Vogelbeobachtungstürme auf Usedom und Umgebung
Aussichtstürme und Beobachtungspunkte rund um Usedom
Für Vogelbeobachtung auf Usedom lohnt sich der Blick über die eigentliche Insel hinaus. Einige der besten Aussichtstürme stehen in den wiedervernässten Poldern des Peenetals auf dem Festland. Auf Usedom selbst gibt es mehrere Landschaftstürme mit Blick auf Seen und Feuchtgebiete. Auf polnischer Seite kommen Aussichtspunkte im Świna-Delta und im Woliński-Nationalpark hinzu.
Wo stehen Vogelbeobachtungstürme rund um Usedom?
Die größten zusammenhängenden Beobachtungsgebiete liegen südwestlich von Usedom im unteren Peenetal. Dort wurden ehemalige Polder wiedervernässt. Aussichtstürme und Plattformen ermöglichen den Blick über große Wasser-, Moor- und Feuchtwiesenflächen, ohne diese betreten zu müssen.
Auf der Insel Usedom selbst gibt es ebenfalls mehrere Aussichtstürme. Sie wurden allerdings überwiegend als Landschaftsaussichtspunkte gebaut und sind keine klassischen Vogelbeobachtungstürme. Für die Beobachtung von Gothensee, Kachliner See, Thurbruch und Achterwasser können sie trotzdem interessant sein.
Auf polnischer Seite liegen mehrere erhöhte Aussichtspunkte im Vogelbeobachtungsgebiet Wolin und rund um das Świna-Delta. Nicht jeder dieser Punkte ist speziell für Vogelbeobachtung angelegt.
Die wichtigsten Aussichtspunkte im Vergleich
Vogelbeobachtungstürme im unteren Peenetal
Südwestlich von Usedom liegen mehrere wiedervernässte Polder. Nach Aufgabe der früheren Entwässerung entstanden hier große Flachwasser- und Feuchtgebiete. Genau deshalb konzentrieren sich in diesem Bereich mehrere der wichtigsten Beobachtungseinrichtungen der Region.
Der Naturpark Flusslandschaft Peenetal dokumentiert unter anderem Türme in Immenstädt, Rosenhagen, Anklam-Görke, am Johannisberg bei Pinnow sowie zwei Türme und eine Plattform im Menzliner Polder.
Beobachtungsturm südlich der Zecheriner Brücke
Wer von Anklam oder Ducherow Richtung Usedom fährt, erreicht kurz vor der Zecheriner Brücke eine besonders interessante Polderlandschaft. Der Aussichtsturm Immenstädt liegt auf der Festlandseite am Radweg südlich der Brücke.
Der Naturpark Flusslandschaft Peenetal beschreibt ihn als Aussichtsturm mit Blick über die Renaturierungsgebiete Immenstädt und Pinnow. Auch die NABU-Regionalgruppe Usedom empfiehlt diesen Turm ausdrücklich für Vogelbeobachtungen.
Je nach Jahreszeit lassen sich in den Poldern Wasservögel, Watvögel, Reiher, Gänse, Schwäne und Greifvögel beobachten. Welche Arten tatsächlich anwesend sind, verändert sich mit Wasserstand und Jahreszeit.
Mehr über den angrenzenden Naturraum findest Du unter Peenestrom auf Usedom.
Zwei Aussichtstürme und eine Plattform bei Menzlin
Der Menzliner Polder gehört zu den am besten erschlossenen Beobachtungsgebieten im Peenetal. Der offizielle Naturparkplan nennt dort zwei Aussichtstürme und eine Aussichtsplattform.
Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern führt den Naturbeobachtungsturm Menzlin weiterhin als aktuellen Aussichtspunkt. Er liegt in der Nähe der Kanustation und ist nach wenigen Gehminuten erreichbar.
Von den Beobachtungseinrichtungen öffnet sich der Blick über die Wasserflächen des renaturierten Polders. Enten, Gänse, Schwäne, Reiher und Greifvögel gehören zu den typischen Artengruppen solcher Polderlandschaften.
Barrierefreier Aussichtsturm am Polder Anklam-Görke
Für den Polder Anklam-Görke dokumentiert der Naturpark Flusslandschaft Peenetal einen barrierefreien Aussichtsturm. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Naturbeobachtungspunkten der Region eine Besonderheit.
Der Standort bietet einen Blick über renaturierte Polderflächen im unteren Peenetal. Die großflächige Wasser- und Moorlandschaft ist besonders während des Vogelzuges und im Winterhalbjahr interessant.
Der Turm wird auf der geplanten Detailseite Anklamer Stadtbruch und Vogelbeobachtung gemeinsam mit den weiteren Beobachtungsorten in diesem Gebiet eingeordnet.
Aussichtsturm bei Rosenhagen
Der Aussichtsturm bei Rosenhagen ermöglicht einen weiten Blick über die vernässten Flächen am Anklamer Stadtbruch. Der Standort ist sowohl im Naturparkplan als auch in aktuellen Beschreibungen des Gebietes dokumentiert.
Von hier lassen sich insbesondere Wasser- und Rastvögel beobachten. Auch Kraniche und Seeadler können im großräumigen Gebiet auftreten. Eine Sichtung ist selbstverständlich nicht garantiert.
Der Turm liegt in einer Landschaft, in der Naturbeobachtung ohne Betreten der empfindlichen Flächen möglich ist. Genau dafür sind solche Aussichtspunkte besonders wertvoll.
Mehr zum Gebiet entsteht unter Anklamer Stadtbruch - Vogelbeobachtung.
Aussichtsturm Johannisberg
Der Aussichtsturm auf dem Johannisberg bei Pinnow gehört ebenfalls zu den im Naturparkplan dokumentierten Beobachtungseinrichtungen. Von dort reicht der Blick über die Renaturierungsgebiete Pinnow und Klotzow.
Anders als direkt am Wasserrand ermöglicht die erhöhte Lage einen großräumigen Überblick über die Polderlandschaft. Für weit entfernte Vögel ist ein Spektiv deshalb sinnvoll.
Neuer Aussichtspunkt am Peenestrom ist noch ein Projekt
In Klotzow soll ein weiterer Aussichtspunkt am Peenestrom entstehen. Geplant sind die Verlängerung des bestehenden Weges, ein Plateau, ein kleiner Aussichtsturm, Sitzmöglichkeiten und Informationstafeln.
Wichtig ist der aktuelle Status: In den kommunalen Unterlagen wird das Vorhaben für 2026 und 2027 geführt. Im Sommer 2026 wurde noch über den Förderantrag beraten.
Stand unserer Prüfung vom 20.10.2026 liegt keine belastbare Bestätigung vor, dass der geplante Aussichtspunkt bereits fertiggestellt und für Besucher freigegeben wurde.
Aussichtstürme auf Usedom
Die Aussichtstürme auf der Insel sind überwiegend Landschaftstürme. Für Vogelbeobachter können sie trotzdem interessant sein, wenn von dort Seen, Niederungen oder größere Wasserflächen einsehbar sind.
Die beiden interessantesten Beispiele für den Vogelbeobachtungs-Cluster sind Kückelsberg und Sieben-Seen-Blick.
Aussichtsturm auf dem Kückelsberg
Der Kückelsberg liegt südlich von Benz am Rand des Thurbruchs. Vom Aussichtsturm reicht der Blick über große Teile von Südost-Usedom.
Sichtbar sind unter anderem das Thurbruch, der Gothensee und der Kachliner See. Damit bietet der Turm einen guten landschaftlichen Überblick über einen der wichtigsten Feuchtgebiets- und Rastvogelräume der Insel.
Kraniche und das Rastgeschehen im Thurbruch behandeln wir ausführlicher unter Kraniche auf Usedom.
Sieben-Seen-Blick bei Bansin
Der Aussichtsturm Sieben-Seen-Blick steht zwischen Bansin Dorf und Neu Sallenthin. Vom Turm sind der Kleine und Große Krebssee, Gothensee, Kachliner See, Schloonsee, Schmollensee und das Achterwasser zu sehen.
Der Aussichtspunkt eignet sich deshalb vor allem, um die Lage der verschiedenen Seen und Feuchtgebiete im Inselinneren zu verstehen. Für gezielte Vogelbeobachtung ist die Distanz zu den Gewässern teilweise groß.
Informationen zu den Wasserlandschaften findest Du zusätzlich unter Gewässer auf Usedom und Achterwasser auf Usedom.
Wockninsee: Naturlehrpfad statt klassischem Aussichtsturm
Rund um den Wockninsee führt ein Naturlehrpfad durch die geschützte Seen-, Moor- und Waldlandschaft. Eine Aussichtskanzel ist in touristischen Unterlagen zum Naturlehrpfad dokumentiert.
Den aktuellen baulichen Zustand dieser Kanzel konnte ich bei der Prüfung im Oktober 2026 jedoch nicht mit einer ausreichend aktuellen offiziellen Quelle bestätigen. Deshalb führe ich den Wockninsee hier nicht als gleichwertig bestätigten Vogelbeobachtungsturm.
Aussichtspunkte im Świna-Delta und auf Wolin
Im Woliński-Nationalpark gibt es mehrere offizielle Aussichtspunkte. Für den Vogelbeobachtungs-Cluster sind vor allem Zielonka und Kawcza Góra interessant. Piaskowa Góra ergänzt die Übersicht über den südlichen Teil des Nationalparks.
Hinzu kommen Beobachtungsangebote rund um Karsibór und das Świna-Delta. Hier muss allerdings besonders genau zwischen vorhandener Infrastruktur, geschlossenen Anlagen und noch nicht bestätigten Neubauten unterschieden werden.
Zielonka: weiter Blick über das Świna-Delta
Zielonka liegt bei Lubin im südlichen Teil des Woliński-Nationalparks. Der Nationalpark führt den Aussichtspunkt offiziell in seiner Übersicht der Aussichtspunkte.
Von der erhöhten Lage öffnet sich der Blick über das Świna-Delta, Wicko Wielkie und das Stettiner Haff. Gerade für die großräumige Beobachtung von Wasserflächen, Inseln und Feuchtgebieten ist Zielonka deshalb besonders interessant.
Mehr zu den Beobachtungsgebieten auf der Nachbarinsel findest Du unter Vogelbeobachtung auf Wolin.
Piaskowa Góra
Piaskowa Góra liegt in der Nähe des Türkissees bei Wapnica und gehört zu den offiziellen Aussichtspunkten des Woliński-Nationalparks.
Der Blick reicht unter anderem Richtung Wicko. Für reine Vogelbeobachtung ist Zielonka in der Regel interessanter, Piaskowa Góra eignet sich aber gut als Ergänzung auf einer Tour durch den südlichen Nationalpark.
Kawcza Góra für den Blick über die Pommersche Bucht
Kawcza Góra liegt nordöstlich von Międzyzdroje an der Steilküste. Der offizielle Aussichtspunkt bietet einen weiten Blick über die Pommersche Bucht und die Küstenlinie.
Für Vogelbeobachter ist diese offene Lage vor allem während des Vogelzuges sowie im Herbst und Winter interessant. Meeresenten und andere Seevögel halten sich allerdings häufig weit vor der Küste auf.
Mehr zu Zugzeiten und Artengruppen findest Du unter Vogelzug auf Usedom und Wintervögel auf Usedom.
Westmole und Stawa Młyny: kein Turm, aber guter Seawatching-Punkt
Die Westmole in Świnoujście mit der bekannten Mühlenbake Stawa Młyny ist kein Vogelbeobachtungsturm. Für Beobachtungen auf der offenen Ostsee ist der Punkt trotzdem interessant.
In ornithologischen Beobachtungsportalen wird die Westmole unter anderem für Meeresenten, Säger, Möwen und durchziehende Watvögel genannt. Besonders Herbst, Winter und Frühjahrszug können interessant sein.
Informationen zur Stadt und zur Westmole findest Du unter Świnoujście / Swinemünde.
Beobachtungsturm im OTOP-Reservat derzeit nicht empfehlen
Auf Karsiborska Kępa gibt es einen bekannten Beobachtungsturm. Ältere Reiseführer und Internetseiten nennen ihn weiterhin als Aussichtspunkt.
Für den aktuellen Stand ist das problematisch: Der OTOP-Reservatsführer vom August 2026 kennzeichnet den Turm als „nieczynna wieża widokowa“, also als außer Betrieb.
Eine neuere offizielle Mitteilung von OTOP, die eine Wiedereröffnung bestätigt, konnte bei unserer aktuellen Prüfung nicht gefunden werden.
Das Reservat selbst bleibt ein bedeutendes Vogelgebiet. Einzelheiten zu Wegen, Schutzregeln und aktuellem Status behandeln wir unter Karsiborska Kępa - Vogelreservat.
Neue Beobachtungspunkte auf Karsibór und in Łunowo
Die Stadt Świnoujście hat 2026 zwei neue öffentlich zugängliche Naturbeobachtungspunkte angekündigt. Beide sollen mit einem fest installierten Landschaftsfernrohr mit 25-facher Vergrößerung und einer Informationstafel ausgestattet werden.
Die offiziellen Projektseiten nennen den vorgesehenen Realisierungszeitraum, bestätigen aber noch nicht ausdrücklich, dass die beiden Punkte fertiggestellt und für Besucher nutzbar sind. Deshalb werden sie hier vorerst nicht als geöffnete Beobachtungspunkte empfohlen.
Neue Plattformen in Karnocice und Łunowo
Zusätzlich zu den beiden städtischen Fernrohr-Projekten läuft im Woliński-Nationalpark das internationale Projekt SB MANTA. Dabei sind multifunktionale Bildungs- und Naturbeobachtungsplattformen vorgesehen.
In den Projektunterlagen werden Karnocice und Łunowo ausdrücklich als Standorte entsprechender Plattformen genannt. Die Projektinformationen sehen die Nutzung der neuen Plattformen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 vor.
Da sich Projekt- und Bauphase zeitlich überschneiden und Łunowo zusätzlich einen städtischen Beobachtungspunkt erhalten soll, werden die beiden Maßnahmen hier bewusst getrennt behandelt.
Fernglas oder Spektiv?
Von Aussichtstürmen lassen sich große Flächen überblicken. Das bedeutet gleichzeitig, dass viele Vögel weit entfernt bleiben.
Für den Einstieg und die meisten Beobachtungen ausreichend.
Besonders an großen Poldern, Seen, am Haff und bei Seawatching deutlich besser.
Auf offenen Türmen und Deichen kann es deutlich windiger sein als im Wald oder im Ort.
Lieber einen Beobachtungsort länger nutzen als mehrere Türme nur kurz abzufahren.
Der Aussichtsturm ist oft die Grenze
Beobachtungstürme stehen häufig genau deshalb am Rand eines Schutzgebietes, damit die Landschaft einsehbar bleibt, ohne dass Besucher in die empfindlichen Flächen hineingehen müssen.
Weitere Hinweise findest Du unter Naturschutzgebiete auf Usedom.
Vogelbeobachtung rund um Usedom
Grundlagen und aktueller Prüfstand
Für bestehende und geplante Beobachtungseinrichtungen wurden vorrangig Angaben von Naturparkverwaltungen, Nationalpark, Kommunen, OTOP und NABU verwendet. Bei angekündigten Neubauten wird eine geplante Fertigstellung nicht automatisch als tatsächliche Eröffnung übernommen.
Häufige Fragen zu Vogelbeobachtungstürmen auf Usedom
Auf Usedom selbst gibt es mehrere Aussichtstürme, die sich teilweise auch für Naturbeobachtung eignen. Die klassischen Vogelbeobachtungstürme der Region konzentrieren sich jedoch vor allem in den Poldergebieten des unteren Peenetals auf dem Festland.
Südlich der Zecheriner Brücke liegt auf der Festlandseite der Aussichtsturm Immenstädt. Er ermöglicht den Blick über die wiedervernässten Polderflächen.
Im Menzliner Polder nennt der Naturpark zwei Aussichtstürme und eine Aussichtsplattform.
Der Naturpark Flusslandschaft Peenetal führt den Aussichtsturm am Polder Anklam-Görke ausdrücklich als barrierefrei.
Nach dem OTOP-Reservatsführer vom August 2026 ist der Turm außer Betrieb. Eine jüngere offizielle Wiedereröffnung konnte bis zum Prüfstand 20.10.2026 nicht bestätigt werden.
Die Stadt Świnoujście plante die Fertigstellung bis September 2026. Bei unserer Prüfung am 20.10.2026 konnte jedoch keine offizielle Fertigmeldung gefunden werden. Deshalb führen wir beide Punkte noch nicht als sicher geöffnet.
Nein beziehungsweise nicht belastbar bestätigt. In den kommunalen Unterlagen wird der Aussichtspunkt als Projekt für 2026 und 2027 geführt. Im Sommer 2026 lief noch das Förderverfahren.
Zielonka bei Lubin bietet einen großräumigen Blick über das Świna-Delta und das Stettiner Haff. Für den Blick über die offene Pommersche Bucht ist Kawcza Góra interessant.
Für gezielte Vogelbeobachtung würde ich zuerst ins Peenetal fahren
Die Landschaftstürme auf Usedom sind gute Aussichtspunkte, aber die spezielleren Möglichkeiten liegen für mich in den Poldern südwestlich der Insel. Immenstädt, Menzlin, Anklam-Görke und Rosenhagen ermöglichen einen weiten Blick in Feuchtgebiete, ohne sensible Flächen betreten zu müssen.
Auf polnischer Seite ist Zielonka besonders interessant, weil sich dort das Świna-Delta großräumig überblicken lässt. Bei Karsiborska Kępa sowie den neuen Punkten in Karsibór und Łunowo würde ich dagegen vor einer Anfahrt immer erst den aktuellen Status prüfen.