Peenemünder Haken – Vogelbeobachtung und Natur

Windwatten, Wasservögel und geschützte Küstenlandschaft im Norden Usedoms
Peenemünder Haken · Vogelbeobachtung · Naturschutz

Windwatten und Rastvögel im Norden Usedoms

Am nördlichsten Ende Usedoms trifft der Peenestrom auf den Greifswalder Bodden. Flachwasser, Sandbänke, Windwatten, Schilfflächen und Feuchtwiesen bilden hier einen der bedeutendsten Rast- und Brutvogellebensräume der Insel. Der Peenemünder Haken gehört zum großflächigen Naturschutzgebiet „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“ und ist für die Öffentlichkeit nicht frei betretbar.

Bedeutendes Rastgebiet für Wasser- und Watvögel
Windwatten und Sandbänke prägen die Küstenlandschaft
Ornithologisches Monitoring seit 1994
Schutzgebiet selbst nicht frei betretbar

Peenemünder Haken, Struck und Ruden

Der Peenemünder Haken ist Teil des Naturschutzgebietes „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“. Das Schutzgebiet umfasst nach der aktuellen Statistik des Landes Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 7.816 Hektar und ist damit das größte Naturschutzgebiet des Landes.

Der Schutz reicht weit über die eigentliche Nordspitze Usedoms hinaus. Zum Gebiet gehören unter anderem Flachwasserbereiche im Mündungsraum des Peenestroms, der Struck auf der gegenüberliegenden Seite und die Insel Ruden.

Der Peenemünder Haken selbst steht bereits seit 1925 unter Naturschutz. Die heute geltende Verordnung für das Naturschutzgebiet „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“ stammt aus dem Jahr 2008.

Der Naturpark Insel Usedom hebt vor allem die ausgedehnten Windwatten als bedeutende Rastgebiete für Wasser- und Watvögel hervor.

Die Größe von 7.816 Hektar bezieht sich auf das gesamte Naturschutzgebiet „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“ und nicht nur auf die Landfläche an der Nordspitze Usedoms.

Warum der Peenemünder Haken anders aussieht als der übrige Usedomer Strand

Der Peenemünder Haken liegt direkt im Mündungsbereich des Peenestroms. Hier wirken Ostsee, Greifswalder Bodden und Peenestrom gemeinsam auf die Küstenlandschaft ein.

Anders als an den breiten Badestränden der Außenküste wechseln sich hier flache Wasserbereiche, Sandbänke, Röhrichte, Strandwälle, Feuchtwiesen und kleine Stillgewässer ab.

Das Wasser ist durch den Einfluss des Peenestroms weniger salzhaltig als an der offenen Ostseeküste. Dadurch können am Strand und in den angrenzenden Feuchtbereichen Pflanzen wachsen, die an anderen Usedomer Küstenabschnitten kaum vorkommen.

Entscheidend für die Vogelwelt sind jedoch vor allem die sehr flachen Küstengewässer. Schon vergleichsweise geringe Veränderungen von Wind und Wasserstand können große Bereiche trockenfallen lassen.

Was ist ein Windwatt?

Anders als an der Nordsee entstehen die trockenfallenden Flächen am Peenemünder Haken nicht durch einen ausgeprägten regelmäßigen Tidenhub.

Entscheidend ist der Wind. Bei länger anhaltendem ablandigem Wind kann Wasser aus den flachen Küstenbereichen gedrückt werden. Sand- und Schlickflächen fallen dann teilweise großflächig trocken.

Bei veränderter Windrichtung oder steigendem Wasserstand verschwinden diese Flächen wieder unter Wasser.

Flachwasser Nahrungsraum für zahlreiche Enten, Säger und andere Wasservögel.
Trockenfallende Sandflächen Wichtige Nahrungs- und Ruheplätze für Watvögel.
Lagunen und Strandseen Geschützte Wasserflächen für verschiedene Brut- und Rastvögel.
Röhrichte Deckung und Brutlebensraum für Schilf- und Wasservögel.

Welche Vögel nutzen den Peenemünder Haken?

Der NABU Usedom beschreibt den Peenemünder Haken als überregional bedeutsames Rastgebiet für Wasser- und Watvögel.

Zu den regelmäßig erfassten Artengruppen gehören Taucher, Enten, Säger, Möwen und Seeschwalben. Auf den trockenfallenden Flächen und Sandbänken kommen verschiedene Watvögel hinzu.

Enten Verschiedene Schwimm- und Tauchenten nutzen die Flachwasserbereiche zur Rast und Nahrungssuche.
Säger Vor allem im Winterhalbjahr können Gänse- und andere Säger im Küstenbereich auftreten.
Schwäne Höckerschwäne und im Winterhalbjahr auch größere Gruppen von Singschwänen nutzen das Gebiet.
Watvögel Regenpfeifer, Brachvögel, Strandläufer und weitere Limikolen finden Nahrung auf Sand- und Schlickflächen.
Möwen Mehrere Möwenarten rasten und suchen im Küstenbereich nach Nahrung.
Seeschwalben Die Küstengewässer gehören zum Nahrungs- und Durchzugsraum verschiedener Seeschwalbenarten.
Seeadler Der große Greifvogel nutzt die wasserreiche Küstenlandschaft regelmäßig zur Nahrungssuche.
Kormorane Kormorane gehören ebenfalls zu den regelmäßig erfassten Wasservögeln des Gebietes.

Mehr zum Seeadler auf Usedom findest Du auf unserer eigenen Artseite.

Der Peenemünder Haken ist nicht nur Rastgebiet

Neben den großen Rastbeständen besitzt das Gebiet auch Bedeutung für Brutvögel. Der NABU beteiligt sich deshalb zusätzlich an einem eigenen Brutvogelmonitoring.

Erfasst werden unter anderem die Küstenbereiche, Schilfflächen, kleinere Seen, ehemalige Spülfelder und weitere Feuchtlebensräume.

Flussregenpfeifer und Sandregenpfeifer gehören beispielsweise zu den Arten, die im Küstenbereich brüten können. Auch Graugänse, Höckerschwäne und Kormorane werden während der Brutvogelerfassungen dokumentiert.

Genaue Brutstellen nennen wir bewusst nicht. Bei bodenbrütenden Küstenvögeln kann bereits eine einzelne Annäherung dazu führen, dass Altvögel ihr Gelege verlassen oder Prädatoren auf den Brutplatz aufmerksam werden.

Peenemünder Haken als Trittstein des Vogelzuges

Seine größte ornithologische Bedeutung besitzt der Peenemünder Haken als Rastgebiet. Der NABU zählt hier seit 1994 regelmäßig Wasser- und Watvögel sowie den aktuellen Vogelzug.

Im Winterhalbjahr findet die Erfassung einmal monatlich statt. Im Sommerhalbjahr wird sogar zweimal im Monat gezählt.

Die langjährige Datenreihe zeigt, dass das Gebiet ein bedeutender Trittstein an der südlichen Ostseeküste ist.

Rastende Vögel nutzen die Flachwasserbereiche und trockenfallenden Flächen, um Nahrung aufzunehmen und Energiereserven für den Weiterflug aufzubauen.

Mehr zum jahreszeitlichen Geschehen findest Du unter Vogelzug auf Usedom.

Nicht nur Frühjahr und Herbst sind interessant

Beim Vogelzug wird häufig nur an Frühjahr und Herbst gedacht. Am Peenemünder Haken setzt die Bewegung verschiedener Arten jedoch deutlich früher ein und reicht je nach Art weit in Sommer und Winter hinein.

Der NABU weist darauf hin, dass das Gebiet gerade während der Zugzeiten im Frühjahr, Sommer und Herbst von hunderten oder tausenden Wasservögeln zur Rast genutzt werden kann.

Zeitraum Schwerpunkt Einordnung
Februar bis März Wintergäste und beginnender Heimzug Wasser- und Watvögel
April bis Mai Frühjahrszug und Brutzeit Hohe Aktivität, gleichzeitig besonders störungsempfindlich
Juni bis August Brutvögel, Familien und beginnender Wegzug Erste stärkere Rastbewegungen möglich
September bis November Herbstzug Sehr bedeutende Rastphase
Dezember bis Januar Winterbestände Große Ansammlungen abhängig von Eis und Wetter

15.395 Wasservögel bei der Mittwinterzählung 2026

Die Mittwinterzählung am 17. und 18. Januar 2026 zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung der Peenemünder Haken auch im Winter besitzt.

Im Zählgebiet wurden 15.395 Wasservögel registriert. Damit erreichte der Peenemünder Haken den höchsten Wert aller bei dieser Zählung bearbeiteten Einzelgebiete rund um Usedom.

Zählgebiet Wasservögel Mittwinterzählung 2026
Peenemünder Haken 15.395 Höchster Einzelwert
Ostsee Kölpinsee–Karlshagen 11.151 Außenküste
Peenestrom Nord 8.645 Nördlicher Peenestrom

Die hohen Zahlen standen 2026 allerdings unter besonderen Bedingungen. Viele Binnengewässer waren vereist. Wasservögel verlagerten sich deshalb in eisfreie oder weniger stark vereiste Küstenbereiche.

Die 15.395 Vögel sind keine feste „Bestandszahl“ für den Peenemünder Haken. Es handelt sich um das Ergebnis eines bestimmten Zählwochenendes. Eis, Wind, Wasserstände und Zugbewegungen können die Zahlen von Jahr zu Jahr stark verändern.

Mehr zum Wintergeschehen entsteht unter Wintervögel auf Usedom.

Singschwäne am Peenemünder Haken

Zu den auffälligen Wintergästen gehören Singschwäne. Bei der Mittwinterzählung 2026 wurden im gesamten Untersuchungsraum rund um Usedom 598 Singschwäne gezählt.

Der NABU nennt den Peenemünder Haken und den nördlichen Peenestrom ausdrücklich als Bereiche mit größeren Rastgruppen.

Anders als in landwirtschaftlich geprägten Rastgebieten können Singschwäne am Peenemünder Haken Nahrung und Schlafplatz teilweise im selben großräumigen Feuchtgebiet finden.

Strandläufer und Brachvögel an den Windwatten

Die trockenfallenden Sand- und Schlickflächen sind besonders für Watvögel interessant. Sie suchen dort nach Würmern, Muscheln, Krebstieren und anderen kleinen Organismen.

Wie stark diese Flächen genutzt werden können, zeigt die Mittwinterzählung 2025. Damals wurden am Peenemünder Haken unter anderem 242 Große Brachvögel und 127 Alpenstrandläufer registriert.

Selbst solche Zahlen sind jedoch Momentaufnahmen. Schon Windrichtung und Wasserstand können entscheiden, ob überhaupt geeignete Nahrungsflächen trockenliegen.

Vogelbeobachtung ohne das Schutzgebiet zu betreten

Die besondere Situation am Peenemünder Haken unterscheidet sich von vielen anderen Beobachtungsgebieten rund um Usedom: Das eigentliche Naturschutzgebiet ist kein frei zugängliches Wandergebiet.

Trotzdem lässt sich die Vogelwelt des Inselnordens beobachten. Sinnvoll sind öffentliche Bereiche außerhalb der Schutzgebietsgrenze mit freier Sicht auf Küste und Wasser.

Dazu gehören beispielsweise die frei zugänglichen Küstenbereiche südöstlich des Schutzgebietes im Raum Kienheide sowie öffentliche Bereiche zwischen Karlshagen und Peenemünde.

Gerade für fliegende Seeadler, Schwäne, Enten und vorbeiziehende Wasservögel muss das Schutzgebiet nicht betreten werden.

Fernglas Für größere Vögel und Flugbewegungen gut geeignet.
Spektiv Für Wasservögel und Watvögel auf größeren Entfernungen deutlich besser.
Öffentliche Küstenbereiche Beobachtung von außerhalb der Naturschutzgebietsgrenze.
Geführte Touren Können nach Angaben des NABU Möglichkeiten bieten, das Gebiet fachkundig kennenzulernen.

Darf man den Peenemünder Haken betreten?

Nein, das eigentliche Schutzgebiet am Peenemünder Haken ist nicht als frei zugängliches Wandergebiet ausgewiesen.

Der NABU beschreibt den Bereich als das einzige vollständig nicht betretbare Refugium auf Usedom. Im Gebiet gibt es keine für die Öffentlichkeit freigegebenen Wege.

Selbst für die regelmäßig stattfindenden wissenschaftlichen Vogelzählungen sind Betretungsgenehmigungen der Naturschutzbehörde und des Eigentümers erforderlich.

Neben dem Schutz störungsempfindlicher Arten spielt dabei auch die aus der früheren militärischen Nutzung stammende Munitionsbelastung eine Rolle.

Das gilt auch für den Strand und das Flachwasser innerhalb der markierten Schutzgebietsgrenze. Zäune, Schilder und Pricken im Wasser markieren Bereiche, die nicht betreten werden dürfen. Auch Wattwanderungen, Baden oder das Umgehen einer Absperrung durchs Wasser sind dort keine Alternative.

Warum der letzte Strandabschnitt den Vögeln gehört

Usedom besitzt viele Kilometer frei zugänglichen Ostseestrand. Am Peenemünder Haken bleibt dagegen ein kurzer naturnaher Küstenabschnitt weitgehend ohne touristische Nutzung.

Genau diese Ruhe ist für störungsempfindliche Arten entscheidend. Brutvögel benötigen ungestörte Strand- und Schilfbereiche, rastende Vögel sichere Ruheplätze und während der Mauser können manche Wasservögel zeitweise nur eingeschränkt fliegen.

Das langjährige Monitoring hat gezeigt, dass Störungen sowohl von Land als auch vom Wasser und aus der Luft den Wert des Gebietes für die Vogelwelt beeinträchtigen können.

Besucherlenkung und Betretungsverbote sind deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Schutzkonzeptes.

Mehr als 30 Jahre systematische Vogelzählungen

Seit 1994 beteiligt sich die NABU-Regionalgruppe Usedom am systematischen Wat- und Wasservogelmonitoring am Peenemünder Haken.

Die Zählungen erfolgen synchron mit anderen bedeutenden Rastgebieten entlang der südlichen Ostseeküste. Dadurch können Bestandsentwicklungen und räumliche Verlagerungen besser eingeordnet werden.

Winterhalbjahr Eine Wasservogelzählung pro Monat.
Sommerhalbjahr Zwei Zählungen pro Monat.
Erfasst werden Rastende Wasser- und Watvögel sowie sichtbarer Vogelzug.
Zusätzlich Eigenes Brutvogelmonitoring im Rahmen des Küstenvogelschutzes.

Dadurch gehört der Peenemünder Haken zu den ornithologisch besonders kontinuierlich beobachteten Gebieten rund um Usedom.

Ruden und Struck gehören zum selben Schutzgebiet

Der Name des Naturschutzgebietes macht deutlich, dass der Peenemünder Haken nur ein Teil eines größeren Küstensystems ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite des nördlichen Peenestroms setzt sich der Lebensraum am Struck fort. Weiter nördlich liegt die kleine Insel Ruden im Greifswalder Bodden.

Auch die Gewässer rund um den Ruden besitzen große Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet. Dokumentiert sind dort unter anderem Gänsesäger, Eisenten, Trauerenten, Bergenten, Kormorane und Seeadler.

Struck und Ruden werden auf dieser Seite nicht als eigenständige Ausflugsziele empfohlen. Zugang und Schutzregeln können dort von denen öffentlich zugänglicher Bereiche Usedoms deutlich abweichen.

Diese Regeln sind am Peenemünder Haken besonders wichtig

1
Schutzgebietsgrenze nicht überschreiten.
Beschilderungen, Zäune und Markierungen im Wasser sind verbindlich.
2
Nicht über Strand oder Flachwasser umgehen.
Auch trockenfallende Bereiche innerhalb des Schutzgebietes dürfen nicht betreten werden.
3
Rastvögel nicht aufscheuchen.
Wiederholtes Auffliegen kostet Energie und verringert den Wert eines Rastplatzes.
4
Keine Brutplätze suchen.
Küstenbrüter können bereits durch kurze Störungen gefährdet werden.
5
Aus der Distanz beobachten.
Fernglas und Spektiv ermöglichen gute Beobachtungen von außerhalb der sensiblen Bereiche.

Weitere Informationen zu Schutzgebieten findest Du unter Naturschutzgebiete auf Usedom.

Naturgebiet und Militärgeschichte sind zwei verschiedene Themen

Der Name Peenemünde ist vor allem durch die militärische Geschichte des Ortes bekannt. Der Peenemünder Haken war über Jahrzehnte Teil eines militärisch genutzten und für die Öffentlichkeit gesperrten Gebietes.

Diese Seite behandelt jedoch ausschließlich den heutigen Naturraum, seine Vogelwelt und die geltenden Schutzregeln.

Informationen zum Ort findest Du unter Peenemünde auf Usedom. Die Geschichte der früheren Forschungs- und Militäranlagen behandeln wir getrennt unter Peenemünder Versuchsanstalten.

Damit bleiben die Suchintentionen klar getrennt: Hier geht es um Vogelbeobachtung und Naturschutz, auf den historischen Seiten um die Geschichte Peenemündes.

Fachliche Grundlagen

NABU Regionalgruppe Insel Usedom Monitoring am Peenemünder Haken, Vogelwelt, Lebensräume, Zugänglichkeit und Schutz. Quelle öffnen
NABU Regionalgruppe Insel Usedom Mittwinterzählung 2026 mit 15.395 erfassten Wasservögeln im Zählgebiet Peenemünder Haken. Quelle öffnen
NABU Regionalgruppe Insel Usedom Mittwinterzählung 2025 mit Ergebnissen zu Watvögeln und Wintergästen am Peenemünder Haken. Quelle öffnen
NABU Regionalgruppe Insel Usedom Schutz des nicht frei betretbaren Küstenabschnittes und aktuelle Besucherlenkung. Quelle öffnen
Naturpark Insel Usedom Windwatten und Bedeutung des Peenemünder Hakens als Vogelbrut- und Rastgebiet. Quelle öffnen
LUNG Mecklenburg-Vorpommern Schutzgebietsstatistik 2026 mit der aktuellen Gesamtfläche von 7.816 Hektar. Quelle öffnen
LUNG Mecklenburg-Vorpommern Verordnung über das Naturschutzgebiet „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“ vom 10. Dezember 2008. Quelle öffnen

Häufige Fragen zum Peenemünder Haken

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Wo liegt der Peenemünder Haken?
Der Peenemünder Haken liegt am äußersten Norden Usedoms im Mündungsbereich des Peenestroms zum Greifswalder Bodden.
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Kann man den Peenemünder Haken betreten?
Das eigentliche Naturschutzgebiet ist nicht frei betretbar. Im Gebiet gibt es keine für Besucher freigegebenen Wege. Wissenschaftliche Begehungen benötigen Genehmigungen.
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Warum ist das Gebiet gesperrt?
Hauptgrund ist der Schutz störungsempfindlicher Brut-, Rast- und Mausergebiete. Zusätzlich besteht aufgrund der früheren militärischen Nutzung eine Munitionsbelastung.
?
Kann man dort trotzdem Vögel beobachten?
Ja. Von öffentlichen Bereichen außerhalb der Schutzgebietsgrenze lassen sich Küste und Wasser beobachten. Außerdem können fachkundig geführte Veranstaltungen angeboten werden.
?
Welche Vögel gibt es am Peenemünder Haken?
Das Gebiet ist besonders wichtig für Enten, Säger, Schwäne, Möwen, Seeschwalben und Watvögel. Auch Seeadler nutzen die wasserreiche Landschaft.
?
Was ist das Besondere an den Windwatten?
Bei ablandigem Wind fallen große flache Küstenbereiche trocken. Dadurch entstehen wichtige Nahrungsflächen für Wat- und Wasservögel.
?
Wie viele Vögel wurden 2026 gezählt?
Bei der Mittwinterzählung am 17. und 18. Januar 2026 wurden im Zählgebiet Peenemünder Haken 15.395 Wasservögel erfasst.
?
Gehört der Ruden zum Peenemünder Haken?
Die Insel Ruden ist ein eigener Inselkörper, gehört aber gemeinsam mit Peenemünder Haken und Struck zum selben großflächigen Naturschutzgebiet.
?
Hat das Naturschutzgebiet mit der Peenemünder Militärgeschichte zu tun?
Die Landschaft war über Jahrzehnte militärisch genutzt und gesperrt. Die historische Forschung und die früheren Versuchsanstalten behandeln wir jedoch auf eigenen Seiten, damit Natur- und Geschichtsthema klar getrennt bleiben.

Einer der wichtigsten Vogelräume Usedoms bleibt bewusst störungsfrei

Der Peenemünder Haken gehört zu den bedeutendsten Rastgebieten der Insel. Windwatten, Flachwasser, Sandbänke und Röhrichte bieten Bedingungen, die es in dieser Form an kaum einem anderen Usedomer Küstenabschnitt gibt.

Gerade deshalb ist der wichtigste Besucherhinweis ungewöhnlich einfach: Das Schutzgebiet muss nicht betreten werden, um seine Bedeutung zu verstehen oder Vögel zu beobachten. Öffentliche Küstenbereiche, Fernglas und Spektiv ermöglichen Beobachtungen aus ausreichender Entfernung.

Dass im Januar 2026 allein hier 15.395 Wasservögel gezählt wurden, zeigt, warum dieser kleine ungestörte Teil der Usedomer Küste für die Vogelwelt so wichtig ist.

Peenemünder Haken - Vogelbeobachtung und Natur
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