Spätgotische Dorfkirche in Mönchow
Bist du ein Liebhaber alter Baudenkmäler oder historischer Kirchen, solltest du dir die spätgotische Dorfkirche in Mönchow ansehen. Abseits der großen Orte liegt sie ruhig, inmitten einer kleinen Siedlung und gehört zu den weniger bekannten, aber geschichtlich interessanten Kirchenbauten auf der Insel Usedom. Gerade diese Zurückhaltung macht den Besuch besonders, denn hier steht nicht der touristische Trubel im Vordergrund, sondern die Geschichte des Ortes und seines Bauwerks.

Was macht die Dorfkirche in Mönchow besonders?
Die Kirche gehört nicht zu den großen touristischen Sehenswürdigkeiten der Insel. Gerade deshalb passt sie gut zu Besuchern, die Usedom abseits von Promenade, Seebrücken und Ostseebädern kennenlernen möchten.
Der älteste erhaltene Teil des Bauwerks stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kirche steht am Rand des südlichen Inselbereichs und gehört historisch zum sogenannten Usedomer Winkel.
Zusammen mit dem Friedhof und dem unmittelbar benachbarten Mausoleum entsteht ein kleines historisches Ensemble, das sich deutlich von den bekannteren Ausflugszielen der Küste unterscheidet.
Baugeschichte der Dorfkirche
Die spätgotische Dorfkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der heute älteste erhaltene Teil wird in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts eingeordnet.
Ursprünglich besaß der Chor eine runde Form. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Chor in seiner heutigen, geraden Form umgestaltet. Die schlichte Bauweise entspricht dem eher zurückhaltenden Charakter einer kleinen ländlichen Dorfkirche.
Der frühere Kirchturm war höher als der heutige Bau. Auf dem mittelalterlichen Unterbau stand ein mit Brettern verkleideter Holzturm. Im Jahr 1817 wurde dieser durch einen Orkan schwer beschädigt beziehungsweise zerstört.
Der Wiederaufbau erfolgte 1827/28. Das Fachwerk des Turms prägt das Erscheinungsbild der Kirche bis heute.
In den 1980er Jahren wurde die Kirche erneut restauriert. Dabei blieb der historische Charakter des kleinen Gotteshauses erhalten.
Ausstattung der Kirche
Im Inneren der spätgotischen Dorfkirche befindet sich eine Kanzel aus dem Jahr 1605. Sie zählt zu den älteren Ausstattungsstücken der Kirche und ist ein anschauliches Beispiel für die handwerkliche Arbeit dieser Zeit.
Auch die Altarbrüstung und das Altarbild werden in die Zeit um 1600 eingeordnet. Damit stammen mehrere prägende Teile der Ausstattung aus einer Phase, in der die mittelalterliche Kirche bereits seit mehreren Generationen bestand.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Innenausstattung erneuert. Aus dem 17. Jahrhundert stammen Bemalungen, die später an Decke, Empore, Gestühl, Kanzel und Altar wieder freigelegt wurden.
Weitere Ausstattungsdetails sind bewusst schlicht gehalten, was gut zur ruhigen Atmosphäre der Kirche und zum Charakter des Ortes passt.
Mausoleum bei der Dorfkirche
Unmittelbar in der Nähe der Dorfkirche befindet sich auch das Mausoleum der Familie Dannenfeldt, das als einziges Mausoleum auf der Insel Usedom eine besondere Stellung einnimmt. Es ergänzt das Ensemble aus Kirche und Dorf und verweist auf die frühere Bedeutung einzelner Familien, die über Generationen hinweg mit Mönchow verbunden waren.
Das Mausoleum wurde für den Gneventhiner Bauern Carl Dannenfeldt errichtet. Die Stadt Usedom nennt für den Bau eine damalige Summe von 25.000 Mark.
Das Mausoleum liegt ruhig auf dem Friedhof und fügt sich unauffällig in die Umgebung ein. Gerade diese Zurückhaltung passt gut zum Charakter des Ortes und unterstreicht den eher stillen, fast schon vergessenen Eindruck, den Mönchow bis heute vermittelt.
Wenn du dich für das Bauwerk selbst interessierst, findest du Geschichte, Architektur und Hinweise zur Besichtigung ausführlicher im eigenen Beitrag über das Mausoleum in Mönchow.
Mönchow gehört zu den früh belegten Dörfern auf Usedom
Der Ort Mönchow wurde erstmals im Jahr 1168 urkundlich erwähnt. In der Urkunde erscheint er als „villa Minuchowe“ und wird als Besitz des Klosters Grobe bestätigt.
Der Name bedeutet sinngemäß „den Mönchen gehörig“ und verweist damit auf die frühe kirchliche Geschichte des Ortes. Nach der Säkularisierung kam Mönchow 1534 aus dem Klosterbesitz zum herzoglichen Amt Pudagla.
Im 19. Jahrhundert hatte das kleine Dorf für die umliegende Region mehr Bedeutung, als seine heutige Größe vermuten lässt. Für 1862 werden 91 Einwohner in 14 Haushalten genannt. Kirche und Schule machten Mönchow damals zu einem Kirch- und Schuldorf für den Usedomer Winkel.
Heute leben hier nur noch rund 50 Einwohner. Mönchow gehört zu den kleinen und ruhigen Orten im Inselsüden und ist damit ein deutlicher Gegenpol zu den großen Seebädern.
Mönchow zwischen Haff, Peenestrom und Stadt Usedom
Mönchow liegt am Übergang vom Stettiner Haff in Richtung Peenestrom und gehört zum südlichen Teil der Insel.
Viel touristische Infrastruktur gibt es hier nicht. Das macht den Ort weniger zu einem klassischen Tagesziel als zu einer Station auf einer ruhigen Tour durch das Usedomer Achterland.
Für die räumliche Einordnung hilft außerdem die Nähe zur Stadt Usedom. Von dort lässt sich Mönchow gut mit weiteren Zielen im südwestlichen Inselbereich verbinden.

Umgebung und Einordnung
Nicht weit entfernt liegt der Ort Karnin, der vor allem durch seine historische Hubbrücke Karnin bekannt ist. Wer über die Zecheriner Brücke auf die Insel Usedom kommt, hat dieses Bauwerk vermutlich bereits gesehen.
Auch der Lotsenturm Karnin und der kleine Hafen passen gut zu einer historischen Runde durch diesen Teil der Insel.
Ein Besuch der Dorfkirche in Mönchow lässt sich deshalb gut mit Mönchow, Karnin und der Stadt Usedom zu einer kleinen Tour verbinden. Die Wege führen durch einen Teil der Insel, der deutlich ruhiger wirkt als die Ostseeküste.
Weitere historische Bauwerke und Ausflugsziele findest du bei den Sehenswürdigkeiten auf Usedom. Wenn du deinen Aufenthalt insgesamt planst, findest du passende Regionen und weitere Ideen unter Urlaub auf Usedom.
Weitere Informationen
Wenn du weitere Informationen zur spätgotischen Dorfkirche benötigst oder eine Besichtigung planst, solltest du die Zugänglichkeit vorher beim zuständigen Pfarramt erfragen. Verlässliche tägliche Öffnungszeiten sind für die kleine Dorfkirche nicht veröffentlicht.