Pudagla auf Usedom
Ein Dorf im Achterland zwischen Landschaft, Geschichte und Wandel
Pudagla auf Usedom - Mühle, Schloss und stille Wasserlandschaft
Pudagla auf Usedom liegt zwischen Achterwasser und Schmollensee im ruhigen Inselinneren. Bekannt ist der Ort für seine historische Bockwindmühle, das ehemalige Kloster- und Schlossareal, den 38 Meter hohen Glaubensberg, die kleine Badestelle am Achterwasser und den sagenumwobenen Teufelsstein. Für mich ist Pudagla ein gutes Ziel, wenn Du Geschichte, Landschaft und familienfreundliche Ausflüge miteinander verbinden möchtest.
Was ist das Besondere an Pudagla auf Usedom?
Pudagla verbindet mehrere sehr unterschiedliche Seiten der Insel. Im Dorf erinnern Schloss und Klosterreste an die mittelalterliche und herzogliche Geschichte. Südlich des Ortes steht mit der Bockwindmühle ein technisches Denkmal, das bis heute besichtigt werden kann.
Westlich öffnet sich die Landschaft zum Achterwasser mit Badestelle und Teufelsstein. Östlich liegt der Schmollensee, den Du besonders gut vom Glaubensberg überblicken kannst. Dazu kommen Familienangebote im Gewerbegebiet sowie weitere Ausflugsziele im nahen Neu Pudagla.
Die einzelnen Ziele liegen nicht alle direkt nebeneinander. Für einen entspannten Besuch sind Fahrrad oder Auto deshalb praktischer als ein reiner Dorfspaziergang. Schloss und Dorfkern kannst Du zu Fuß erkunden, für Mühle, Badestelle und weitere Attraktionen solltest Du zusätzliche Wege einplanen.
Pudagla im Usedomer Achterland
Die Gemeinde Pudagla liegt im Naturpark Insel Usedom zwischen Achterwasser und Schmollensee. Durch die Nähe zur Bundesstraße 111 ist der Ort gut erreichbar, wirkt abseits der Hauptstraße aber weiterhin dörflich und ruhig.
Die Gemeinde umfasst 13,26 Quadratkilometer und hatte zum 31.12.2025 insgesamt 480 Einwohner. Eine gesonderte aktuelle Einwohnerzahl nur für den historischen Dorfkern wird von der Amtsverwaltung nicht ausgewiesen.
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in Pudagla
Vom Klosterdorf zum herzoglichen Amt
Pudagla wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Der slawische Ortsname wird sinngemäß mit "am Berg" erklärt und bezieht sich auf die Lage am heutigen Glaubensberg.
Eine entscheidende Veränderung folgte 1309. Damals verlegten Prämonstratensermönche ihr Kloster von Grobe bei der Stadt Usedom nach Pudagla. Das Kloster entwickelte sich zu einem bedeutenden Grundbesitzer auf der Insel und prägte Landwirtschaft, Fischerei und Verwaltung.
Mit der Reformation wurde das Kloster 1535 aufgehoben. Von der mittelalterlichen Anlage sind nur wenige Reste erhalten. Dazu gehören Teile der früheren Umfassungsmauer und ein mehrfach umgebautes Wirtschaftsgebäude.
Auf den Grundmauern des ehemaligen Klosters ließ Herzog Ernst Ludwig im Jahr 1574 ein Schloss für seine Mutter, Herzogin Maria von Sachsen, errichten. Pudagla blieb anschließend über Jahrhunderte ein wichtiger Verwaltungs- und Gutsstandort im Inselinneren.
Schloss Pudagla und das ehemalige Klosterareal
Schloss Pudagla ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Renaissancebau. Besonders sehenswert sind das historische Hauptportal, das große pommersche Wappen und die Inschrift von 1574 über dem Eingang.
Das Gebäude war zunächst als Witwensitz für Herzogin Maria von Sachsen vorgesehen. Später diente es als Amtssitz, landwirtschaftlicher Gutshof, Wohnhaus und Gaststätte. Teile des Schlosses wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt und anschließend vereinfacht wiederhergestellt.
Bis Mai 2026 befand sich im Schloss ein italienisches Restaurant. Der Betrieb wurde nach der Insolvenz des Betreibers eingestellt. Einen regulären Museumsbetrieb oder einen frei zugänglichen Innenbereich gibt es derzeit nicht.
Das Schloss kannst Du aktuell vor allem von außen ansehen. Portal, Wappen und das historische Umfeld lassen sich gut in einen Spaziergang durch den alten Dorfkern einbauen.
Die Bockwindmühle von Pudagla
Die Bockwindmühle steht südlich des Dorfes auf einer leichten Anhöhe und gehört zu den bekanntesten technischen Denkmalen Usedoms. Der Mühlenstandort ist seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Jahr 1779 kaufte Müllermeister Jacob Schmidt die Mühle samt Geräten und Ländereien.
Bis 1810 galt in der Domäne Pudagla Mahlzwang. Bauern aus dem Einzugsgebiet mussten ihr Getreide hier mahlen lassen. Der gewerbliche Mahlbetrieb endete 1937.
Nachdem das Bauwerk stark verfallen war, ging es 1996 für den symbolischen Preis von einer D-Mark an die Gemeinde. Die Mühle wurde zerlegt, restauriert und am historischen Standort wiederaufgebaut. Heute ist der Mahlgang erneut funktionsfähig.
Glaubensberg und Schmollensee
Der Glaubensberg erhebt sich südlich des Dorfes bis auf etwa 38 Meter. Das klingt zunächst wenig, reicht in der flachen Umgebung aber für einen überraschend weiten Blick über den Schmollensee, Felder, Waldstücke und Teile des Achterlands.
Der Weg ist kein alpiner Aufstieg und der Berg besitzt keinen Aussichtsturm. Je nach gewählter Route führen Naturwege und Feldwege hinauf. Nach Regen können einzelne Stellen weich und rutschig sein.
Der Schmollensee ist vom Ufer aus nicht überall frei zugänglich. Der Blick von oben ist deshalb eine der besten Möglichkeiten, seine Größe und Einbettung in die Hügellandschaft zu erfassen.
Badestelle Pudagla und Teufelsstein
Westlich des Ortes liegt am Fuß des Konkerbergs eine kleine Badestelle am Achterwasser. Sie besitzt einen feinen Sandbereich, flach abfallendes Wasser und einen steinernen Grillplatz. Besonders beliebt ist der Platz am Abend, wenn die Sonne über dem Achterwasser untergeht.
Die Badestelle ist deutlich einfacher ausgestattet als ein Strand in den Seebädern. Rechne nicht mit Promenade, Strandkorbverleih oder großer gastronomischer Versorgung. Prüfe vor dem Baden die aktuelle Situation vor Ort und behalte Kinder auch im flachen Wasser im Blick.
In der Nähe liegt der Teufelsstein, auch Riesenstein genannt. Der Findling befindet sich im Wasser und besitzt ein berechnetes Volumen von etwa 22 Kubikmetern. Er wurde während der Eiszeit aus Skandinavien in die Region transportiert.
Nach der Sage wollte der Teufel oder ein Riese das Kloster Pudagla mit dem Stein zerstören. Der Fels entglitt ihm jedoch und rollte ins Achterwasser.
Gullivers Welt und Papageienhaus in Pudagla
Im Gewerbegebiet von Pudagla liegen zwei Familienausstellungen auf einem gemeinsamen Gelände. Gullivers Welt zeigt eine 36 Meter lange und begehbare Riesenfigur sowie zahlreiche stark vergrößerte Alltagsgegenstände. Im Papageienhaus kannst Du Papageien aus unterschiedlichen Regionen beobachten.
Beide Ausstellungen sind in einem gemeinsamen Eintritt enthalten. Das Angebot ist besonders praktisch bei wechselhaftem Wetter, da Teile des Besuchs in Innenbereichen stattfinden.
Pudagla und Neu Pudagla sind nicht derselbe Ort
Der Name sorgt regelmäßig für Verwirrung. Das Dorf Pudagla gehört zur Gemeinde Pudagla. Neu Pudagla liegt dagegen weiter nördlich an der Bundesstraße 111 und gehört zum Seebad Ückeritz.
In Neu Pudagla befinden sich der Haltepunkt der Bahn, das Forstamt, der Usedomer Gesteinsgarten, das Waldkabinett, ein Bodenerlebnispfad und der Kletterwald Usedom. Diese Ziele lassen sich gut mit einem Pudagla-Ausflug verbinden, liegen aber nicht im historischen Dorfkern.
Pudagla als früherer Militärstandort
Ab den späten 1950er Jahren war Pudagla ein Standort der Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee. In der Umgebung wurden Kasernen, Kommunikationsbereiche und Radarstellungen betrieben. Die Geschichte der Anlage und ihre Aufgaben findest Du auf meiner Seite Radarstation Pudagla.
Nach der deutschen Wiedervereinigung nutzte die Bundeswehr Teile der Anlagen noch bis in die frühen 1990er Jahre. Anschließend wurden Flächen umgenutzt, renaturiert oder in Gewerbe- und Freizeitbereiche überführt.
Die ehemaligen militärischen Flächen sind keine reguläre Sehenswürdigkeit. Betritt keine abgesperrten Grundstücke, Bunkerreste, Kiesgruben oder Betriebsflächen.
Spazieren und Radfahren rund um Pudagla
Pudagla eignet sich gut als Zwischenstation auf einer Tour durch das Achterland. Die Wege verbinden Schmollensee, Achterwasser, Benz, Neppermin, Mellenthin und die Bernsteinbäder.
Direkt rund um den Ort kannst Du Schloss, Glaubensberg und Mühle zu einer längeren Runde verbinden. Für die Badestelle am Achterwasser oder weitere Dörfer ist das Fahrrad besonders praktisch.
Rechne mit wechselnden Untergründen, kurzen Steigungen, Feldwegen und Abschnitten auf wenig befahrenen Landstraßen. Nach längeren Regenfällen können Naturwege aufgeweicht sein.
Anreise und Parken in Pudagla
Pudagla liegt direkt an der Bundesstraße 111 zwischen Ückeritz und den Kaiserbädern. Mit dem Auto ist der Ort aus beiden Richtungen schnell erreichbar. Im Dorf selbst solltest Du langsam fahren und private Zufahrten freihalten.
Für die Bockwindmühle stehen kostenfreie Parkmöglichkeiten unterhalb des Mühlengeländes zur Verfügung. Am Schloss und bei den Familienangeboten gelten die jeweiligen Hinweise vor Ort.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Planung etwas aufwendiger. Der Bahn-Haltepunkt Neu Pudagla liegt nicht im Dorf Pudagla. Für den historischen Ort bestehen regionale Busverbindungen, die deutlich seltener fahren als die Züge entlang der Küste.
Mein Vorschlag für einen halben Tag in Pudagla
Sieh Dir Portal, Wappen und das historische Klosterumfeld in Ruhe an.
Plane eine kleine Runde mit Blick über den Schmollensee ein.
Prüfe vorher die Öffnungszeit und nimm Dir Zeit für Technik und Mühlengelände.
Beende den Ausflug an der Badestelle oder mit einem Blick zum Teufelsstein.
Für wen lohnt sich Pudagla auf Usedom?
Warum ich Pudagla gern empfehle
Pudagla wird oft nur auf der Fahrt zwischen Küste und Achterland durchquert. Dabei lässt sich hier gut erkennen, wie eng auf Usedom Natur, Landwirtschaft, Klostergeschichte und technische Denkmale miteinander verbunden sind.
Besonders stimmig finde ich die Kombination aus Schloss, Glaubensberg und Bockwindmühle. Sie zeigt drei ganz unterschiedliche Blickwinkel auf denselben Ort.
Für einen ruhigen Abschluss würde ich zur Badestelle am Achterwasser fahren. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann den Tag stattdessen mit Gullivers Welt und dem Papageienhaus ergänzen.
Häufige Fragen zu Pudagla auf Usedom
Pudagla liegt im Usedomer Achterland zwischen Achterwasser und Schmollensee direkt an der Bundesstraße 111.
Du kannst die Bockwindmühle besuchen, Schloss Pudagla ansehen, auf den Glaubensberg gehen, an der Badestelle pausieren und Gullivers Welt mit dem Papageienhaus besuchen.
Für 2026 ist die Saison voraussichtlich vom 1. Mai bis zum 24. Oktober geplant. Da die Betreuung ehrenamtlich erfolgt, solltest Du die tagesaktuellen Zeiten vor der Anfahrt prüfen.
Das Schloss besitzt keinen regulären Museumsbetrieb. Außenansicht, Portal und Schlossumfeld sind zugänglich. Die frühere Gastronomie ist seit Mai 2026 geschlossen.
Pudagla besitzt eine kleine Badestelle am Achterwasser. Einen bewirtschafteten Ostseestrand mit Promenade und Strandkörben gibt es im Ort nicht.
Der große Findling liegt westlich von Pudagla im Achterwasser unterhalb des Konkerbergs.
Der Glaubensberg ist etwa 38 Meter hoch und bietet einen weiten Blick über den Schmollensee.
Ja. Mühle, Badestelle, Gullivers Welt und Papageienhaus lassen sich gut zu einem Familienausflug verbinden.
Nein. Neu Pudagla gehört zum Seebad Ückeritz. Dort liegen der Bahn-Haltepunkt, das Forstamt, der Gesteinsgarten, das Waldkabinett und der Kletterwald.
Der Usedomer Gesteinsgarten liegt auf dem Forsthof Neu Pudagla im Gemeindegebiet des Seebades Ückeritz. Er ist ganzjährig frei zugänglich.
Die Gemeinde Pudagla hatte zum 31.12.2025 insgesamt 480 Einwohner.
Für Schloss, Glaubensberg und Mühle sind etwa drei Stunden sinnvoll. Mit Badestelle oder Familienangeboten solltest Du einen halben bis ganzen Tag einplanen.