Polderflächen und die Niederungen im Inselinneren.
Wo sind die Chancen auf einen Seeadler besonders gut?
Eine Garantie gibt es bei Wildvögeln nie. Auf Usedom lässt sich die Suche aber deutlich eingrenzen. Der NABU nennt vor allem Stellen, an denen Wasser auf Land trifft. Dazu gehören Brücken, Polder und Halbinseln.
Gute Beobachtung bedeutet dabei nicht, möglichst nahe an den Vogel heranzukommen. Ein erhöhter Standort und ein gutes Fernglas sind meist wesentlich hilfreicher.
Eine Übersicht geeigneter Beobachtungsplätze findest Du unter Vogelbeobachtungstürme auf Usedom und Umgebung.
Geeignete Landschaften rund um Usedom
Die folgenden Gebiete sind keine ausgewiesenen Seeadlerplätze und erst recht keine Hinweise auf Brutstandorte. Es handelt sich um großräumige Landschaften, in denen Seeadler regelmäßig auftreten können.
Achterwasser und angrenzende Niederungen
Das Achterwasser gehört zu den wichtigsten großen Binnengewässern Usedoms. Uferzonen, Schilfgürtel, Buchten, Feuchtwiesen und offene Wasserflächen bieten zahlreichen Wasservögeln Lebensraum.
Genau diese Kombination macht die Landschaft auch für Seeadler interessant. Während der Mittwinterzählung 2024 wurden am südlichen Achterwasser zeitweise größere Konzentrationen von Seeadlern beobachtet. Solche Ansammlungen hängen allerdings stark von Wetter, Eisverhältnissen und Nahrungsangebot ab und lassen sich nicht auf andere Jahre übertragen.
Für Besucher gilt deshalb: großräumig beobachten und nicht versuchen, frühere Einzelbeobachtungen punktgenau nachzustellen.
Mehr zum Gebiet: Achterwasser auf Usedom.
Peenestrom und Polderlandschaft
Der Peenestrom verbindet den Greifswalder Bodden mit dem Stettiner Haff. Zusammen mit seinen Buchten, Inseln, Uferwäldern und den angrenzenden Polderflächen gehört er zu den abwechslungsreichsten Vogellebensräumen der Region.
Für die Seeadlerbeobachtung sind vor allem offene Sichtachsen auf Wasser- und Feuchtflächen interessant. Einer der gut zugänglichen Punkte ist der Beobachtungsturm im Polder Immenstädt südlich der Zecheriner Brücke.
Dieser Standort wird auch vom NABU Usedom als Beobachtungsmöglichkeit empfohlen. Von dort lässt sich die Polderlandschaft überblicken, ohne die vernässten Flächen betreten zu müssen.
Weitere Informationen: Peenestrom auf Usedom und Aussichtstürme zur Vogelbeobachtung.
Peenemünder Haken und nördlicher Peenestrom
Im Norden Usedoms treffen Peenestrom, Greifswalder Bodden und flache Küstengewässer aufeinander. Das großräumige Schutzgebiet Peenemünder Haken, Struck und Ruden besitzt deshalb große Bedeutung für Wasser- und Rastvögel.
Seeadler können auch hier auftreten. Große Teile des Schutzgebietes sind jedoch nicht frei zugänglich. Für Beobachtungen müssen deshalb ausschließlich öffentliche und freigegebene Bereiche genutzt werden.
Die Besonderheiten des Gebietes behandeln wir ausführlich unter Peenemünder Haken: Vogelbeobachtung und Natur.
Halbinsel Gnitz
Die Halbinsel Gnitz ragt weit in das Achterwasser hinein. Steilküste, Ufer, offene Wasserflächen, Grünland und Gehölze liegen hier eng nebeneinander.
Dass Seeadler in diesem Landschaftsraum regelmäßig auftreten, zeigen auch aktuelle Beobachtungen der NABU-Regionalgruppe. Bei einer Exkursion im Mai 2026 wurde auf dem Gnitz ein Seeadler beobachtet.
Entscheidend bleibt auch hier der Abstand. Beobachtet wird von den vorhandenen öffentlichen Wegen und Aussichtspunkten.
Stettiner Haff und Usedomer Winkel
Das Stettiner Haff bildet südlich der Insel eine riesige Wasserfläche. Buchten, Röhrichte, Uferwälder, Inseln und angrenzende Feuchtgebiete bieten ein großes Nahrungsangebot für verschiedene Wasservogelarten.
Auch hier können Seeadler ganzjährig beobachtet werden. Sinnvoll sind frei zugängliche Uferbereiche mit weiter Sicht über das Wasser. Ein Spektiv kann bei großen Entfernungen hilfreich sein.
Mehr zum Gewässer: Stettiner Haff auf Usedom.
Wann kann man Seeadler auf Usedom beobachten?
Grundsätzlich das ganze Jahr. Seeadler gehören in Deutschland überwiegend zu den Standvögeln und auch die heimischen Reviervögel bleiben in der Region.
Trotzdem verändert sich das Beobachtungsbild im Jahresverlauf. Im Winter kommen zusätzlich junge und nicht ortsgebundene Adler aus einem größeren Einzugsgebiet hinzu. Ringablesungen auf Usedom belegen unter anderem Vögel aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Polen und Skandinavien.
Wer ohnehin wegen des Zuggeschehens unterwegs ist, findet weitere Informationen unter Vogelzug auf Usedom und Wintervögel auf Usedom.
Woran erkennt man einen Seeadler?
Der Seeadler ist der größte Greifvogel Deutschlands. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz erreichen Männchen etwa 210 Zentimeter, Weibchen etwa 230 Zentimeter Flügelspannweite.
Im Flug wirken die Flügel sehr breit und fast brettartig. Der Schwanz ist im Verhältnis zum großen Körper auffallend kurz.
Was fressen Seeadler?
Seeadler ernähren sich vielseitig. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz dominieren je nach Region und Jahreszeit Fische und Vögel. Säugetiere spielen eine geringere Rolle.
Zusätzlich nutzen Seeadler Aas. Gerade im Winter kann deshalb die Verteilung von Wasservögeln, Gänsen, offenen Wasserstellen und verendeten Tieren deutlichen Einfluss darauf haben, wo sich Adler konzentrieren.
Das zeigte sich auch während der strengen Winterbedingungen Anfang 2026. Zugefrorene Gewässer veränderten die Verteilung von Fischen und Wasservögeln und damit auch die Bedingungen für die Seeadler.
80 Seeadler bei der Mittwinterzählung 2026
Am 17. und 18. Januar 2026 beteiligten sich Mitglieder und Freunde der NABU-Regionalgruppe Usedom, Ranger des Naturparks und weitere Ornithologen an der internationalen Mittwinterzählung der Wasservögel.
Erfasst wurden 16 festgelegte Zählgebiete auf Usedom sowie am angrenzenden Festland, Peenestrom und im Peenetal.
Die Schwankungen lassen sich deshalb nicht einfach als Zu- oder Abnahme des Seeadlerbestandes interpretieren. Wetter, Eis, Nahrungsverfügbarkeit und räumliche Verlagerungen spielen eine wichtige Rolle.
Wintervogelzählung und Mittwinterzählung sind nicht dasselbe
Neben der großräumigen Mittwinterzählung führt die NABU-Regionalgruppe weitere Monitoringprogramme durch. Bei der Wintervogelzählung 2026 wurden beispielsweise auf zehn festgelegten Zählstrecken insgesamt neun Seeadler registriert.
Diese neun Vögel stehen nicht im Widerspruch zu den 80 Seeadlern der Mittwinterzählung. Die Zählungen unterscheiden sich in Methodik, Gebietskulisse und Zielsetzung und dürfen deshalb nicht direkt miteinander verglichen werden.
Warum wir keine Seeadlerhorste nennen
Seeadler sind störungsempfindliche Brutvögel. Besonders im Umfeld eines besetzten Horstes können wiederholte Störungen den Brutverlauf beeinträchtigen.
Deshalb veröffentlichen wir weder Koordinaten noch genaue Wegbeschreibungen zu Brutplätzen. Das entspricht auch der Linie der NABU-Regionalgruppe Usedom, die ausdrücklich keine detaillierten Angaben zu besonderen Vorkommen geschützter Vögel und ihren Lebensräumen veröffentlicht.
Fernglas und Spektiv ersetzen die Annäherung.
Schutzgebiete, Röhrichte, Uferwälder und gesperrte Flächen nicht betreten.
Ein Adler, der in Richtung Wald verschwindet, ist kein Anlass, ihm zu folgen.
Wird ein Vogel wegen Deiner Anwesenheit unruhig oder fliegt auf, bist Du zu nah.
Das gilt besonders für Brutplätze und regelmäßig genutzte Ruhebereiche.
Allgemeine Hinweise zu Schutzgebieten findest Du unter Naturschutzgebiete auf Usedom und Naturpark Insel Usedom.
Was Du zur Seeadlerbeobachtung brauchst
Vogelbeobachtung auf Usedom
Fachliche Grundlagen
Häufige Fragen zu Seeadlern auf Usedom
Ja. Seeadler leben ganzjährig auf Usedom und in der Umgebung. Die NABU-Regionalgruppe beschreibt die Art in der Region als flächendeckend zu beobachten.
Besonders gute Chancen bestehen in der Nähe größerer Gewässer, Polder und Feuchtgebiete. Achterwasser, Peenestrom und Stettiner Haff gehören zu den geeigneten großräumigen Landschaften.
Beobachtungen sind das ganze Jahr möglich. Herbst und Winter können besonders interessant sein, weil große Wasservogelbestände und zusätzliche nicht ortsgebundene Adler in der Region auftreten.
Auffällig sind seine enorme Größe, die sehr breiten Flügel und der kurze Schwanz. Erwachsene Seeadler besitzen einen weißen Schwanz und einen kräftigen gelben Schnabel.
Eine einzelne belastbare Gesamtzahl für die Insel lässt sich aus den jährlichen Vogelzählungen nicht ableiten. Bei der Mittwinterzählung 2026 wurden in 16 Zählgebieten auf Usedom und dem angrenzenden Festland insgesamt 80 Seeadler erfasst.
Nein. Die Zahl bezeichnet einzelne während der Mittwinterzählung registrierte Vögel. Sie sagt nichts über die Zahl der Brutpaare aus.
Genaue Brutplätze veröffentlichen wir nicht. Für eine Beobachtung ist dieses Wissen auch nicht erforderlich. Von öffentlichen Wegen und Aussichtspunkten lassen sich Seeadler mit Geduld gut beobachten.
Für einen Seeadler braucht es auf Usedom keinen Geheimtipp
Wer größere Wasserflächen und Feuchtgebiete mit etwas Geduld beobachtet, hat auf Usedom gute Chancen auf einen Seeadler. Achterwasser, Peenestrom, Polder und Haff bieten dafür genügend Möglichkeiten, ohne einem Brutplatz nahekommen zu müssen.
Genau das ist die sinnvollste Form der Beobachtung: Abstand halten, einen guten Aussichtspunkt wählen und den Adler selbst entscheiden lassen, wie nah er kommt.