Das Mausoleum der Familie Dannenfeldt in Mönchow gehört zu den ungewöhnlichsten historischen Bauwerken auf Usedom. Es liegt nicht an den bekannten Promenaden der Kaiserbäder, sondern auf dem Friedhof des kleinen Ortes Mönchow, unweit der Stadt Usedom.
Wer sich für alte Grabstätten, besondere Architektur und stille Orte abseits der üblichen Ausflugsziele interessiert, findet hier einen Platz, der schnell übersehen wird und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleibt.

Ein Grabmal mit Geschichte
Das Mausoleum wurde im Jahr 1891 von Carl Dannenfeldt in Auftrag gegeben. Dannenfeldt stammte aus Gneventhin und gehörte zu den wohlhabenden Bauern der Region.
Gedacht war das Bauwerk als Erbbegräbnis für ihn und seine Familie. Damit sollte nicht nur ein Ort der Bestattung entstehen, sondern auch ein dauerhaftes Zeichen von Bedeutung, Besitz und Familiengeschichte.
Die Baukosten werden mit rund 25.000 Mark angegeben. Für die damalige Zeit war das eine sehr hohe Summe und erklärt, warum das Mausoleum bis heute deutlich aus der Umgebung herausragt.
Der Baumeister Pistorius aus Swinemünde
Ausgeführt wurde der Bau vom Swinemünder Maurermeister Pistorius. Ihm wird die Aussage zugeschrieben, dieser Bau würde auch Kaiser Wilhelm alle Ehre machen.
Diese überlieferte Bemerkung zeigt, mit welchem Anspruch das Mausoleum errichtet wurde. Es war kein schlichtes Familiengrab, sondern ein repräsentatives Bauwerk mit architektonischem Anspruch.
Gerade im ländlichen Umfeld von Mönchow wirkt das Mausoleum deshalb bis heute ungewöhnlich groß, aufwendig und beinahe städtisch.
Architektur des Mausoleums
Das Mausoleum ist als neobarocker Backsteinbau gestaltet. Ergänzt wird der Baukörper durch Sandsteinelemente, die dem Gebäude zusätzliche Struktur und Schmuck verleihen.
Der Mittelteil des eingeschossigen Bauwerks ist überhöht und wird von einer Kuppel gekrönt. Dadurch erhält das Mausoleum eine fast sakrale Wirkung, obwohl es sich um ein privates Erbbegräbnis handelt.
Auch die Fassade zeigt viele Details. Der Eingang ist als Portal gestaltet. Über dem rundbogigen Oberlicht befindet sich bis heute der Schriftzug „Erbbegräbniss der Familie C. Dannenfeldt“.

Warum das Mausoleum auf Usedom besonders ist
Auf Usedom prägen vor allem Seebäderarchitektur, Kirchen, Gutshäuser, Fischerdörfer und technische Denkmäler das historische Bild der Insel. Ein derart aufwendig gestaltetes privates Erbbegräbnis ist in diesem Umfeld ungewöhnlich.
Das Mausoleum zeigt, dass die Geschichte Usedoms nicht nur aus Badeorten und Küstentourismus besteht. Auch im Achterland finden sich Orte, die von Wohlstand, Familiengeschichte, Handwerk und gesellschaftlichem Selbstverständnis erzählen.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick nach Mönchow. Der Ort zeigt eine andere, deutlich stillere Seite der Insel.
Baudenkmal mit Patina
Das Mausoleum der Familie Dannenfeldt steht heute unter Denkmalschutz. Es ist kein Museum und kein klassisches Ausflugsziel mit geregelter Besichtigung.
Das Innere kann nicht regulär besichtigt werden. Besucher betrachten das Bauwerk von außen und sollten den Charakter des Ortes respektieren, denn das Mausoleum befindet sich auf einem Friedhof.
Am Gebäude sind Spuren der Zeit sichtbar. Gerade diese Patina prägt die Atmosphäre des Ortes. Das Mausoleum wirkt nicht glatt restauriert, sondern wie ein Bauwerk, das seine lange Geschichte offen zeigt.
Was Besucher vor Ort erwartet
Wer nach Mönchow fährt, sollte keinen großen touristischen Rundgang erwarten. Der Reiz des Ortes liegt in seiner Stille, seiner Lage und dem überraschenden Eindruck des Mausoleums.
Zwischen Friedhof, Dorfkirche und ruhiger Umgebung wirkt das Bauwerk fast wie ein Fremdkörper. Gleichzeitig fügt es sich durch Material, Alter und Patina in die Landschaft ein.
Mönchow, Kirche und Friedhof
Das Mausoleum steht nicht isoliert in der Landschaft, sondern auf dem Friedhof von Mönchow. In direkter Nähe befindet sich auch die Kirche des Ortes.
Dadurch lässt sich der Besuch gut als kurzer historischer Abstecher einordnen. Mönchow ist kein lauter Ausflugsort, sondern ein Platz für ruhige Entdeckungen im südlichen Teil Usedoms.
Wer ohnehin im Bereich Karnin, Mönchow oder Stadt Usedom unterwegs ist, kann das Mausoleum gut in eine kleine Tour durch das Achterland einbauen.
Ein stiller Ort abseits der bekannten Wege
Das Mausoleum in Mönchow ist kein Ort, den man zufällig auf jeder Usedom Route findet. Gerade deshalb passt es zu Besuchern, die die Insel genauer kennenlernen möchten.
Der Ort verbindet Architektur, Familiengeschichte und Vergänglichkeit. Er zeigt, wie viel Geschichte auch in kleinen Dörfern und auf wenig beachteten Friedhöfen verborgen liegt.
Wer Usedom abseits von Strand und Promenade erleben möchte, findet hier einen besonderen Platz mit eigener Atmosphäre.
Häufige Fragen zum Mausoleum in Mönchow
Wo befindet sich das Mausoleum der Familie Dannenfeldt?
Das Mausoleum befindet sich auf dem Friedhof in Mönchow, einem Ortsteil der Stadt Usedom.
Wann wurde das Mausoleum in Mönchow gebaut?
Das Mausoleum wurde 1891 von Carl Dannenfeldt aus Gneventhin in Auftrag gegeben.
Wer baute das Mausoleum?
Die Ausführung übernahm der Swinemünder Maurermeister Pistorius.
Kann man das Mausoleum von innen besichtigen?
Nein. Das Mausoleum kann nicht regulär von innen besichtigt werden. Besucher können es von außen betrachten.
Warum ist das Mausoleum auf Usedom besonders?
Es ist ein ungewöhnlich repräsentatives Erbbegräbnis im neobarocken Stil und steht auf einem ländlichen Friedhof im Achterland von Usedom.
Lohnt sich ein Besuch?
Ja, besonders für Besucher, die sich für Geschichte, Architektur, alte Friedhöfe und stille Orte abseits der bekannten Seebäder interessieren.