Usedomer Gesteinsgarten - Findlinge aus Milliarden Jahren Erdgeschichte
Der Usedomer Gesteinsgarten liegt am Forstamt Neu Pudagla bei Ückeritz. Mehr als 150 wissenschaftlich dokumentierte Findlinge und Gesteine zeigen, was die Eiszeiten aus Skandinavien bis nach Usedom gebracht haben. Der Eintritt ist frei und der Garten ist ganzjährig zugänglich. Für mich ist er vor allem ein ruhiger Zwischenstopp, den ich mit anderen Zielen in der Umgebung verbinden würde.

Ruhig, interessant und angenehm zu laufen
Ich war zuletzt im Herbst 2025 im Gesteinsgarten. Wir waren mit unserem Hund Bono dort und hatten den Garten an diesem Tag tatsächlich komplett für uns allein.
Genau diese Ruhe ist mir hängen geblieben. Du läufst ohne großes Drumherum zwischen den Findlingen durch und kannst Dir die einzelnen Steine und Tafeln in Ruhe ansehen.
Besonders interessant finde ich die Kombination aus den teilweise riesigen Findlingen und den ausführlichen Informationen dazu. Die Steine wirken zunächst einfach wie große Brocken im Wald. Wenn Du dann liest, woher sie stammen und wie alt sie sind, bekommst Du einen ganz anderen Blick darauf.
Mehr als 150 Findlinge im Usedomer Gesteinsgarten
Im Gesteinsgarten sind mehr als 150 Gesteine wissenschaftlich dokumentiert. Die Sammlung entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald und der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern.
Viele der Findlinge wurden während der Eiszeiten aus Skandinavien und dem Bereich der heutigen Ostsee bis nach Usedom transportiert.
An den Steinen findest Du Informationstafeln, auf denen Herkunft, Gesteinsart und weitere Hintergründe erklärt werden. Genau diese Tafeln machen den Rundgang für mich interessanter als eine reine Ansammlung großer Steine.

Wie die Findlinge nach Usedom kamen
Die heute auf Usedom liegenden Findlinge stammen ursprünglich aus ganz anderen Regionen.
Während der Eiszeiten bewegten sich gewaltige Gletscher aus dem Norden über das Gebiet der heutigen Ostsee. Dabei nahmen sie Gestein aus Skandinavien und vom Untergrund der Ostsee auf und transportierten es über große Entfernungen.
Als sich das Eis zurückzog, blieben Geröll, Sand, Geschiebe und große Findlinge zurück. Diese Prozesse haben die Landschaft im Norden Deutschlands und damit auch Usedom entscheidend geprägt.
Besonders erstaunlich ist das Alter einzelner Steine. Der älteste Findling der Sammlung ist ungefähr zwei Milliarden Jahre alt.
Für Naturinteressierte besser als für kleine Kinder
Der Gesteinsgarten wird häufig als Familienziel genannt. Technisch stimmt das auch: Der Zugang ist unkompliziert und das Gelände lässt sich mit Kindern gut besuchen.
Inhaltlich sehe ich es etwas anders.
Wenn Kinder sich nicht ohnehin für Steine, Natur oder Erdgeschichte interessieren, dürfte der Rundgang für sie relativ schnell langweilig werden. Die Stärke des Gesteinsgartens liegt für mich bei den Findlingen und den Informationen dazu.
Für Kinder ist der direkt benachbarte Kletterwald Usedom wahrscheinlich deutlich spannender.
Den Gesteinsgarten würde ich mit anderen Zielen verbinden
Nur für den Gesteinsgarten allein würde ich persönlich nicht extra eine längere Fahrt über die Insel machen.
Bei unserem letzten Besuch haben wir uns anschließend noch den direkt benachbarten Kletterwald angesehen und sind danach zu einem kleinen Hafen weitergefahren. So ergibt sich für mich der deutlich rundere Ausflug.
Rund um Neu Pudagla liegen mehrere Ziele dicht beieinander. Neben Gesteinsgarten und Kletterwald gibt es dort auch das Waldkabinett und den Waldladen des Forstamtes.
Waldkabinett und Waldladen in Neu Pudagla
Wenn Du schon am Forstamt bist, kannst Du den Gesteinsgarten mit dem Waldkabinett verbinden.
Dort geht es nicht um Geologie, sondern um den Lebensraum Wald. Damit ergänzt die Ausstellung den Gesteinsgarten thematisch gut.
Im selben Bereich befindet sich außerdem der Waldladen des Forstamtes.
So kommst Du zum Usedomer Gesteinsgarten
Der Gesteinsgarten liegt am Forstamt Neu Pudagla im Gemeindegebiet des Seebades Ückeritz und ist von der B111 aus gut erreichbar.
Wenn Du ohne Auto unterwegs bist, ist die Usedomer Bäderbahn für dieses Ziel ungewöhnlich praktisch.
Öffnung und offizielle Informationen
Der Usedomer Gesteinsgarten ist nach Angaben der Landesforst ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.
Für Änderungen rund um das Gelände, das Waldkabinett oder Veranstaltungen würde ich vor einem gezielten Besuch die Angaben der Landesforst prüfen.
Ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich.
Kostenlos.
Parkplatz am Forstamt vorhanden.
Mit der UBB bis Neu Pudagla / Forstamt.
Fragen zum Usedomer Gesteinsgarten
Der Gesteinsgarten liegt am Forstamt Neu Pudagla im Gemeindegebiet des Seebades Ückeritz direkt an der B111.
Nein. Der Gesteinsgarten ist kostenlos und ganzjährig rund um die Uhr zugänglich.
Das Umweltbundesamt nennt mehr als 150 wissenschaftlich dokumentierte Exponate. Ältere Angaben mit exakt 155 Stück sind deshalb für mich nicht mehr die beste Zahl für eine aktuelle Beschreibung.
Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern gibt für den größten Findling rund 11,4 Tonnen an.
Der Gesteinsgarten ist problemlos mit Kindern zugänglich. Inhaltlich finde ich ihn für kleinere Kinder aber eher weniger spannend. Der direkt benachbarte Kletterwald dürfte für viele Kinder interessanter sein.
Ich mag den Gesteinsgarten besonders im Frühjahr und Herbst. Der Garten ist aber ganzjährig zugänglich.
Ein ruhiger Zwischenstopp für alle, die genauer hinschauen
Der Usedomer Gesteinsgarten ist für mich kein Ausflugsziel, für das ich allein quer über die Insel fahren würde.
Wenn Du sowieso in Neu Pudagla unterwegs bist oder den Kletterwald, das Forstamt oder andere Ziele in der Umgebung besuchen möchtest, lohnt sich der Rundgang aber auf jeden Fall.
Mir gefallen vor allem die großen Findlinge und die ausführlichen Infotafeln. Bei unserem Besuch im Herbst 2025 waren wir mit Bono komplett allein im Garten. Dadurch war die Runde besonders ruhig und angenehm.
Für Naturinteressierte und Menschen, die mehr über die Entstehung der Insel erfahren möchten, ist das ein schöner kurzer Abstecher ohne Eintritt und ohne große Planung.