Swinemünde
Die polnische Seite der Insel Usedom
Świnoujście (Swinemünde) ist eine polnische Hafen- und Kurstadt auf der Insel Usedom, direkt an der deutsch-polnischen Grenze. Der Ort verbindet breiten Sandstrand, Stadtleben und Fährhafen und ist sowohl als Ausflugsziel als auch für längere Aufenthalte interessant. Durch die Nähe zu den Kaiserbädern lässt sich Swinemünde gut mit einem Aufenthalt auf der deutschen Seite Usedoms kombinieren.
Swinemünde – Hafenstadt auf der polnischen Seite Usedoms
Swinemünde liegt im östlichen Teil der Insel Usedom, direkt angrenzend an Ahlbeck. Die Stadt gehört zur polnischen Woiwodschaft Westpommern und ist eine bedeutende Hafen- und Kurstadt an der Ostsee. Ihre Lage an der deutsch-polnischen Grenze prägt den Ort bis heute, geografisch, historisch und im Alltag.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Swinemünde zu Deutschland und war zeitweise sogar das drittgrößte deutsche Ostseebad. Am 6. Oktober 1945 wurde die Stadt der Volksrepublik Polen zugeordnet und ist seitdem polnisches Staatsgebiet. Diese historische Zäsur erklärt viele Unterschiede, die Besucher heute wahrnehmen, von Sprache und Verwaltung, bis hin zu Preisen und Regeln.
Trotz dieser Veränderungen ist Swinemünde eng mit der Insel Usedom verbunden. Die Stadt ist kein Fremdkörper, sondern Teil der Insel, wenn auch mit einer deutlich urbaneren Prägung als die deutschen Seebäder.
Ein Besuch auf der polnischen Seite Usedoms
Ein Abstecher nach Swinemünde gehört für viele Usedom-Urlauber inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden und bietet eine Mischung aus Strand, Promenade, Innenstadt und Hafen, wie Du sie auf der deutschen Seite der Insel so nicht findest. Genau dieser Kontrast macht Swinemünde für viele so interessant.
An der sehr gepflegten Promenade reihen sich Cafés, Restaurants, Souvenirläden und kleinere Geschäfte aneinander. Gerade mit Kindern gibt es hier einiges zu entdecken. Von Hüpfburgen über Erlebnisangebote bis hin zu kleinen Attraktionen ist vieles vorhanden, was besonders Familien anspricht. In der Hochsaison solltest Du allerdings wissen, dass es hier oft sehr voll wird. Die Menschenmengen schieben sich dann teilweise dicht aneinander vorbei. Dafür ist aber auch bis in die Abendstunden hinein noch richtig Leben in der Stadt.
Am Abend zeigt sich Swinemünde von einer anderen Seite. Viele Bars und Cafés haben geöffnet, es wird flaniert, gesessen und beobachtet. Auch nach der offiziellen Sperrstunde ist vielerorts noch Betrieb. Wer also Lust auf ein bisschen Stadtleben hat, wird sich hier schnell wohlfühlen.
Auch der Stadtkern lohnt einen Besuch. Abseits der Promenade geht es weniger touristisch zu, dafür alltäglicher. Du kannst hier gut einkaufen gehen oder Dein Auto günstig betanken. Viele verbinden genau das mit einem Spaziergang durch die Stadt, ganz ohne festen Plan.
Mein Fazit an dieser Stelle: Swinemünde ist lebendig, manchmal laut, oft voll, aber genau das gehört dazu. Wenn Du weißt, worauf Du Dich einlässt, kannst Du hier einen spannenden und abwechslungsreichen Tag verbringen.
Strand, Promenade und Freizeitangebote in Swinemünde
Der Strand in Swinemünde kann sich wirklich sehen lassen. Er ist breit, sehr sauber und wirkt selbst in der Hauptsaison oft großzügiger, als man es von manchen Stränden auf der deutschen Seite kennt. Der feine Sand und der flach abfallende Einstieg ins Wasser machen ihn besonders bei Familien beliebt.
Direkt hinter dem Strand verläuft die lange Promenade, auf der eigentlich immer etwas los ist. Hier wird spaziert, gebummelt, Eis gegessen oder einfach nur geschaut. Cafés, kleine Imbisse, Strandbars und Geschäfte wechseln sich ab. Wenn Du magst, kannst Du Dich treiben lassen und von einem Ende zum anderen schlendern, ohne wirklich zu merken, wie viel Strecke Du dabei zurücklegst.
Gerade für Familien gibt es in Swinemünde viele Freizeitangebote, die fußläufig erreichbar sind. Das reicht von kleinen Attraktionen für Kinder, bis hin zu wetterunabhängigen Angeboten. In der Hochsaison solltest Du allerdings damit rechnen, dass es voll wird. Sehr voll. Dann schieben sich die Menschenmengen teilweise dicht aneinander vorbei. Das gehört hier einfach dazu.
Mein Tipp: Wenn Du es etwas ruhiger magst, komm früh am Tag oder in den Abendstunden. Dann zeigt sich der Strand und die Promenade von einer deutlich entspannteren Seite und Du kannst die Atmosphäre besser genießen.
Wenn du genauer wissen möchtest, worauf Du am Strand achten solltest, findest du alle Hinweise auf meiner Seite zum Strand in Swinemünde.
Parken in Swinemünde
Wenn Du mit dem Auto nach Swinemünde fährst, solltest Du Dich vorher kurz mit dem Thema Parken beschäftigen. Das erspart Dir vor Ort unnötigen Stress. In großen Teilen der Stadt ist das Parken kostenpflichtig. Entweder parkst Du auf bewachten Parkplätzen, bei denen direkt bei der Einfahrt kassiert wird oder auf öffentlichen Stellflächen mit Parkautomaten.
Gerade die Parkautomaten sorgen bei vielen Besuchern für Verwirrung. Die Bedienung ist in der Regel nur auf polnisch erklärt. Um ein gültiges Parkticket zu bekommen, musst Du zuerst das Kennzeichen Deines Autos in den Automaten eingeben. Erst danach kannst Du bezahlen – entweder mit Złoty oder an neueren Automaten auch mit EC- oder Kreditkarte. Ohne Kennzeicheneingabe ist das Ticket ungültig, auch wenn Geld eingeworfen wurde.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wenn man das einmal weiß, ist es kein Problem mehr. Nimm Dir einfach einen Moment Zeit und prüfe alles in Ruhe. Kontrollen finden regelmäßig statt und falsch gelöste Tickets werden nicht akzeptiert. Wer hier sorgfältig ist, erspart sich unnötigen Ärger.
Swinemünde im Land der 44 Inseln
Was viele gar nicht wissen: Swinemünde ist eine der wenigen Städte Europas, die sich über mehrere Inseln erstrecken. Genau das macht den Ort auch geografisch so besonders. Insgesamt gehört Swinemünde zum sogenannten „Land der 44 Inseln“, auch wenn natürlich nicht alle bewohnt sind.
Der größte Teil der Einwohner lebt auf der Insel Usedom. Von der gesamten Fläche Usedoms liegen nur etwa 40 Quadratkilometer auf polnischem Staatsgebiet, trotzdem spielt sich hier ein großer Teil des Tourismus ab. Hotels, Kureinrichtungen und Freizeitangebote sind entsprechend dicht vertreten, was Swinemünde deutlich urbaner wirken lässt, als die deutschen Seebäder.
Die Insel Wollin ist die größte der beteiligten Inseln. Sie ist stärker von Industrie und Hafenwirtschaft geprägt und spielt vor allem für den Fährverkehr eine wichtige Rolle. Hier befindet sich auch das große Fährterminal, über das Polen mit Skandinavien verbunden ist.
Deutlich ruhiger geht es auf Karsibór zu. Diese Insel ist vor allem bei Naturfreunden, Anglern und Wassersportlern beliebt. Wer sich für Vogelbeobachtung interessiert, sollte hier unbedingt genauer hinschauen. Das großflächige Vogelrückzugsgebiet prägt den Norden der Insel und zeigt eine ganz andere, stille Seite von Swinemünde.
Verbindungen zwischen den Inseln und der Swinetunnel
Um Swinemünde wirklich als Ganzes zu verstehen, gehört auch das Thema Verbindungen dazu. Lange Zeit waren Fähren die einzige Möglichkeit, um zwischen den einzelnen Inseln der Stadt zu wechseln. Diese Fährverbindungen gibt es bis heute und sie sind fester Bestandteil des Alltags, nicht nur für Besucher, sondern vor allem für die Einheimischen.
Gerade zu Stoßzeiten musstest Du früher allerdings Geduld mitbringen. Wartezeiten vor den Fähren gehörten einfach dazu, besonders im Sommer. Das hat sich mit der Eröffnung des Swinetunnel spürbar geändert.
Seit dem 30. Juni 2023 verbindet der Tunnel die Insel Usedom direkt mit Wollin, wetterunabhängig und ohne Fähre. Für Besucher bedeutet das vor allem eines: deutlich kürzere Wege und weniger Planung. Du kannst jetzt einfacher zwischen den Stadtteilen wechseln und bist insgesamt flexibler unterwegs.
Trotzdem haben die Fähren ihre Bedeutung nicht verloren. Sie gehören weiterhin zum Stadtbild und sind für viele ein ganz normaler Teil des Alltags. Je nachdem, wohin Du möchtest und wie Du unterwegs bist, lohnt sich beides, Tunnel und Fähre.
Wahrzeichen und Festungsanlagen in Swinemünde
Zu den bekanntesten Wahrzeichen von Swinemünde gehört die Mühlenbake. Sie steht direkt an der Hafeneinfahrt und markiert den Übergang zwischen Stadt, Meer und Schifffahrt. Viele Besucher kennen sie von Spaziergängen entlang des Strandes oder von der Promenade aus. Für mich ist sie vor allem ein Orientierungspunkt, schlicht, markant und typisch für Swinemünde.
Rund um die Mühlenbake wird schnell deutlich, welche Rolle Swinemünde über viele Jahrzehnte gespielt hat. Die Stadt war nicht nur Kurort, sondern auch strategisch bedeutend. Davon zeugen die zahlreichen Festungsanlagen, die bis heute das Stadtbild prägen. Teile dieser Anlagen sind frei zugänglich, andere können im Rahmen von Besichtigungen erkundet werden.
Die Festungen erzählen von einer Zeit, in der Swinemünde militärisch stark gesichert war. Gleichzeitig liegen viele dieser Bauwerke heute ruhig im Grünen oder am Wasser und wirken auf den ersten Blick fast unscheinbar. Gerade dieser Kontrast macht sie für mich interessant. Wer sich dafür Zeit nimmt, entdeckt eine Seite Swinemündes, die abseits von Strand und Promenade liegt und viel über die Geschichte des Ortes verrät.
Wenn dich diese Themen näher interessieren, findest du dazu jeweils eigene Beiträge auf Usedom Insider:
zur Mühlenbake als Wahrzeichen der Stadt
und zu den Festungsanlagen in Swinemünde mit weiteren Hintergründen
Mein persönlicher Blick auf Swinemünde als Ausflugsziel
Swinemünde erlebe ich vor allem als bewussten Kontrast zu den bekannten Seebädern auf der deutschen Seite Usedoms. Während Orte wie Ahlbeck oder Heringsdorf stark vom klassischen Badeurlaub geprägt sind, wirkt Swinemünde deutlich urbaner. Hier treffen Strand, Hafenbetrieb und Stadtleben unmittelbar aufeinander und genau das macht den Ort so eigenständig.
Ich empfehle Swinemünde besonders als Ausflugsziel für alle, die neben Strand auch Lust auf Stadt haben. Ein Spaziergang an der Promenade, ein Abstecher in die Innenstadt oder ein Blick in den Hafen lassen sich gut miteinander verbinden. Du kannst hier einiges erleben, ohne ständig von einem Programmpunkt zum nächsten zu hetzen.
Natürlich ist Swinemünde kein Ort für absolute Ruhe. Gerade in der Hochsaison ist viel los, und die Stadt ist spürbar belebt. Trotzdem wirkt sie für mich nicht überfordernd. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, lässt sich der Besuch gut steuern – zeitlich wie inhaltlich.
Für mich ist Swinemünde weder besser, noch schlechter, als die deutschen Seebäder. Es ist einfach anders. Und genau deshalb gehört es für viele Usedom-Besucher heute ganz selbstverständlich dazu.
Wissenswertes
Einkaufen in Polen
In Świnoujście findest du günstige Lebensmittel, Mode und Kosmetik. Ein kurzer Ausflug lohnt sich!
Tanken in Polen
In Świnoujście tankst du deutlich günstiger als in Deutschland. Ein kurzer Trip für volle Tanks!
Fähren in Polen
Mit der Fähre von Usedom nach Polen? Kein Problem! Die Verbindungen von Swinemünde bieten Ihnen eine schnelle und unkomplizierte Überfahrt.
Strand in Swinemünde
Die Strände in Swinemünde bieten dir feinen Sand, klares Wasser und viel Platz zum Entspannen. Perfekt für einen erholsamen Tag am Meer!
Häufige Fragen zu Swinemünde
Braucht man für Swinemünde einen Ausweis?
Für die Einreise nach Swinemünde benötigst du einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, da es sich um polnisches Staatsgebiet handelt.
Welche Währung gilt in Swinemünde?
In Swinemünde wird mit dem polnischen Złoty bezahlt. In vielen Geschäften und Restaurants werden jedoch auch Kartenzahlungen akzeptiert.
Kann man Swinemünde gut als Tagesausflug besuchen?
Swinemünde eignet sich sehr gut für einen Tagesausflug, insbesondere in Kombination mit den nahegelegenen Kaiserbädern auf Usedom.
Welche Sprache wird in Swinemünde gesprochen?
In Swinemünde wird überwiegend Polnisch gesprochen. In touristischen Bereichen kommen viele Besucher jedoch auch mit Deutsch oder Englisch gut zurecht.
Ist Swinemünde teurer als die deutschen Seebäder?
Viele Besucher empfinden Swinemünde im Alltag als etwas günstiger als die deutschen Seebäder auf Usedom, insbesondere beim Einkaufen und Tanken.