Das Schwarze Herz auf Usedom ist ein kleiner, versteckter Waldsee nahe Korswandt. Viele Besucher der Insel kennen diesen Ort nicht, obwohl er nur wenige Kilometer von den Kaiserbädern entfernt liegt.
Gerade diese abgeschiedene Lage macht den See besonders. Er ist kein klassisches Ausflugsziel, kein Badesee und kein Ort mit touristischer Infrastruktur. Das Schwarze Herz ist eher ein stiller Naturort für Menschen, die Usedom abseits der bekannten Wege erleben möchten.

Wo liegt das Schwarze Herz?
Das Schwarze Herz liegt im Waldgebiet bei Korswandt, südöstlich des Wolgastsees und nur wenige hundert Meter von der polnischen Grenze entfernt.
Der See befindet sich nicht direkt an einer Straße und ist auch nicht als klassischer Ausflugspunkt erschlossen. Wer ihn besuchen möchte, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein und etwas Orientierungssinn mitbringen.
Am einfachsten erreichst du das Schwarze Herz vom Wolgastsee aus. Dort beginnt ein ruhiger Weg durch den Wald, der dich Schritt für Schritt weiter weg vom Trubel der Küste führt.
Warum heißt der See Schwarzes Herz?
In älteren Karten wird der See häufig als Schwarzer See geführt. Die heutige Bezeichnung Schwarzes Herz hat sich vermutlich aus dieser älteren Namensform entwickelt.
Der Name passt gut zur Wirkung des Ortes. Das Wasser erscheint dunkel, fast schwarz. Das liegt nicht an Verschmutzung, sondern an natürlichen Huminstoffen, die aus dem umgebenden Waldboden und moorigen Bereichen in das Wasser gelangen können.
Solche Huminstoffe färben Wasser bräunlich bis dunkel. Gerade in Verbindung mit Waldschatten, stiller Wasseroberfläche und dichter Vegetation entsteht dadurch der besondere Eindruck, der dem See seinen Namen gibt.
Geschichte und Entstehung
Historischen Angaben zufolge bildete das Schwarze Herz bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das südöstliche Ende des Wolgastsees. Später wurde der Bereich durch natürliche Verlandung und landschaftliche Veränderungen vom größeren See getrennt.
Damit ist das Schwarze Herz nicht einfach nur ein beliebiger kleiner Waldsee, sondern Teil einer älteren Gewässerlandschaft rund um Korswandt und den Wolgastsee.
Diese Verbindung ist vor Ort noch spürbar. Wer vom Wolgastsee in Richtung Schwarzes Herz läuft, bewegt sich durch eine Landschaft, die stark von Wasser, Wald und feuchten Böden geprägt ist.
Der Weg zum Schwarzen Herz
Wenn du das Schwarze Herz besuchen möchtest, gehst du am besten zunächst nach Korswandt zum Wolgastsee. Von der Badestelle aus folgst du rechter Hand dem Weg am See entlang.
Nach ungefähr 1,2 Kilometern erreichst du den hinteren Bereich des Wolgastsees. Dort führt der Weg weiter in Richtung Wald. Kurz darauf zweigt ein Waldweg nach rechts ab.
Ein besonderer Orientierungspunkt ist ein alter Wegstein mit der Aufschrift „nach dem Schwarzensee“. Dieser Stein zeigt, dass die ältere Bezeichnung des Gewässers in der Umgebung noch präsent ist.

Ein stiller Waldsee statt Ausflugsziel
Das Schwarze Herz ist kein Ort, an dem viel passiert. Genau darin liegt seine Stärke. Der See liegt still im Wald, teilweise verborgen von Bäumen, Uferbewuchs und Schatten.
Wer hierherkommt, sollte keine Badestelle, keinen Imbiss und keine touristische Ausstattung erwarten. Der Reiz liegt in der Abgeschiedenheit und in der besonderen Stimmung dieses kleinen Waldsees.
Gerade bei Nebel, im Herbst oder in den frühen Morgenstunden wirkt der Ort besonders intensiv. Dann zeigt sich, warum solche stillen Plätze auf Usedom mehr erzählen können als manche bekannte Attraktion.
Natur und Tierwelt am Schwarzen Herz
Im und am Schwarzen Herz leben verschiedene Wasserorganismen. Dazu gehören neben Fischen auch Schnecken, Egel, Kleinkrebse und Moostierchen. Diese eher unscheinbaren Lebewesen sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht des kleinen Gewässers.
Auch Amphibien, Libellen und zahlreiche Insekten finden in der feuchten Umgebung geeignete Lebensräume. Im umliegenden Wald lassen sich je nach Jahreszeit Spechte, Greifvögel und andere Waldvögel beobachten.
Die Vegetation rund um den See wird von Wald, Moosen, Farnen, Uferbewuchs und feuchten Bodenbereichen geprägt. Dadurch unterscheidet sich das Schwarze Herz deutlich von den offeneren Seen Usedoms.

Heutiger Zustand des Gebietes
Das Gebiet rund um das Schwarze Herz hat in den vergangenen Jahren Veränderungen erlebt. Abholzungen angrenzender Waldflächen und Wegebaumaßnahmen haben die Umgebung sichtbar beeinflusst.
Solche Eingriffe können sich auf ein empfindliches Ökosystem auswirken. Kleine Waldseen reagieren sensibel auf Veränderungen im Wasserhaushalt, auf Lichtverhältnisse, Uferstrukturen und Störungen durch Besucher.
Umso wichtiger ist ein zurückhaltender Umgang mit diesem Ort. Wer das Schwarze Herz besucht, sollte es nicht als Freizeitfläche verstehen, sondern als stillen Naturraum.
Kann man im Schwarzen Herz baden?
Das Schwarze Herz ist kein Badesee. Es gibt keine ausgewiesene Badestelle, keine Badeaufsicht und keine touristische Infrastruktur.
Auch wegen der sensiblen Uferbereiche, der abgeschiedenen Lage und der ökologischen Bedeutung sollte man den See nicht zum Baden nutzen.
Wer baden möchte, ist am nahegelegenen Wolgastsee deutlich besser aufgehoben. Dort gibt es eine Badestelle, einen Sandbereich und deutlich bessere Zugänglichkeit.
Fotografieren am Schwarzen Herz
Für Fotografen ist das Schwarze Herz ein reizvoller Ort. Das dunkle Wasser, die Waldumgebung und die stille Lage sorgen für Motive, die sich deutlich von klassischen Strandbildern unterscheiden.
Besonders interessant ist der See bei diffusem Licht, nach Regen, im Herbst oder am frühen Morgen. Dann wirken Wasser, Wald und Uferbereich besonders ruhig und geheimnisvoll.
Wichtig ist jedoch, die Natur nicht für ein Foto zu beschädigen. Uferbereiche sollten nicht betreten werden, wenn dadurch Pflanzen oder Tiere gestört werden.
Schwarzes Herz, Wolgastsee und Korswandt
Das Schwarze Herz gehört für mich eng zur Landschaft rund um Korswandt. Gemeinsam mit dem Wolgastsee zeigt es eine sehr eigene Seite der Insel Usedom.
Der Wolgastsee ist zugänglicher, offener und stärker als Freizeitort nutzbar. Das Schwarze Herz dagegen wirkt stiller, dunkler und ursprünglicher.
Wer beide Orte miteinander verbindet, bekommt einen guten Eindruck davon, wie abwechslungsreich die Gewässerlandschaft im südöstlichen Usedom ist.
Persönliche Einordnung
Für mich gehört das Schwarze Herz zu den Orten auf Usedom, die man nicht groß inszenieren muss. Der See ist klein, unscheinbar und auf den ersten Blick vielleicht nicht spektakulär.
Gerade deshalb ist er besonders. Er zeigt eine Seite der Insel, die sich nicht über Strandkörbe, Promenaden oder Seebrücken erklärt, sondern über Ruhe, Wald, Wasser und Erinnerung.
Wer Usedom wirklich kennenlernen möchte, sollte solche Orte nicht übersehen.
Häufige Fragen zum Schwarzen Herz auf Usedom
Wo liegt das Schwarze Herz auf Usedom?
Das Schwarze Herz liegt im Waldgebiet bei Korswandt, südöstlich des Wolgastsees und nahe der polnischen Grenze.
Wie kommt man zum Schwarzen Herz?
Der einfachste Weg führt vom Wolgastsee bei Korswandt aus am See entlang und anschließend über einen Waldweg in Richtung des alten Schwarzensee-Wegsteins.
Warum ist das Wasser so dunkel?
Die dunkle Färbung kann durch natürliche Huminstoffe aus Wald- und Moorböden entstehen. Dadurch wirkt das Wasser bräunlich bis schwarz.
Kann man im Schwarzen Herz baden?
Nein. Das Schwarze Herz ist kein ausgewiesener Badesee und sollte wegen seiner sensiblen Ufer- und Naturbereiche nicht zum Baden genutzt werden.
Ist das Schwarze Herz ein Ausflugsziel?
Es ist eher ein stiller Naturort als ein klassisches Ausflugsziel. Es gibt keine Gastronomie, keine Badestelle und keine touristische Infrastruktur.
Gibt es einen Zusammenhang mit dem Wolgastsee?
Ja. Historisch wird das Schwarze Herz als früherer südöstlicher Bereich des Wolgastsees eingeordnet, der später abgetrennt beziehungsweise verlandet ist.