Fahrradtouren auf Usedom - sieben schöne Strecken über die Insel
Fahrradtouren auf Usedom führen Dich weit über Strandpromenaden und Seebäder hinaus. Mit dem Rad erreichst Du stille Seen, kleine Häfen, Waldwege und Dörfer, die Du aus dem Auto kaum wahrnimmst. Besonders gern fahre ich die Tour vom Wolgastsee über das Schwarze Herz und den Krebssee bis zum Stettiner Haff nach Kamminke.

Welche Fahrradtour auf Usedom passt zu Dir?
Die beste Strecke hängt nicht allein von der Kilometerzahl ab. Windrichtung, Untergrund, Steigungen und die Zahl Deiner Pausen machen auf Usedom einen spürbaren Unterschied.
Eine kurze Tour durch die Kaiserbäder ist auch für Einsteiger gut geeignet. Die Seen-Tour und die Strecke bis Kamminke verlangen mehr Orientierung. Für die große Achterland- oder Feininger-Tour solltest Du einen halben bis ganzen Tag einplanen.
Vom Wolgastsee über Schwarzes Herz und Krebssee bis Kamminke
Diese Tour gehört für mich zu den schönsten Fahrradtouren im Süden der Insel. Sie verbindet drei unterschiedliche Seen mit Waldwegen, kleinen Orten und dem Stettiner Haff.
Du beginnst am Wolgastsee in Korswandt. Von dort führt die Strecke durch den Wald zum Schwarzen Herz. Der kleine Waldsee besitzt keine touristische Infrastruktur und ist keine offizielle Badestelle.
Anschließend fährst Du in Richtung Ulrichshorst zum Krebssee. Der See liegt ebenfalls abgeschieden im Wald und eignet sich gut für eine ruhige Pause.
Danach kannst Du die Tour über Ulrichshorst und Zirchow bis nach Kamminke verlängern. Die letzten Kilometer führen hinunter zum Stettiner Haff. Am Hafen von Kamminke endet die Strecke mit einem weiten Blick über das Wasser.
Die Usedomer Seen-Tour ab Korswandt
Möchtest Du einer festen Route folgen, ist die offizielle Usedomer Seen-Tour eine gute Alternative. Sie startet in Korswandt und führt zunächst um den Wolgastsee.
Entlang der Strecke liegen der Gothensee, der Krebssee, der Schmollensee und das Achterwasser. Ein Höhepunkt ist der Aussichtsturm bei Sallenthin mit dem Sieben-Seen-Blick.
Die Tour zeigt sehr schön, dass die Gewässerlandschaft Usedoms weit über die Ostsee hinausgeht. Wald, Seen, Wiesen und kleine Orte wechseln sich unterwegs immer wieder ab.
Durch die Kaiserbäder von Bansin bis Ahlbeck
Für einen entspannten Einstieg eignet sich die Strecke durch die Kaiserbäder. Zwischen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck fährst Du an zahlreichen Villen der Bäderarchitektur vorbei.
Die kurze Grundstrecke beträgt 5,3 Kilometer. Du kannst sie problemlos verlängern, indem Du Strandzugänge, Seebrücken oder ruhigere Nebenstraßen einbeziehst.
Ab Ahlbeck ist eine Weiterfahrt über die deutsch-polnische Grenze nach Swinemünde möglich. Dadurch wird aus der kurzen Bäderarchitektur-Runde ein größerer Tagesausflug.
Von den Kaiserbädern über Koserow bis Zinnowitz
Eine der beliebtesten längeren Fahrradtouren führt entlang der Ostseeküste in Richtung Inselnorden. Je nach Startpunkt kannst Du in Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin beginnen und über Ückeritz, Kölpinsee, Koserow und Zempin bis nach Zinnowitz fahren.
Die Strecke verläuft nicht ständig direkt am Strand. Küstenwald, Promenaden, Ortsdurchfahrten und kleinere Radwege wechseln sich ab. Genau dieser Wechsel macht für mich den Reiz der Tour aus.
Rund um Bansin und den Streckelsberg bei Koserow wird die Strecke hügeliger. Auch Gegenwind kann eine einfache Küstenfahrt deutlich anstrengender machen.

Schöne Stopps zwischen Bansin und Zinnowitz
Bei einer längeren Küstentour würde ich nicht versuchen, möglichst schnell bis zum Ziel zu fahren. Unterwegs gibt es mehrere Orte, an denen sich eine Pause wirklich lohnt.
Ruhiger Zwischenstopp am gleichnamigen See zwischen Loddin und Koserow.
Seebrücke, Salzhütten, Strand und Streckelsberg lassen sich gut in die Tour integrieren.
Kleiner Abstecher auf die Achterwasserseite des schmalen Inselabschnitts.
Gutes Ziel für eine längere Pause oder eine mögliche Rückfahrt mit der Bahn.
Von Pudagla über Benz und Rankwitz nach Mellenthin
Die offizielle Achterland-Tour beginnt an der Bockwindmühle in Pudagla. Von dort führt der Weg am Schmollensee entlang über Stoben nach Benz.
In Benz lohnt sich ein Halt an der Holländermühle. Anschließend fährst Du durch die hügelige Landschaft über Liepe nach Rankwitz und weiter zum Wasserschloss Mellenthin.
Die Strecke zeigt eine ländliche Seite der Insel. Kleine Dörfer, Felder, Waldstücke und Blicke zum Achterwasser bestimmen den Tag.
Die Große Feininger-Tour durch den Inselsüden
Die Große Feininger-Tour verbindet die deutschen Kaiserbäder mit Swinemünde, Kamminke, Zirchow und Korswandt. Dadurch führt sie an einem Tag von der Ostsee bis zum Stettiner Haff und zurück in die Seenlandschaft des Inselinneren.
Die Route orientiert sich an Orten und Motiven, die mit dem Künstler Lyonel Feininger verbunden sind. Auch ohne besonderen Kunstschwerpunkt ist die Tour landschaftlich sehr abwechslungsreich.
Von Karlshagen nach Peenemünde
Die Strecke von Karlshagen nach Peenemünde eignet sich gut für Familien und Einsteiger.
Die offizielle Tour ist 8,4 Kilometer lang. Am Ziel liegen mehrere Ausflugsangebote relativ nah beieinander. Dadurch bleibt genügend Zeit für einen Museumsbesuch, einen Rundgang am Hafen oder eine längere Pause.
Geschichtlich Interessierte können zusätzlich die 11,6 Kilometer lange Zeitreise durch Peenemünde fahren. Diese Runde führt zu mehreren historischen Orten und zurück zum Bahnhof.
Mit dem Fahrrad von Berlin nach Usedom
Der Berlin-Usedom-Radweg verbindet die Hauptstadt mit der Ostseeinsel. Die vollständige Route wird mit rund 334 Kilometern angegeben.
Das ist keine spontane Tagestour, sondern eine mehrtägige Radreise. Etappen, Übernachtungen, Gepäck und mögliche Bahnverbindungen sollten vorher geplant werden.
Auf Usedom lässt sich die Strecke bis Peenemünde, zu den Kaiserbädern oder entlang der Ostseeküste verlängern. Wer nach mehreren Tagen auf der Insel ankommt, sollte für den letzten Abschnitt nicht zu knapp planen.
Brauchst Du auf Usedom ein E-Bike?
Ein E-Bike ist für Fahrradtouren auf Usedom nicht zwingend notwendig. Bei längeren Strecken, kräftigem Gegenwind und hügeligen Abschnitten ist die Unterstützung aber angenehm. Eine Übersicht für längere Touren findest Du unter E-Bike-Ladestationen auf Usedom und in Swinemünde.
Besonders rund um Bansin, Koserow, Benz und in Teilen des Achterlandes ist die Insel nicht so flach, wie viele Urlauber zunächst erwarten.
Fahrradtour mit der Usedomer Bäderbahn kombinieren
Bei längeren Küstentouren ist die Kombination aus Fahrrad und Bahn praktisch. Du kannst beispielsweise nach Zinnowitz, Karlshagen oder Peenemünde fahren und für den Rückweg die Usedomer Bäderbahn nutzen.
Die Fahrradmitnahme ist kostenpflichtig. In den Zügen stehen nur begrenzte Fahrradplätze zur Verfügung. Bei hoher Auslastung kann die Mitnahme nicht garantiert werden.
Was solltest Du für eine Fahrradtour mitnehmen?
Im Achterland und an abgelegenen Seen liegen Einkehrmöglichkeiten teilweise weit auseinander.
Besonders für Waldwege rund um Schwarzes Herz und Krebssee sinnvoll.
Eine kleine Panne kann auf abgelegenen Wegen sonst schnell zum Problem werden.
Das Wetter kann sich zwischen Küste und Achterland schnell verändern.
Für Pausen an Häfen, Sehenswürdigkeiten und Restaurants.
Notwendig, wenn Deine Tour über die Grenze nach Swinemünde führt.
Rücksicht auf Natur und andere Verkehrsteilnehmer
Viele Usedomer Radwege werden gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzt. In den Promenadenbereichen, an Strandzugängen und in den Ortszentren solltest Du besonders langsam und aufmerksam fahren.
Auf Naturwegen gilt: Bleibe auf den vorhandenen Strecken, befahre keine Schilf- und Uferbereiche und nimm Deinen Müll wieder mit.
Gerade kleine Waldseen wie das Schwarze Herz oder der Krebssee sollen keine lauten Rastplätze werden. Ein ruhiger und respektvoller Besuch gehört für mich zu jeder echten Insidertour.
Fragen zu Fahrradtouren auf Usedom
Für Anfänger eignet sich besonders die 5,3 Kilometer lange Strecke durch die Kaiserbäder. Auch die 8,4 Kilometer lange Tour von Karlshagen nach Peenemünde ist gut überschaubar.
Nein. Viele Strecken an der Küste sind relativ eben. Rund um Bansin, Koserow, Benz und in Teilen des Achterlandes gibt es jedoch spürbare Steigungen.
Besonders ruhig ist die Tour vom Wolgastsee über das Schwarze Herz und den Krebssee bis Kamminke. Auch die Achterland-Tour über Benz, Rankwitz und Mellenthin führt weit weg vom Küstentrubel.
Ja. Von Ahlbeck führt eine Verbindung über die deutsch-polnische Grenze nach Swinemünde. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass muss mitgeführt werden.
Ein E-Bike ist besonders bei längeren Touren, Gegenwind, Gepäck und hügeligen Strecken angenehm. Für kurze Touren durch die Kaiserbäder ist es nicht zwingend erforderlich.
Ja. Die Fahrradmitnahme ist kostenpflichtig und nur bei ausreichendem Platz möglich. Eine Mitnahme kann bei hoher Auslastung nicht garantiert werden.
Die Tour von Karlshagen nach Peenemünde ist mit 8,4 Kilometern gut überschaubar. Auch die Strecke durch die Kaiserbäder kann leicht verkürzt und mit vielen Pausen verbunden werden.
Die vollständige Route zwischen Berlin und der Insel Usedom wird mit rund 334 Kilometern angegeben und ist als mehrtägige Radreise gedacht.
Tourdaten und Bahnregeln vor der Fahrt prüfen
Mit dem Fahrrad beginnt Usedom hinter der Promenade
Die schönsten Fahrradtouren auf Usedom sind für mich nicht automatisch die längsten. Eine gute Strecke verbindet Landschaft, kleine Entdeckungen und genügend Zeit für Pausen.
Für einen ersten Ausflug eignen sich die Kaiserbäder oder die Familientour nach Peenemünde. Möchtest Du die unbekanntere Insel sehen, empfehle ich Dir die Runde über Wolgastsee, Schwarzes Herz und Krebssee oder die große Tour durch das Achterland.
Gerade auf dem Fahrrad merkst Du, wie schnell sich Usedom verändert. Zwischen Ostsee, Waldseen, Achterwasser und Haff liegen manchmal nur wenige Kilometer und trotzdem völlig unterschiedliche Landschaften.